Einwohnerentwicklung von Münster

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Stadtwappen

Dieser Artikel gibt die Einwohnerentwicklung von Münster tabellarisch und graphisch wieder.

Am 31. Dezember 2013 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ von Münster nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 297.980 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).[1]

Die Einwohnerzahl Münsters legte im Vergleich zum Vorjahr um gut 1,0 % zu, so dass am Jahresende 2013 laut Angabe des Amts für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung der Stadt Münster mit 297.980 Einwohner 3048 Einwohner mehr als noch 2012 in Münster gemeldet waren.[1] Die Anzahl der Erstwohnsitze stieg im Jahr 2011 um 4,3 % von 276.981 auf 288.914. Gleichzeitig ging die Anzahl der Zweitwohnsitze um 8,2 % von 8199 auf 7526 zurück, was der im Mai 2011 in Münster eingeführten Zweitwohnsitzsteuer geschuldet ist.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Münster seit 1815

Münster wurde 793 offiziell gegründet, erste Einwohnerzahlen sind ab Anfang des 16. Jahrhunderts nachweisbar. Die Einwohnerzahl der Stadt stieg im Mittelalter und der frühen Neuzeit nur langsam. Durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte ging sie immer wieder zurück.

Während der Herrschaft der Täufer in den 1530er Jahren ging die Bevölkerung von 10.000 Einwohnern auf 3.000 zurück, erreichte jedoch innerhalb von nur 60 Jahren wieder ihren alten Stand. Auch im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) hatte die Stadt Einwohnerverluste hinzunehmen.

Erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1815 erst 15.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 schon 64.000. Als Großstadt gilt Münster, seit es 1915 die Grenze von 100.000 Einwohnern überschritten hatte.

Die Bedeutung Münsters im Ersten Weltkrieg als Garnisonsstadt wird an den Ergebnissen der Volkszählung vom 5. Dezember 1917 deutlich. So wurde eine ortsanwesende Gesamtbevölkerung von 103.059 Personen ermittelt. Darunter waren nach Angaben der Volkswirtschaftlichen Abteilung des Kriegsernährungsamtes 14.953 Militärpersonen und 8000 Kriegsgefangene. Deren Anteil an der Gesamtbevölkerung lag bei 22,3 Prozent. Nicht in der Statistik enthalten sind 169 vorübergehend abwesende Militärpersonen.

Deutlich sichtbar sind die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges. Münsters Innenstadt wurde im Rahmen der Morale-Bombing-Strategie durch alliierte Bombenangriffe zu fast 91 Prozent zerstört, der Zerstörungsgrad im gesamten Stadtgebiet betrug etwa 63 Prozent. Bei den zahlreichen Luftangriffen starben mehr als 1600 Menschen durch direkte Bombeneinwirkung. Insgesamt verlor die Stadt im Verlauf des Krieges 81,6 Prozent ihrer Bewohner (115.164 Personen). Die Bevölkerungszahl sank von 141.059 im Mai 1939 auf 25.895 im April 1945.

Durch die Rückkehr der Evakuierten und den Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten stieg die Bevölkerung der Stadt sehr schnell. 1953 lebten in Münster wieder so viele Menschen wie vor dem Krieg. 1966 wurde bereits die Grenze von 200.000 Einwohnern überschritten. Am 1. Januar 1975 brachte die Eingemeindung zahlreicher Orte aus dem ehemaligen Landkreis Münster einen Gewinn von 62.119 Personen auf 264.546 Einwohner. Ende 2010 stand die Stadt mit 279.803 Einwohnern unter den deutschen Großstädten an 22., innerhalb Nordrhein-Westfalens an zehnter Stelle. Am 31. Dezember 2012 hatte 296.536 Einwohner ihren Wohnsitz in Münster gemeldet.[3] Bis 2025 wird die Einwohnerzahl laut Prognose des Landesamtes auf dann 300.000 anwachsen. Tatsächlich wurde die Marke von 300.000 Einwohnern bereits 2014 überschritten.[4]

