Eisenbahnbrücke Bogen

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Koordinaten: 48° 54′ 14″ N, 12° 40′ 46″ O

Eisenbahnbrücke Bogen
Eisenbahnbrücke Bogen
Blick auf die Eisenbahnbrücke Bogen
Nutzung Eisenbahnbrücke
Überführt Bahnstrecke Straubing–Bogen
Querung von Donau bei km 2311,27

und Bogener Altarm

Ort Aiterhofen, Bogen
Unterhalten durch Deutsche Bahn AG
Konstruktion Stahlfachwerk
Gesamtlänge 547 Meter
Längste Stützweite 60
Durchfahrtshöhe 5.0
Eröffnung 1895
Lage
Eisenbahnbrücke Bogen (Bayern)
Eisenbahnbrücke Bogen

Die Eisenbahnbrücke Bogen überführt die eingleisige Bahnstrecke Straubing–Bogen nahe der Stadt Bogen bei Kilometer 2311,27[1] über die Donau und deren Altarm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie wurde errichtet als Teil der ehemaligen Bahnstrecke Straubing–Miltach und am 9. Dezember 1895 im Rahmen der Eröffnung des Bahnverkehrs zwischen Straubing und Bogen in Betrieb genommen. Am 16. April 1945 wurde sie durch Bombenabwürfe[2] unpassierbar und am 26. April 1945 gesprengt. Im Sommer 1945 begannen erste Arbeiten zum Wiederaufbau der Brücke. Nach Fertigstellung im Juni 1946 begann der erneute Fahrbetrieb am 1. Juli 1946. 60 Jahre später erforderte der schlechte Zustand der Brücke umfangreiche Reparaturarbeiten. Dazu wurde die Brücke vom 16. Februar 2006 bis zum 7. August 2006 für den Bahnverkehr gesperrt. Seitdem wird die Brücke wieder von Triebwagen der Gäubodenbahn befahren. Schwere Triebfahrzeuge sind hingegen nicht zugelassen. Seit dieser Zeit darf auch der Dampfzug, der vorher zum Bahnhofsfest Bogen jährlich Sonderfahrten zwischen Bogen und Straubing geleistet hatte, nicht mehr verkehren.[3]

Eine routinemäßige Untersuchung der Tragfähigkeit wurde 2016 durchgeführt. Aufgrund ihres Zustandes und der zu niedrigen Durchfahrtshöhe ist ein Neubau oder ersatzloser Abriss im Zuge des Donauausbaus in der Diskussion. Letzterem steht jedoch die Verpflichtung des Infrastrukturbetreibers, der DB Netz, entgegen, bis mindestens Dezember 2024 die Bahnstrecke Straubing – Bogen betriebsbereit zu halten. Bis mindestens zu diesem Zeitpunkt besteht durch die Bestellung von Nahverkehrszügen durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft somit Verkehr über die Brücke.[4] Eine Einstellung der Bahnverbindung nach Bogen hätte schwerwiegende Konsequenzen für Pendler und Schüler, letztere kommen aus dem gesamten Landkreis Straubing-Bogen nach Bogen, da dort einige der wenigen weiterführenden Schulen sind.

Auf der Brücke gilt in beiden Fahrtrichtungen eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Sie ist mit Beleuchtungseinrichtungen und Radarrückstrahlern ausgestattet, um Schiffe auf der Donau vor der niedrigen Durchfahrtshöhe zu warnen.

