Einsatzführungsbereich 2

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Einsatzführungsbereich 2
— EinsFüBer 2 —
III
EinsFüBer 2.jpg

Wappen des EFB 2
Aufstellung April 1966
Land Deutsche FlaggeDeutsche Flagge Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Logo Luftwaffe with lettering.svg
Truppengattung Einsatzführungsdienst
Typ Regiment
Unterstellung Wappen des Kommando Operative Führung Luftstreitkräfte Zentrum Luftoperationen der Luftwaffe
Standort Hachenberg-Kaserne, Erndtebrück
Spitzname Loneship
Auszeichnungen Flag of North Rhine-Westphalia.svg Fahnenband
Nordrhein-Westfalen (1990)
Gegenwärtiger Kommandeur
Kdr. EinsFüBer 2 Oberst Lars Hoffmann
Insignien
Homepage Der EinsFüBer 2
Blick von der Hachenberg-Kaserne auf Erndtebrück.

Der Einsatzführungsbereich 2 (kurz EinsFüBer 2 oder EFB 2) mit dem zugehörigen stationären Control and Reporting Centre (CRC) „Loneship“ ist ein Verband mit Regimentsstatus der deutschen Luftwaffe. Der Führungsstab des Verbandes, das stationäre CRC im neuen Einsatzgebäude, wie auch die Ausbildungs-, Test und Trainingseinrichtung (ATT) „Slate Rock“ sind in der Hachenberg-Kaserne in Erndtebrück stationiert. Der Verband untersteht dem Zentrum Luftoperationen der Luftwaffe.

Auftrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Einsatzführungsbereich 2 ist Teil des Einsatzführungsdienstes der Luftwaffe. Der Auftrag besteht in der operationellen Nutzung des zugehörigen CRC der Luftwaffe im Verbund der integrierten NATO-Luftverteidigung und der Ausbildung des Personals des Einsatzführungsdienstes. Dabei erfüllt er folgende Aufgaben:

  • Überwachung, Schutz und Verteidigung des zugewiesenen Luftraums der Bundesrepublik Deutschland
  • Erstellung, Führung und Bewertung der „Recognized Air Picture“ (AP) im Zuständigkeitsbereich
  • Taktische Führung und Unterstützung von Luftstreitkräften
  • Koordination militärischer Flugbewegungen mit dem NATO CAOC 2, den nationalen Surface to Air Missile Operations Centers (SAMOC), dem Nationalen Lage- und Führungszentrum für Sicherheit im Luftraum bis hin zu „Air Policing“ mit den Nachbarstaaten
  • Übernahme der Luftraumüberwachung für ein anderes CRC sowie der Koordination und Steuerung von Schutz- und Verteidigungsmaßnahmen, einschließlich der Durchführung der erforderliche Abwehrmaßnahmen
  • Sicherstellen der materiellen und operationellen Einsatzbereitschaft im 24-Stunden-Betrieb durchgängig an 365 Tagen im Jahr
  • Wartung und Instandsetzung der eingesetzten Radargeräte und elektronischen Ausrüstung
  • Führung der Unterstellten Einheiten und Einrichtungen
  • Ausbildung des Personals im Einsatzführungsdienst

Lehrgangsgebundene Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Einsatzführungsbereich 2 ist die zentrale Ausbildungsstätte für die lehrgangsgebundene operationelle Ausbildung, aber auch die technische Grundlagenausbildung, bereichsübergreifend für das gesamte Einsatzführungspersonal der anderen Dienststellen des Einsatzführungsdienstes der Luftwaffe sowie anderer NATO-Partner. Jährlich durchlaufen mehr als 500 Lehrgangsteilnehmer(innen) die verschiedenen Ausbildungsgänge. Die Ausbildungs-, Test- und Trainingseinrichtung (ATT) des Einsatzführungsbereich 2 ermöglicht eine hochwertige und effiziente Ausbildung, die konsequent simulatorgestützte Ausbildungsabschnitte zur Ergänzung von LIVE-Ausbildungsanteilen konsequent lage- und einsatzbezogen zur Anwendung bringt.

Ausgebildet werden
  • Einsatzführungsstabsoffizier, mit Lizenzprüfung
  • Unteroffiziere, Feldwebel und Offiziere für den operationellen Einsatz in einem CRC, mit Lizenzprüfung
  • Wartungs- und Instandsetzungspersonal sowie Administratoren für die Führungs- und Waffeneinsatzsysteme der Luftwaffe ARKONA und GIADS, mit Leistungsnachweis
  • Einsatzführungspersonal anderer NATO-Partner, mit Lizenzprüfung
  • Personal ziviler Bedarfsträger

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Führung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einsatzführungsbereich 2
Kommandeur
O Lars Hoffmann
Leiter Lehr- und Verfahrenszentrum Leiter Einsatzgruppe
OTL Leif Nielsen OTL Jörg Wagener