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1815 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der Stadtverwaltung (bis 1970) und des Statistischen Landesamtes (ab 1971). Die Angaben beziehen sich ab 1840 auf die „Zollabrechnungsbevölkerung“, ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1840 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Von 1816 bis 1870[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(jeweiliger Gebietsstand)

Datum Einwohner
1. Dezember 1816 ¹ 17.316
1. Dezember 1817 ¹ 17.435
1. Dezember 1825 ¹ 20.837
1. Dezember 1828 ¹ 21.046
3. Dezember 1831 ¹ 21.983
Datum Einwohner
3. Dezember 1840 ¹ 23.365
3. Dezember 1843 ¹ 23.772
3. Dezember 1846 ¹ 24.193
3. Dezember 1849 ¹ 24.664
3. Dezember 1852 ¹ 25.222
Datum Einwohner
3. Dezember 1855 ¹ 26.380
3. Dezember 1858 ¹ 26.332
3. Dezember 1861 ¹ 27.332
3. Dezember 1864 ¹ 27.773
3. Dezember 1867 ¹ 25.453

¹ Volkszählungsergebnis

Von 1871 bis 1944[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(jeweiliger Gebietsstand)

Datum Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 24.821
1. Dezember 1875 ¹ 35.705
1. Dezember 1880 ¹ 40.434
1. Dezember 1885 ¹ 44.060
1. Dezember 1890 ¹ 49.340
2. Dezember 1895 ¹ 57.135
1. Dezember 1900 ¹ 63.754
31. Dezember 1901 65.340
31. Dezember 1902 66.910
31. Dezember 1903 68.410
31. Dezember 1904 79.120
1. Dezember 1905 ¹ 81.468
31. Dezember 1906 82.526
31. Dezember 1907 82.870
31. Dezember 1908 84.936
31. Dezember 1909 86.907
1. Dezember 1910 ¹ 90.254
Datum Einwohner
31. Dezember 1911 92.156
31. Dezember 1912 92.585
31. Dezember 1913 93.554
31. Dezember 1915 97.067
1. Dezember 1916 ¹ 99.465
5. Dezember 1917 ¹ 103.059
8. Oktober 1919 ¹ 100.452
31. Dezember 1919 108.940
31. Dezember 1920 104.605
31. Dezember 1921 105.417
31. Dezember 1922 106.445
31. Dezember 1923 107.555
31. Dezember 1924 107.955
16. Juni 1925 ¹ 106.418
31. Dezember 1925 108.096
31. Dezember 1926 110.459
31. Dezember 1927 113.921
Datum Einwohner
31. Dezember 1928 115.716
31. Dezember 1929 117.851
31. Dezember 1930 120.343
31. Dezember 1931 121.666
31. Dezember 1932 122.988
16. Juni 1933 ¹ 122.210
31. Dezember 1933 125.178
31. Dezember 1934 127.482
31. Dezember 1935 131.748
31. Dezember 1936 135.481
31. Dezember 1937 138.652
31. Dezember 1938 141.000
17. Mai 1939 ¹ 141.059
31. Dezember 1939 142.500
31. Dezember 1940 144.945
31. Dezember 1944 35.700

¹ Volkszählungsergebnis

Quelle: Stadt Münster

Von 1945 bis 1989[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(jeweiliger Gebietsstand)

