Eisbergsalat

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Eisbergsalat mit Tomaten
Handelsübliche Form des Eisbergsalats, äußere Blätter entfernt
Aufgeschnittener Salatkopf des Eisbergsalats
Eisbergsalat auf dem Feld

Als Eisbergsalat, auch Eissalat, werden mehrere Sorten des Gartensalats (Lactuca sativa) mit fest geschlossenen Köpfen bezeichnet (Kopfsalat). Sie gehören zusammen mit dem Bataviasalat, einer älteren Form mit nach oben geöffneten Köpfen, zur Crisphead-Gruppe.[1] Die Sprossachse ist stark gestaucht, die Blätter überlappen sich und bilden einen dichten, rundlichen „Kopf“. Verzehrt werden beim Eisbergsalat die inneren Blätter.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die generellen Eigenschaften des Eisbergsalats gleichen denen der anderen Gartensalate: Es sind ein- bis zweijährige Pflanzen mit langer Pfahlwurzel, die zunächst eine grundständige Blatt-Rosette bilden, später erscheint der verzweigte Blütenstand mit zahlreichen gelben Blüten.

Bei der Sortengruppe des Eisbergsalats ist die Sprossachse stark gestaucht, so dass die stängelumfassenden Blätter dicht beieinander sitzen, sich überlappen und einen geschlossenen Kopf bilden. Die Form ist regelmäßig rund, die äußeren Blätter sind nach außen gebogen und dunkelgrün. Die inneren Blätter werden von den äußeren fest umschlossen und können sich nicht mehr entfalten. Sie bleiben hellgrün, fest, knackig und sind runzlig ineinander gefaltet. Mit zunehmendem Wachstum der inneren Blätter kann der Salatkopf platzen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ältere Form mit nach oben geöffneten Köpfen, der Bataviasalat, stammt aus Frankreich, die ersten geschlossenen Eisberg-Köpfe wurden in Nordamerika gezüchtet. Anfang des 20. Jahrhunderts begann sich in den USA die Produktion von Salat zu konzentrieren. Der Anbau erfolgte großflächig im Westen des Landes, von wo er verschickt wurde. Dafür eignete sich am besten der Bataviasalat: Um 1923 lag die Marktführerschaft bei der Batavia-Sorte 'New York'. Die erste geschlossene Eisberg-Sorte war 'Great Lakes'.[2] Hier entstand auch der Name „Eisbergsalat“ (engl. Iceberg-Salad): Weil zum damaligen Zeitpunkt noch keine Kühlwaggons vorhanden waren, wurde der Salat bei der Verschickung auf großen Eisblöcken, auch Eisbergen, gelagert, um auch nach tausenden Zugkilometern noch frisch an der Ostküste anzukommen. Der Salat wird englisch auch Crisphead genannt.

Verwendung[Bearbeiten]

Eisbergsalat wird meistens roh als Salat verzehrt, seltener als gegartes Gemüse.

Bei einer Temperatur von 0 °C und einer relativen Luftfeuchte von 95 bis 98 % beträgt die Lagerzeit zwei bis drei Wochen.[3]

100 g Eisbergsalat haben einen Brennwert von 60,7 kJ (14,5 kCal) und enthalten:[4]

Bestandteil Menge
Wasser 95 %
Proteine 1,05 g
Kohlenhydrate 2,4 g
Fette 0,16 g
Ballaststoffe 0,51 g
Natrium 7 mg
Magnesium 11 mg
Phosphor 26 mg
Kalium 166 mg
Kalzium 22 mg
Eisen 1,5 mg
Vitamin A 470 IE
Vitamin C 7 mg
Vitamin B1 0.06 mg
Vitamin B2 0,07 mg
Niacin 0,3 mg

Literatur[Bearbeiten]

  •  Vincent E. Rubatzky, Mas Yamaguchi: World Vegetables: principles, production and nutritive values. 2. Auflage. Aspen Publishers, Gaithersburg 1999, ISBN 0-8342-1687-6, S. 334–347.
  •  Edward J. Ryder: The New Salad Crop Revolution. In: J. Janick, A. Whipkey (Hrsg.): Trends in new crops and new uses. ASHS Press, 2002, S. 408–412 (http://www.hort.purdue.edu/newcrop/ncnu02/v5-408.html).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. P. Hanelt & IPK (Hrsg.): Mansfeld's Encyclopedia of Agricultural and Horticultural Crops (online)
  2. E. J. Ryder (2002): The New Salad Crop Revolution. In: J. Janick, A. Whipkey (Hrsg.): Trends in new crops and new uses. ASHS Press. S. 408–412.
  3.  Vincent E. Rubatzky, Mas Yamaguchi: World Vegetables: principles, production and nutritive values. 2. Auflage. Aspen Publishers, Gaithersburg 1999, S. 821.
  4.  Vincent E. Rubatzky, Mas Yamaguchi: World Vegetables: principles, production and nutritive values. 2. Auflage. Aspen Publishers, Gaithersburg 1999, S. 806.