Unterstellte Einheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehr- und Verfahrenszentrum
Bezeichnung Standort
Einsatzführungsausbildungsinspektion 23 Erndtebrück
Lehrgruppe Ausbildung Erndtebrück
Technik-, Taktik und- Vorschriftengruppe (TTVG) Erndtebrück
Einsatzgruppe
Bezeichnung Standort Bemerkung
CRC, Einsatzleitung Erndtebrück
Einsatzführungsstaffel 21 Erndtebrück
Einsatzunterstützungsstaffel 22 Erndtebrück
Sensorzug II (Nord) Auenhausen
AbgTZg 241, Crabtree (CT) Marienbaum HADR
AbgTZg 242, Backwash (BW) Brakel (Auenhausen) GM 406F
AbgTZg 243, Silver Cork (SI) Visselhövede GM 406F
AbgTZg 244, Round up (RU) Brockzetel HADR
AbgTZg 245, Bugle (BG) Brekendorf GM 406F
Sensorzug I (Süd) Lauda
AbgTZg 246, Hardwheel (HW) Birkenfeld (Erbeskopf) HADR
AbgTZg 247, Batman (BN) Lauda-Königshofen GM 406F
AbgTZg 248, Coldtrack (CD) Freising GM 406F
AbgTZg 249, Sweet Apple (SA) Meßstetten HADR
AbgTZg 240, Loneship (LS) Erndtebrück GM 406F

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband wurde im April 1966 mit der Aufstellung der II. Abteilung des Fernmelderegimentes 33 unter Major Friedrich Thüring aufgestellt und war bis zur Gegenwart von Umstrukturierungen und Erweiterungen des Aufgabespektrums- aber auch immer wieder Abbau des Personalbestands betroffen. Trotzdem ist und bleibt auch in Zukunft der Luftwaffen-Standort Erndtebrück mit der Hachenberg-Kaserne einer der größten Arbeitgeber der Region.

Einer der Höhepunkte in der bewegten Geschichte des Verbandes war beispielsweise am 3. Oktober 1990, dem Tag der deutschen Einheit, die Übernahme der Überwachung des Luftraumes über den neuen Bundesländern. Vom Zeitpunkt der Wiedererlangung der vollen Souveränität bis zum 5. Oktober 1992 wurde dann vom verbandseigenen Gefechtsführungs- und Luftverteidigungsbunker „Erich“ zusammen mit dem Zentralen Gefechtsstand 14 der ehemaligen NVA Luftstreitkräfte der ostdeutsche Luftraum überwacht. Heute wird dieser Luftraum durch den Einsatzführungsbereich 3 überwacht.

Der Einsatzführungsbereich in seiner heutigen Form und Personalstärke entstand am 1. Oktober 2004 durch Zusammenlegung mit der bis dahin bestehenden V. Lehrgruppe der Technischen Schule der Luftwaffe (V./TSLw 1) und der Integration der Anteile Einsatzführungsbereich 1 zum 1. Januar 2014 im Bereich der Hachenberg-Kaserne zu Erndtebrück.

Der Einsatzführungsdienst der Luftwaffe wurde ein halbes Jahrhundert maßgeblich durch diesen Einsatzführungsbereich im Wittgensteiner Land geprägt, hat NATO-weit Bedeutung gewonnen und wird im Kameradenkreisen liebevoll als „Mutterhaus des Einsatzführungsdienstes“ bezeichnet.

Mit der Umgliederung zum 1. Januar 2014 wurden im Einsatzführungsbereich 2 zwei Bataillonsäquivalente neu aufgestellt: das Lehr- und Verfahrenszentrum (LVZ) und die Einsatzgruppe (EinsGrp). Dabei wurde die Ausbildungsinspektion 23 dem LVZ unterstellt, die Einsatzführungskompanie 21 in Einsatzführungsstaffel 21 umbenannt und der EinsGrp unterstellt sowie die Stabs- und Unterstützungskompanie 22 in die Einsatzunterstützungsstaffel 22 umgegliedert und der EinsGrp unterstellt. Ebenso wurden dabei vier Radarstellungen des aufgelösten Einsatzführungsbereiches 1 integriert.