Datum Einwohner
30. April 1945 25.895
31. Dezember 1945 79.016
29. Oktober 1946 ¹ 86.366
31. Dezember 1947 99.414
31. Dezember 1948 103.600
13. September 1950 ¹ 118.889
31. Dezember 1950 120.376
31. Dezember 1951 129.624
31. Dezember 1952 135.973
31. Dezember 1953 142.970
25. September 1956 ¹ 155.241
31. Dezember 1960 180.117
6. Juni 1961 ¹ 182.721
31. Dezember 1961 184.291
31. Dezember 1962 187.237
Datum Einwohner
31. Dezember 1963 190.676
31. Dezember 1964 194.341
31. Dezember 1965 196.641
31. Dezember 1966 200.376
31. Dezember 1967 202.381
31. Dezember 1968 203.110
31. Dezember 1969 204.716
27. Mai 1970 ¹ 198.371
31. Dezember 1970 198.878
31. Dezember 1971 198.470
31. Dezember 1972 200.180
31. Dezember 1973 199.748
31. Dezember 1974 200.448
31. Dezember 1975 ² 264.546
31. Dezember 1976 266.083
Datum Einwohner
31. Dezember 1977 267.182
31. Dezember 1978 267.056
31. Dezember 1979 267.478
31. Dezember 1980 269.696
31. Dezember 1981 271.810
31. Dezember 1982 272.918
31. Dezember 1983 273.453
31. Dezember 1984 272.626
31. Dezember 1985 270.102
31. Dezember 1986 267.628
25. Mai 1987 ¹ 246.186
31. Dezember 1987 246.339
31. Dezember 1988 248.919
31. Dezember 1989 253.123

¹ Volkszählungsergebnis
² Gemeindereform in Nordrhein-Westfalen zum 1. Januar 1975

Quellen: Stadt Münster (bis 1970), Landesbetrieb Information und Technik NRW (ab 1971)

Ab 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(jeweiliger Gebietsstand)

Datum Einwohner
31. Dezember 1990 259.438
31. Dezember 1991 264.181
31. Dezember 1992 267.072
31. Dezember 1993 267.367
31. Dezember 1994 264.887
31. Dezember 1995 265.061
31. Dezember 1996 265.748
31. Dezember 1997 265.138
31. Dezember 1998 264.489
Datum Einwohner
31. Dezember 1999 264.670
31. Dezember 2000 265.609
31. Dezember 2001 267.197
31. Dezember 2002 268.945
31. Dezember 2003 269.579
31. Dezember 2004 270.038
31. Dezember 2005 270.868
31. Dezember 2006 272.106
31. Dezember 2007 272.951
Datum Einwohner
31. Dezember 2008 273.875
31. Dezember 2009 275.543
31. Dezember 2010 279.803
31. Dezember 2011[5] 293.393
31. Dezember 2011 291.754
31. Dezember 2012 294.932
31. Dezember 2013 297.980
31. Dezember 2014
31. Dezember 2015[6] 305.235

Quelle: Landesbetrieb Information und Technik NRW

Bevölkerungsprognose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihrem 2006 publizierten „Wegweiser Demographischer Wandel 2020“, in dem die Bertelsmann-Stiftung Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl von 2.959 Kommunen in Deutschland liefert, wird für Münster ein Anstieg der Bevölkerung zwischen 2003 und 2020 um 0,9 Prozent (2.543 Personen) vorausgesagt.

Absolute Bevölkerungsentwicklung 2012–2030 – Prognose für Münster (Hauptwohnsitze)[7]
Jahr Einwohner
2012 296.590
2020 319.330
2025 326.170
2030 330.140

Quelle: Bertelsmann-Stiftung

Die Statistik der Stadt Münster gibt für den April 2011 eine Bevölkerung von 287.357 Menschen am Ort der Hauptwohnung aus, die Prognose weicht demzufolge auch in der aktuelleren Fassung erheblich von der tatsächlichen Entwicklung ab. Lt. "Zensus 2011" beträgt die Einwohnerzahl 2011 in Münster nochmals abweichend eine (höhere) Zahl von 293.393.

Nochmals abweichend nennen die Westfälischen Nachrichten eine Einwohnerzahl für 2011 von 289.576 und in den WP-Basisdaten wird für 2012 eine Einwohnerzahl von 296.599 genannt. Da ist innerhalb eines Jahres ebenfalls eine signifikante Steigerung um 7.023 Einwohner zu konstatieren. Diese doch divergierenden Einwohnerzahlen sind wohl im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass Münster Universitätsstadt mit vielen Studenten ist, was eine präzise Berechnung, aber auch Prognose deutlich erschwert. (s. die aktualisierte Bertelsmann-Prognose nennt beispielsweise für 2015, also in knapp zwei Jahren, "nur" 279.750 Einwohner).

