Eisenbach (Taunus)

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Eisenbach
Wappen von Eisenbach
Koordinaten: 50° 20′ 35″ N, 8° 15′ 22″ O
Höhe: 200 m ü. NHN
Fläche: 12,31 km²[1]
Einwohner: 2951 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 240 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 65618
Vorwahl: 06483

Eisenbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Selters (Taunus) im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg und ist heute Luftkurort.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbach liegt in dem waldreichen Tal des gleichnamigen Wasserlaufs nördlich des Taunushauptkamms, im östlichen Hintertaunus, etwa 15 Kilometer südöstlich von Limburg und fünf Kilometer nördlich von Bad Camberg.

Die Gemarkung grenzt im Norden an Münster und folgend im Uhrzeigersinn an Haintchen, Hasselbach (und damit an den Hochtaunuskreis), Erbach, Oberselters, Niederselters und Oberbrechen. Insbesondere im Süden und Osten ist sie von großen Waldgebieten bedeckt. Von rund 200 Metern Höhe am Eisenbach erstreckt sich die Ortslage bis auf 230 Meter Höhe. Am Ostrand der Gemarkung werden bis zu 450 Meter erreicht.

Eisenbach ist nach Niederselters der zweitgrößte Ortsteil der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbach wurde im Jahr 1234 vom Grafen von Nassau-Diez an Nassau-Weilnau abgetreten, dadurch erhielt der Ort ein Schultheißengericht. 1326 kam Eisenbach an die Herrschaft Reinberg-Eichelbach. 1405 kam die Hälfte an Nassau-Saarbrücken und 1427 an das Kurfürstentum Trier. 1618 fiel die andere Hälfte an Nassau-Diez zurück und wurde im Jahr 1648 zwischen den Herren von Hattstein und Metternich geteilt. 1664 bis 1754 gehörte dieser Anteil den Freiherren von Hohenfeld, die in Camberg ansässig waren, danach waren es die Freiherren von Schütz zu Holzhausen. 1803 wurde das gesamte Gebiet Teil von Nassau-Weilburg, das 1806 in das Herzogtum Nassau aufging. Bis ins 16. Jahrhundert war die Pfarrei St. Petrus auch für das größere Niederselters zuständig.

Im Wormser Dom existiert ein aufwändiges Epitaph des Domdekans Franz Carl Friedrich von Hohenfeld (1696–1757) das diesen, laut Grabinschrift, als Mit-Herrn in Eisenbach ausweist.

Im Jahr 1867 wurde das Dorf Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau und dem Untertaunuskreis zugeteilt. 1886 wurde der Kreis Limburg gebildet, dem nun Eisenbach angehörte.

Die Eisenvorkommen, die dem Ort seinen Namen gaben, wurden bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts abgebaut. Neben Landwirtschaft und einem kleinen Weinanbau im Mittelalter waren im 19. Jahrhundert vor allem Baugewerke in Eisenbach vertreten.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Eisenbach zum 1. Juli 1974 mit drei weiteren bis dahin selbstständigen Gemeinde zur neuen Gemeinde „Selters (Taunus)“ zusammengeschlossen.[2]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Eisenbach lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[3][4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1970
Jahr  Einwohner
1834
  
1.006
1840
  
1.131
1846
  
1.185
1852
  
1.254
1858
  
1.235
1864
  
1.253
1871
  
1.177
1875
  
1.324
1885
  
1.281
1895
  
1.242
1905
  
1.177
1910
  
1.208
1925
  
1.351
1939
  
1.233
1946
  
1.594
1950
  
1.579
1956
  
1.722
1961
  
1.660
1967
  
1.825
1970
  
1.933
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [3]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[3]