Chronik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Ereignis
bis 1945 die Blockhütte der Flugwache 33 (FluWa 33), im Bereich der heutigen Hachenberg-Kaserne zun Erndtebrück
Oktober 1965 Vorkommando unter der Führung von Oberleutnant Wolfgang Roth verlegt nach Erndtebrück
April 1966 Aufstellung der II. Abteilung des Fernmelderegimentes 33 aufgestellt und Major Friedrich Thüring
Mai 1967 Feierlichen Namensgebung „Hachenberg-Kaserne“ für die Bundeswehr-Liegenschaft auf dem Hachenberg
24. April 1968 Fertigstellung der örtlichen Radarstellung der heutigen Stabs- und Unterstützungskompanie 22 und Aufnahme des 24-Stunden-Schichtdienstes()
4. Januar 1971 Indienststellung der V. Lehrgruppe der Technischen Schule 2 der Luftwaffe (V./ TSLw 2) mit zwei Grundausbildungseinheiten
1. August 1971 Auflösung der II. Abteilung des Fernmelderegimentes 33 und Verschmelzung mit der neu gegliederten V./ TSLw 2
1972 Obsoleszenzersatz der elektronischen Datenverarbeitungsanlage in der Kampfführungsanlage und Aufwuchs des Verbands durch Indienststellung der „Internationalen Ausbildungsstelle“ (ITC)
1980er – 90er Operationelle Nutzung des FüWES Lw NATO Air Defence Ground Environment (NADGE), Nutzung des FüWES Lw German Air Defence Ground Environment (GEADGE) für Ausbildungszwecke
3. Oktober 1990 Übernahme der Luftraumüberwachung über dem Territorium Ostdeutschlands sowie Übernahme und Produktverbesserung des ehemaligen NVA-Führungs- und Waffeneinsatzsystems ARKONA.
1. April 1994 Unterstellungsänderungen des Programmierzentrums der Luftwaffe für Luftverteidigung (ProgrZLwLV) unter das Luftwaffenversorgungsregiment 8 und Umbenennung des Verbandes von V./ TSLw 2 in V./ TSLw 1.
August 1998 Wegen gravierender Brandschutzmängel Einstellung der operationellen Nutzung des Gefechtsführungsbunkers „Erich“ und Verlegung der Einsatzführung in Räumlichkeiten eines ehemaligen Hörsaalgebäudes der Hachenberg-Kaserne
1. Januar 2002 Umunterstellung des Programmierzentrums der Luftwaffe für Luftverteidigung zum neu aufgestellten Waffensystemunterstützungszentrum in Landsberg
2006 Obsoleszenzersatz des veralteten ADMAR durch CIMACT
Januar 2009 Aufstellung „Systemunterstützungszentrum für Führungssysteme der Luftwaffe“ und Aufwuchs des Personalbestands auf circa 100 Dienstposten für hochqualifiziertes Personal
2010 Einrüstung RMCDE[1] und Anschluss an das MilRADNET[2] der Luftwaffe
April 2011 Durchführung des Einsatzbetriebs, nach ca. 3,5 Jahre dauernder Bauzeit, aus dem neuen CRC-Einsatzgebäude der Hachenberg-Kaserne und operationelle Nutzung des FüWES Lw GIADS III
Januar 2014 Einnahme der neuen Struktur gemäß Neuausrichtung der Bundeswehr, Integration von Bestandteilen des Einsatzführungsbereiches 1

Ehemalige Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstgrad, Name Dienstzeit Bemerkung
II. Abteilung Fernmelderegiment 33 (seit 1966)
OTL Friedrich Thüring 09.05.1966 – 30.09.1968 verstorben
OTL Paul Theodor Sommerhoff 01.10.1968 – 31.03.1970
OTL Martin Malmus 01.04.1970 – 31.07.1971
V. Lehrgruppe der Technischen Schule 2 der Luftwaffe (seit 1972)
OTL Dieter Franckenberg 01.08.1971 – 31.03.1975 verstorben
O Hubert Schmitt 01.04.1975 – 30.09.1978 verstorben
O Lorenz Graf Strachwitz 01.10.1978 – 31.03.1980
O Friedhelm-Wilhelm Lübbe 01.04.1980 – 31.03.1982
O Adolf Hennemann 01.04.1982 – 31.03.1985
O Felix Autrata 01.04.1985 – 31.03.1986
O Wolfgang Schwerin 01.04.1986 – 31.03.1991
O Rolf Weckesser 01.04.1991 – 31.03.1993
V. Lehrgruppe der Technischen Schule 1 der Luftwaffe (seit 1994)
O Arnulf Richardt 01.04.1993 – 12.12.1996
O Friedhelm Zwiener 13.12.1996 – 15.01.1999
O Günther Gülzow 01.04.1999 – 31.03.2001
O Wolfgang Kruchem 31.03.2001 – 31.08.2002 verstorben
Einsatzführungsbereich 2 (seit 2004)
O Groh 01.09.2002 – 06.03.2007
O Dieter Beck 07.03.2007 – 31.12.2011
O Martin Krüger 01.01.2012 – 03.12.2014

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. RMCDE steht für: Radar Message Conversion & Distribution Equipment und ist ein Netzknoten auf Applikationsprotokollebene für die Konvertierung, Filterung und Verteilung von Radardaten in einem Radardatennetz der zivilen Flugsicherung.
  2. MilRADNET steht für: Militärisches Radardatennetzwerk.

Koordinaten: 50° 59′ 33″ N, 8° 14′ 21,9″ O