Im März 2016 veröffentlichte die Deutsche Postbank AG eine unter Leitung von Michael Bräuninger, Professor an der Helmut-Schmidt-Universität, durchgeführte Studie unter dem Titel Wohnatlas 2016 – Leben in der Stadt, in der für 36 deutsche Großstädte auch eine Bevölkerungsprognose für das Jahr 2030 durchgeführt wird. Sie berücksichtigt auch explizit den Zuzug im Rahmen der Flüchtlingskrise in Deutschland ab 2015. Für Münster wird darin von 2015 bis 2030 trotz Flüchtlingszuzug ein Bevölkerungsrückgang von 3,66 % vorhergesagt.[8]

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der amtlichen Statistik als Ausländer nicht erfasst werden eingebürgerte Personen und als Deutsche in Deutschland geborene Kinder ausländischer Abstammung. Sehr wohl sind ausländische Studenten in der Statistik enthalten.[9] Am 31. Dezember 2015 lebten in Münster 27.147 Menschen aus 182 Ländern, 1995 waren es 157 verschiedene Nationen.[9]

Ausländische wohnberechtigte Bevölkerung in Münster
(Stand: 31. Dezember 2015)[9]

Am 31. Dezember 2015 lebten 27.147 Ausländer in Münster, von denen die meisten Ausländer aus Polen (2249), Syrien (2022), Serbien (1925), Türkei (1758), Portugal (1641), Italien (1042) sowie der Russischen Föderation (955) stammten.[9]

Die Verteilung der Herkunft der größten Gruppen der melderechtlich in Münster registrierten Ausländer hat sich in den letzten Jahren verschoben. Bei den meisten Herkunftsländern aus der EU ist die Bevölkerungszahl in Münster rückläufig, Ausnahmen bilden hierbei Polen und Italien.

Herkunftsland Einwohner im Jahr 1995 Einwohner im Jahr 2003 Einwohner im Jahr 2006 Einwohner im Jahr 2015
Belgien 75
Bulgarien 521
China 425
Dänemark 44
Estland 24
Finnland 64
Frankreich 453 430
Griechenland 303
Großbritannien 930 831 727
Irak 301
Iran 1100 531
Irland 43
Italien 894 777 1042
Jugoslawien 1975
Kroatien 401
Lettland 183 524
Litauen 115
Luxemburg 22
Malta 0
Marokko 386
Niederlande 622 527
Polen 879 1353 1608 2249
Portugal 1740 1872 1765 1641
Russische Föderation 955
Russland 742
Schweden 78
Serbien 2225 1925
Slowakei 43
Slowenien 28
Spanien 625 599
Südkorea 361
Syrien 150 2022
Tschechien 54
Türkei 2292 2091 1758
Ukraine 497
Ungarn 102
USA 304
Zypern 10
Österreich 299

Quellen: 1995[9], 2003[10], 2006[11], 2015[9]

Bevölkerungsstruktur Einwohner
Einwohner mit Hauptwohnsitz 272.106
  davon männlich 127.508
  weiblich 144.598
Deutsche 252.538
  davon männlich 118.652
  weiblich 133.886
Ausländer 19.568
  davon männlich 8.856
  weiblich 10.712

Quelle: Landesbetrieb Information und Technik NRW (Stand: 31. Dezember 2006)

Der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung Münsters ist mit unter zehn Prozent im Vergleich mit anderen ähnlich großen deutschen Städten vergleichsweise gering.[9]

Datum Ausländeranteil in Prozent
2003 9
31. Dezember 2006 7,2
31. Dezember 2015 8,9

Quellen: 2003[12], 2006[13], 2015[9]

Nach Alter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der fast 48.000 Studenten innerhalb der Münsteraner Bevölkerung liegt der Altersdurchschnitt zeitweise knapp unter dem Bundesdurchschnitt von 40 Jahren. Im Jahr 2007 lag der Altersdurchschnitt der wohnberechtigten Bevölkerung bei 40,2 Jahren.[14] Die Lebenserwartung liegt in Münster für Männer bei 79,5 Jahren, für Frauen bei 84,3 Jahren.[15] Dies ist eine der höchsten Lebenserwartungen innerhalb aller deutschen Städte.[15]

Die folgende Übersicht zeigt die Altersstruktur vom 31. Dezember 2014 (Hauptwohnsitze).

