Einschaltung (Zeitrechnung)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Einschaltung oder Interkalation in der Zeitrechnung (von lat. intercalatio „Zwischenschaltung“ oder „Einschiebung“) ist der Einschub einer bestimmten Zeiteinheit (Sekunde, Minute, Stunde, Tag, Woche, Monat, Jahr) in ein gegebenes Kalender-Zeitrechnungssystem wie Sonnenkalender oder Mondkalender, um es beobachtbaren beziehungsweise messbaren Phasen der Gestirne anzupassen.

Bereits der römische Kalender – ursprünglich ein 10-monatiger Lunarkalender – arbeitete mit Schaltzeitspannen, die dies intercalaris (Schalttag), mens intercalaris (Schaltmonat) und annus intercalaris (Schaltjahr) genannt wurden.

Ein praktisch anwendbarer Kalender muss zur Handhabung eine ganzzahlige Tageszahl aufweisen, den z. B. ein Sonnenjahr mit seinen 365¼ Tagen nicht aufweist. Zur Anpassung der geforderten Ganzzahligkeit des Kalenders (z. B. 365 Tage) und der Exaktheit des Sonnenjahrs mit seiner nichtganzzahligen Tageszahl wird im gregorianischen Kalender alle vier Jahre ein Schalttag eingeschoben, in bestimmten Jahrhundertjahren, die nicht durch 400 teilbar sind wie 1700, 1800, 1900, 2100, dagegen nicht.

Ein anderes Beispiel ist der jüdische Kalender mit seinem Lunisolarjahr – einem Solarjahr mit Mondmonaten. Er berücksichtigt sowohl das Sonnenjahr mit seinen 365¼ Tagen, das keine ganze Zahl lunarer Monate (mit 29½ Tagen) liefert, als auch das Mondjahr. Hier wird z. B. in bestimmten Jahren ein 13. Monat eingeschoben, um den Kalender den Anforderungen eines Mondkalenders anzupassen. Ein gewöhnliches Jahr hat also 12 Monate, ein Schaltjahr hat 13 Monate. Auch die Interkalation toter Tage ist hier eine Möglichkeit.

Siehe auch[Bearbeiten]