Immer wieder geschieht es, dass Schiffe mit der Brücke kollidieren, meistens bei hohem Wasserstand.[5] Der letzte Unfall ereignete sich am 22. Januar 2018, als ein rumänisches Frachtschiff mit dem Führerhaus an der Brücke hängenblieb, da der Kapitän es nicht abgesenkt hatte, wie es der verringerte Tiefgang nach dem Entladen im wenige hundert Meter entfernten Hafen Straubing-Sand erfordert hätte. An der Brücke wurde aber nur ein Radarrückstrahler beschädigt, eine Sperrung der Brücke war nicht notwendig.[6]

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit allen Flutbrücken zusammen besteht die Brücke aus 20 Brückenfeldern und hat eine Gesamtlänge von 547 Meter.
Die Strombrücke über die Donau ist aus drei Feldern als parallelgurtige Stahlfachwerkbrücke ausgeführt mit einspuriger Fahrbahn durch die Träger. Das mittlere Feld weist mit 60 Metern eine größere Stützweite auf als die beiden angrenzenden Felder. Durch das 60-m-Feld erfolgt auch der Durchlass für den Schiffsverkehr, sowohl für Berg- als auch Talfahrten, bei einer Durchlassbreite von 43,95 Metern und einer aktuellen Durchfahrtshöhe von 5,0 Meter bezogen auf HSW[7], bedingt durch die auf 320,07 m ü. NN liegende Konstruktionsunterkante der Brücke. Durch geplante Flussbaumaßnahmen soll sich die Durchfahrtshöhe auf 4,72 Meter ändern.[8] Die südliche Vorlandbrücke ist eine Stahlbalkenbrücke mit zwei Feldern. In der nördlichen Vorlandbrücke bestehend aus zwölf Stahlbalkenfeldern ist mittig noch die Brücke über das Altwasser integriert, die aus einer Stahlfachwerkbalkenbrücke mit drei Feldern besteht.
Um eine ausreichende Durchfahrtshöhe für den Schiffsverkehr zu erreichen, wurden an beiden Ufern Auffahrtsrampen angelegt. Gut zu erkennen ist die südliche Rampe, die nach dem Haltepunkt Sand beginnt. Der südliche Teil der gesamten Brückenanlage inklusive der Strombrücke liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Aiterhofen. Der nördliche Abschnitt liegt im Bereich der Stadt Bogen.

Strombrücke über die Donau

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eisenbahnbrücke Bogen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnbrücke Bogen. (JPG) In: WMS Inland ENCs. Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, archiviert vom Original am 8. August 2014; abgerufen am 8. August 2014.
  2. Matthias Kutzner: Kriegsende und Militärregierung. Bericht zum Vortrag "Der große Umbruch in der Region Straubing-Bogen" von Helmut Erwert. Arbeitskreis Heimatgeschichte Mitterfels e. V., 22. März 2011, abgerufen am 30. April 2013.
  3. Drehscheibe Online Foren :: 04 - Historische Bahn :: als die 86er zum Wallfahrten ging... In: www.drehscheibe-online.de. Abgerufen am 15. Mai 2016 (Siehe letzter Absatz).
  4. Straubinger Tagblatt:„Donauausbau wirft Fragen auf: Hat die Bahnbrücke bei Bogen noch eine Zukunft?“ (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive), 28. Februar 2015
  5. Wochenblatt Verlagsgruppe GmbH: Bei Bogen: Kreuzfahrtschiff mit 149 Passagieren rammt Eisenbahnbrücke. In: Wochenblatt.de. Abgerufen am 15. Mai 2016.
  6. Erneutes Schiffsunglück auf der Donau. In: idowa.de. 22. Januar 2018, abgerufen am 24. Januar 2018.
  7. Verzeichnis der Brückendurchfahrtshöhen/-breiten im Bezirk der WSD Süd. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, Mai 2013, archiviert vom Original am 27. Dezember 2013; abgerufen am 26. Dezember 2013.
  8. Planfeststellung; Beilage 193a; Bundeswasserstraße Donau; Ausbau der Wasserstraße und Verbesserung des Hochwasserschutzes Straubing–Vilshofen; Teilabschnitt 1: Straubing–Deggendorf. (PDF) Bauwerksverzeichnis. RMD Wasserstraßen GmbH, 20. April 2015, S. 33, abgerufen am 23. Oktober 2016.