Alter von – bis Einwohnerzahl Anteil in Prozent
0 – 9 24.946 8,3
10 – 19 27.120 9,0
20 – 29 59.674 19,7
30 – 39 43.582 14,4
40 – 49 40.752 13,5
50 – 59 40.260 13,3
60 – 69 26.494 8,8
70 – 79 24.173 8,0
80 – 89 12.518 4,1
90 und mehr 2.659 0,9
Gesamt 302.178 100,0

Quelle: Landesbetrieb Information und Technik NRW[16]

Entwicklung der Einwohnerzahlen von Einwohnern über 65 Jahren
(Quelle: Landesbetrieb Information und Technik NRW)[17]
Wanderungsbewegung von Einwohnern über 65 Jahren
(Quelle: Landesbetrieb Information und Technik NRW)[17]

Zwischen 1994 und 2014 stieg die Zahl der Einwohner über 65 Jahren von 39.800 auf 51.313.[17] In erster Linie ist diese Entwicklung auf die Alterung der Bevölkerung zurückzuführen, wobei Umzüge lediglich eine untergeordnete Rolle spielten, wenngleich zu beobachten ist, dass Senioren ihre Wohnsitze aus deutschen Großstädte zunehmend in ländlichere Gegenden verlegen.[17] Dabei ist die Abwanderung im Alter in solchen Städten am höchsten, in denen die Mieten besonders hoch sind.[17] Bei diesem Trend belegt Münster im Jahr 2016 bundesweit den 20. Platz.[17] Im gesamten Bundesgebiet verließen zwischen 2005 und 2014 rund 366.000 Einwohner ab 65 Jahren die 20 größten deutsche Städte, während etwa 246.000 Zuzüge von Personen gleicher Altersgruppe zu verzeichnen waren, was einen Wanderungsverlust von rund 120.000 Senioren darstellt.[17] In Münster kam es im Jahr 2014 zu 503 Zuzügen von Einwohner über 65 Jahren, während 571 Fortzüge vermeldet wurden.[17] Zuletzt wurden im Jahr 2012 in Münster mehr Zuzüge als Fortzüge von Senioren gezählt.[17]

Nach Geschlecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2012 zählte die Stadt Münster 47,6 Prozent männliche und 52,4 Prozent weibliche Einwohner.[3][18]

Wanderungsbewegungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wanderungsbewegung von Einwohnern zwischen 1975 und 2005
(Quelle: Stadt Münster)

Die folgende Übersicht zeigt die Wanderungsbewegungen der wohnberechtigen Bevölkerung, also inklusive aller Studenten, die ihren Nebenwohnsitz in Münster haben.

Jahr Zuzüge Fortzüge Wanderungssaldo
1975 16.469 14.424 +2.045
1980 17.312 15.214 +2.098
1985 14.694 17.331 -2.637
1990 19.188 16.543 +2.645
1995 18.559 17.463 +1.096
2000 18.537 19.195 -658
2001 18.789 19.808 -1.019
2002 19.133 18.543 +590
2003 20.835 19.335 +1.500
2004 18.350 19.599 -1.249
2005 17.632 18.971 -1.339

Quelle: Stadt Münster

Stadtbezirke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufteilung der Stadt Münster in Stadtbezirke – die jeweils dunklen Teile kennzeichnen die bebauten Teile des Stadtgebietes

Das Stadtgebiet Münsters besteht aus sechs Stadtbezirken. Gemäß der Hauptsatzung gliedern sich die einzelnen Stadtbezirke weiter auf in Wohnbereiche.

Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf den 31. Dezember 2011 (Haupt- und Nebenwohnsitze).