• 1885: 14 evangelische (= 1,09 %), 1262 katholische (= 98,52 %) und 5 (= 0,39 %) jüdische Einwohner
• 1961: 123 evangelische (= 7,41 %), 1533 römisch-katholische (= 92,35 %) Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Eisenbach gibt es einen Ortsbeirat der aus sieben Mitgliedern besteht und einen Ortsvorsteher stellt. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2016 ist der Ortsvorsteher Lothar Siegmund.[5][6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Ortsebene bestehen die Vereine „Helfende Hände“ e. V., Brieftaubenverein 07076 „Taunusblick“, Club der Theaterfreunde e. V. 1925, Naturschutzbund Deutschland NABU-Ortsgruppe Eisenbach 1988, Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg Eisenbach, Eisenbacher Musikanten, die Freiwillige Feuerwehr Eisenbach e. V., gegr. 1905 (einschl. Jugendfeuerwehr, gegr. 2. Juni 1973), Gemeinschaft der Eisenbacher Ortsvereine, Kaninchenzüchterverein H 133 Eisenbach e. V., Katholische Junge Gemeinde, Kegelsportverein Eisenbach, Kinderschola (Förderverein) „St. Petrus“ Eisenbach, Kirchenchor „Cäcilia“ Eisenbach, Kleintierzuchtverein von 1975 Eisenbach e. V., Männergesangverein 1866 e. V. „Liederkranz“, Schützenverein „Roland“ e. V. 1927, Tischtennis-Club Eisenbach 1950 e. V., Turnverein „Frisch Auf“ e. V. 1895, TuS Eisenbach 1923 e. V., VdK Ortsgruppe Eisenbach, Vereinigung von Läufern und Gehern (VLG) 1969 e.V. und Verschönerungsgemeinschaft 1958 e. V.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährlich am letzten Septemberwochenende beginnt das Eisenbacher Kirchweihfest, die „Kerb“, freitags mit einem Feuerwerk. Danach wird bis montags in der Festhalle gefeiert.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Petrus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachhaltig geprägt wird das Ortsbild vom Turm der katholischen Pfarrkirche St. Petrus, die in den Jahren 1896/98 nach Plänen des Architekten Jakob Fachinger im Stil der Neuromanik errichtet wurde. Der damalige Pfarrer Clemens Langenhof hatte den Kirchenbau entschieden vorangetrieben.

Hof zu Hausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Eisenbacher Gemarkung liegt der Hof zu Hausen. An dem Ort muss es spätestens 1275 einen Hof gegeben haben, den das Kloster Gnadenthal in diesem Jahr von der Familie von Velden kaufte. Vorbesitzer soll ein Ritter Hartrad von Merenberg gewesen sein. Es folgten weitere Käufe, Erbschaften und Schenkungen, aus denen ein großer Gutshof entstand. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde er in ein Frauenstift umgewandelt, fiel aber bald an das Haus Nassau-Diez, das den aus österreichischem Adel stammenden und in Camberg residierenden Amtmann Achatius Freiherr von Hohenfeld damit belehnte. Schnell ging der Hof jedoch in seinen vererbbaren Besitz über. Um 1770 gab es Auseinandersetzungen zwischen Oranien-Nassau und Kurtrier um die Anlage. Ab 1822 befand er sich im Besitz des nassauischen Feldherrn August von Kruse. Heute gehört der Hof dem Haus Plettenberg.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Eisenbach, gegr. 1905 (seit 2. Juni 1973 mit ihrer Jugendfeuerwehr), sorgt für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe. Im Ort besteht der Katholische Kindergarten in der Schulstraße.

Freizeitmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es bestehen ein Sportplatz, ein Schützenhaus, Kinderspielplätze und Wander- und Radwege.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Selters (Taunus) im Überblick: Einwohnerzahlen HW, abgerufen am 3. Januar 2019.
  2. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Limburg und des Oberlahnkreises. (GVBl. II 330-25) vom 12. März 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 5, S. 101, § 8 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 809 kB]).
  3. a b c Eisenbach, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Gemeinde Selzers: Ortsbeiräte, abgerufen im Februar 2017.
  6. Internetauftritt des Ortsbeirates von Eisenbach/Taunus