Einstein-Teleskop

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Das Einstein-Teleskop (englisch Einstein Telescope) ist ein Konzept für einen zukünftigen Gravitationswellendetektor. Der Aufbau soll dabei existierenden Detektoren wie LIGO ähneln, das Einstein-Teleskop soll als dritte Generation von Gravitationswellendetektoren aber wesentlich genauer werden. Der Detektor kann viele Quellen von Gravitationswellen finden sowie die allgemeine Relativitätstheorie in Systemen mit starken Gravitationsfeldern präziser vermessen.

Das Konzept wurde vor allem im Rahmen des siebten Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Kommission untersucht.

Vergleich mit anderen Detektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gravitationswellen wurden erstmals 2015 von Advanced LIGO nachgewiesen. aLIGO gehört zusammen mit Advanced Virgo und KAGRA zur zweiten Generation von Gravitationswellendetektoren – empfindlich genug, um die stärksten Signale zu sehen, aber noch nicht empfindlich genug für Präzisionsmessungen. Die Genauigkeit ist vor allem durch Rauschen begrenzt, durch seismisches Rauschen sowie durch thermische Bewegung der optischen Elemente. Auch die Laserleistung limitiert die Genauigkeit. Das Einstein-Teleskop soll in all diesen Bereichen besser werden als seine Vorgänger.[1]

Entwurf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einstein-Teleskop soll unterirdisch gebaut werden, mit drei 10 km langen Armen in einem Dreieck, die gleiche Geometrie wie LISA. Jeweils zwei Arme zusammen werden für zwei Interferometer genutzt, insgesamt ergeben sich somit sechs Detektoren. Drei davon werden auf die Messung niedriger Frequenzen (2 bis 40 Hertz) optimiert, drei auf höhere Frequenzen.[2]

Unterirdisch ist das seismische Rauschen geringer als an der Oberfläche. Um das thermische Rauschen zu reduzieren, werden die optischen Elemente der Interferometer für niedrige Frequenzen auf 10 Kelvin gekühlt. Der Hochfrequenz-Teil des Einstein-Teleskops soll eine wesentlich höhere Laserleistung besitzen als seine Vorgänger.[3]

Geplante Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Standort ist die Euregio Maas-Rhein im Gespräch. Aber auch andere Standorte, wie Sardinien und Ungarn, werden in Erwägung gezogen.[4]

Teilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb des European Framework Programms (FP7) nehmen die führenden 8 europäischen Institute der Gravitationswellenforschung, koordiniert durch das European Gravitational Observatory teil:[5]

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Einstein-Teleskop – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefan Hild et al.: Pushing towards the ET sensitivity using ‘conventional’ technology. 24. November 2008, arxiv:0810.0604, bibcode:2008arXiv0810.0604H.
  2. Einstein-Teleskop. Albert-Einstein-Institut Hannover, abgerufen am 11. Juni 2016
  3. Einstein gravitational wave Telescope conceptual design study@1@2Vorlage:Toter Link/tds.ego-gw.it (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Lena Orban: Einstein-Teleskop: Wissenschaftler wollen Gravitationswellen in der Region messen.
  5. ET Design Study Participants (Memento vom 15. August 2016 im Internet Archive) 10. Oktober 2008.