Name Fläche
in km²
Einwohner-
zahl
Einwohner
je km²
Ausländer
in %
Hiltrup 69,76 37.399 536 7,8
Mitte 23,92 122.432 5.118 6,4
Nord 36,10 28.851 800 12,9
Ost 54,17 21.430 396 4,4
Südost 36,05 27.516 762 6,6
West 82,96 58.812 709 8,6
Münster 302,95 296.440 979 7,5

Quelle: Stadt Münster[19]

Beschäftigungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß der Statistik der Bundesagentur für Arbeit waren Ende Dezember 2005 insgesamt 12.123 Menschen in Münster ohne Arbeit. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,5 %. Demgegenüber stehen laut dem Quartalsbericht der Stadt Münster für das 1. Quartal 2005 als letzte verfügbare Angabe vom September 2004 128.962 Erwerbstätige. Münster ist eine klassische Pendlerstadt, insgesamt pendeln gut 60.000 Menschen ein, dem gegenüber stehen 20.000 Auspendler.

Die nachfolgenden Tabelle zeigt die Aufteilung sozialversicherungspflichtig beschäftigter Arbeitnehmer pro Wirtschaftsgruppe am 31. Dezember 2003:

Wirtschaftsabteilung, Wirtschaftsgruppe Arbeitnehmer
Anzahl in %
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
Bergbau, Gewinnung von Steinen und Erden
Verarbeitendes Gewerbe
Energie- und Wasserversorgung
Baugewerbe
Handel
Gastgewerbe
Verkehr und Nachrichtenübermittlung
Kredit- und Versicherungsgewerbe
Grundstückswesen, Vermietung, Dienstleistungen für Unternehmen
Öffentliche Verwaltung o.ä.
Öffentliche und private Dienstleistungen (ohne öffentliche Verwaltung)
1.285
394
15.857
1.522
4.521
18.898
3.677
4.020
11.046
22.633
12.516
31.994
1,0
0,3
12,4
1,2
3,5
14,7
2,9
3,1
8,6
17,6
9,8
24,9
Insgesamt 128.363 100,0

Quelle: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen

Bildung und Weiterbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen (Schuljahr 2011/2012) Schüler/-innen
50 Grundschulen 9.462
7 Hauptschulen 1.982
11 Förderschulen 1.818
9 Realschulen 4.433
14 Gymnasien 13.451
1 Gesamtschule 1.515
1 Freie Waldorfschule 277
1 HEBO Privatschule 45
1 Helen-Keller-Schule 140
1 Hugo de Groot-Schule 27
Berufskollegs (Schuljahr 2011/2012) Schüler/-innen
Insgesamt 19.748
Hochschulen (Wintersemester 2010/2011) Studierende
Insgesamt 46.709
davon Westfälische Wilhelms-Universität 37.197
Kunstakademie 303
Fachhochschule (FH) in Münster 6.291
FH des Bundes für öffentliche Verwaltung (Finanzen) 909
FH für öffentliche Verwaltung NW 906
Katholische FH Nordrhein-Westfalen 780
Philosophisch-Theologische Hochschule 59
Deutsche Hochschule der Polizei 264
Weiterbildung (2011)
Volkshochschule: Veranstaltungen 1.983
mit Teilnehmer/innen 23.106
Abendgymnasium, -realschule, Overberg-Kolleg & Schüler/-innen
Pädagogisches Zentrum bei der Justizvollzugsanstalt 1.156
Öffentliche Büchereien (2011) Ausleihen
Stadtbücherei 1.866.622
34 katholische Büchereien 506.259
4 evangelische Büchereien 22.320
Westdeutsche Blindenhörbücherei 50.625

Quelle: Stadt Münster – Jahres-Statistik 2014 (2011/12 enthalten)[20]

Finanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl in Münster pro Einwohner im Durchschnitt 731 Euro gemeindliche Steuern eingenommen werden und dieser Wert bezogen auf die Bundesrepublik Deutschland mit einem Bundesdurchschnitt von 494 Euro im oberen Drittel liegt, ist in folgender Tabelle deutlich die zunehmende Verschuldung der Stadt sichtbar.[11]

Jahr Schulden
in 1000 €
Zins- und Tilgungsleistungen
in 1000 €
1990 176.624 20.354
1997 349.743 31.604
1998 379.829 34.950
1999 401.623 37.017
2000 437.530 40.081
2001 493.687 39.162
2002 561.169 42.624
2003 606.620 44.082
2004 657.352 46.223
2005 693.557 47.603
2006 698.931 47.566
2007 764.054
2008 775.669
2009 799.770
2010 876.564
2011 866.519

Quelle: Stadt Münster

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kaiserliches Statistisches Amt (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich. 1880–1918
  • Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich. 1919–1941/42
  • Deutscher Städtetag (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch Deutscher Gemeinden. 1890 ff.
  • Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland. 1952 ff.
  • Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Wegweiser Demographischer Wandel 2020. Analysen und Handlungskonzepte für Städte und Gemeinden. Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2006, ISBN 3-89204-875-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b IT.NRW: Amtliche Bevölkerungszahlen, abgerufen am 3. April 2016
  2. Westfälische Nachrichten: Einwohnerzahl geht auf die 300.000-Marke zu: Münster wächst weiter, Münster, 6. Februar 2012
  3. a b Westfälische Nachrichten: 300 000 Einwohner rücken langsam näher: Stadt Münster wächst nur im Promill-Bereich, Münster, 22. Februar 2013
    Westfälische Nachrichten: 300 000 Einwohner rücken näher: Am 31. Dezember lebten 296 536 Menschen in Münster / Stadt veröffentlicht neue Bevölkerungsstatistik, Münster, 22. Februar 2013
  4. Stadt Münster: Presse- und Informationsamt: Münster knackt die 300 000-Einwohner-Marke, Münster, 10. November 2014
  5. Großstädte (mit mindestens 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern) in Deutschland am 31. Dezember 2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen
  6. Statistiker legen Bevölkerungszahlen für 2015 vor
  7. Bertelsmann-Stiftung: Bevölkerungsprognose
  8. Presseinformation Deutsche Post AG: Postbank Studie "Wohnatlas 2016 – Leben in der Stadt": Wo Bevölkerungswachstum die Preise steigen lässt, veröffentlicht am 3. März 2016, abgerufen am 3. März 2016
  9. a b c d e f g h Westfälische Nachrichten: Münster wird bunter: Fast jeder zehnte Einwohner hat keinen deutschen Pass / Die meisten Ausländer stammen aus Polen, Münsterischer Anzeiger, Münster, Martin Kalitschke, 24. März 2016
  10. EU-Ausländer: Stadt Münster – Amt für Stadt- und Regionalentwicklung, Statistik; Quelle: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik, Ausländerzentralregister, abgerufen am 21. September 2005
  11. a b Stadt Münster: Jahresstatistik 2006 (PDF-Datei; 1,95 MB)
  12. Stadt Münster – Amt für Stadt- und Regionalentwicklung, Statistik; Quelle: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik, Ausländerzentralregister, abgerufen am 21. September 2005
  13. Landesbetrieb Information und Technik NRW (Stand: 31. Dezember 2006)
  14. Stadt Münster: Jahresstatistik 2008 (PDF-Datei; 3,86 MB), S. 57.
  15. a b Westfälische Nachrichten: Hohe Lebenserwartung im Münsterland, Titelseite, Münster, heu, 31. März 2016
  16. Stadt Münster: Jahresstatistik 2014 (PDF-Datei; 3,68 MB), S. 36
  17. a b c d e f g h i Westfälische Nachrichten: Münster einmal nicht spitze: Senioren wandern nicht massenhaft aus, Münster/Senioren, Münster, Günter Benning, 31. März 2016
  18. Münstersche Zeitung: Bevölkerungsstatistik 2012: Gebremstes Wachstum, Münster, 21. Februar 2013
  19. Stadt Münster: Zahlen, Daten, Fakten für Münster, abgerufen am 28. Juni 2012
  20. Stadt Münster: Jahresstatistik 2014 (PDF-Datei; 907,81 kB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]