Eisenbahngesellschaft Potsdam

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Eisenbahngesellschaft Potsdam mbH (EGP)
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Rechtsform GmbH
Gründung 10. Februar 2005
Sitz Potsdam
Leitung Jörn Enderlein, Lars Gehrke, Mathias Tenisson
Mitarbeiter 130
Umsatz 32,2 Millionen EUR
Branche Eisenbahnverkehrsunternehmen
Website http://www.eg-potsdam.de/ (Güterverkehr)
http://www.hanseatische-eisenbahn.de/ (Personenverkehr)
Stand: 2016 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2016

Die Eisenbahngesellschaft Potsdam mbH (EGP) ist ein Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz in Potsdam. Das Unternehmen verfügt zusätzlich über Niederlassungen in Wittenberge, Ingolstadt, Schönefeld und Braunschweig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EGP wurde am 10. Februar 2005 gegründet. Am 11. April 2005 wurde die „Genehmigung zur Erbringung von Schienenverkehrsdiensten“ für den Schienenpersonen- und -güterverkehr erteilt[1].

Das Unternehmen führte bis zur Aufnahme des Schienenpersonennahverkehrs am 12. Dezember 2010 in Sachsen ausschließlich Güterverkehr durch. Seit dem 10. Februar 2006 verfügt die EGP über die Sicherheitsbescheinigung des Eisenbahnbundesamtes. Diese ist nach der Novellierung des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG) auf Basis von Vorgaben der EU-Kommission für alle Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland vorgeschrieben.

Zum 1. September 2006 hat die EGP die Güterverkehrsaktivitäten der PE Cargo, ein Unternehmen der PE Arriva AG, einschließlich der Belegschaft übernommen.

Am 25. September 2010 wurde die EGP von der ENON GmbH übernommen. Geschäftsführer sind seitdem Thomas Becken und Mathias Tenisson, die Gründer der Prignitzer Eisenbahn GmbH.[2] Zum Jahresbeginn 2012 ist Thomas Becken von seiner Position als Geschäftsführer bei der Eisenbahngesellschaft Potsdam zurückgetreten und wird sich künftig auf die strategischen Belange der Muttergesellschaft ENON GmbH & Co.KG konzentrieren. Seine Aufgaben hat Wolfgang Bacher übernommen, welcher unter anderem acht Jahre lang Geschäftsführer der Netinera Werke (vormals Ostmecklenburgische Bahnwerk GmbH bzw. Arriva Werke Nord GmbH) war.

Die EGP gründete zum Einstieg in den sächsischen Schienenpersonennahverkehr zunächst die „EGP – die Städtebahn GmbH“, die am 19. März 2010 den Zuschlag mit einem Auftragsvolumen von jährlich 1,7 Millionen Zugkilometer für den Betrieb des Dieselnetzes im Raum Dresden zunächst bis Ende 2014 erhielt.[3] Am 8. Oktober 2010 wurde diese Gesellschaft in Städtebahn Sachsen GmbH umbenannt, als mit der NBE Regio GmbH, einer Tochtergesellschaft der Nordbayerischen Eisenbahngesellschaft, ein Partner hinzukam. Ende Mai 2013 verkaufte die EGP ihre Beteiligungen an der Städtebahn Sachsen GmbH und der Städtebahn Service GmbH an die NBE Regio, um sich wieder mehr auf den Schienengüterverkehr zu konzentrieren.[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Güterverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zurzeit bedient die EGP den regionalen Schienengüterverkehr in der Prignitz, wobei Priort als Übergabebahnhof zur Deutschen Bahn dient. Außerdem werden Zementtransporte aus Thüringen und Westfalen in den Berliner Raum (zum Beispiel zum im Bau befindlichen Flughafen Berlin Brandenburg) sowie Ganzzugverkehre mit verschiedenen Güterarten in Norddeutschland durchgeführt. Die im Auftrag von DB Cargo durchgeführte Wagenverteilung im Großraum Schwerin wurde im Dezember 2013 wieder an den Auftraggeber abgegeben.[5] Der EGP stehen für diese Verkehre insgesamt 30 Diesel- und Elektrolokomotiven zur Verfügung.[6] Anfang Januar 2015 wurde in Ingolstadt eine Zweigniederlassung gegründet, die vor allem die Automobil- und Mineralöltransporte in Süddeutschland betreut, wozu zwei Elektrolokomotiven der DB-Baureihe 151 zur Verfügung stehen. Ebenfalls seit Jahresbeginn 2015 werden von Hamburg Transporte im Kombinierten Verkehr zu Terminals in Berlin und Schkopau durchgeführt.[7]

Personenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern betreibt die Hanseatische Eisenbahn GmbH (HANS) – ein Schwesterunternehmen der EGP – den SPNV. Die HANS betreibt Kundencenter in den Bahnhöfen Pritzwalk und Kyritz sowie einen Fahrkartenschalter im Bahnhof Wesenberg.[8]

„Prignitz-Konzept“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 5. Februar 2014 wurde das neue Verkehrskonzept in Kyritz vorgestellt. Dieses sieht eine Fortbestellung im aktuellen Umfang bis Dezember 2015 vor. Die Kosten von 2,5 Mio Euro werden bis dahin vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg getragen. Im Anschluss werden die Kosten zu 75 % vom VBB und zu 25 % von den beteiligten Landkreisen getragen. Für Dezember 2016 ist eine Neuvergabe der Verkehre vorgesehen. Die Vertragslaufzeit soll erneut zwei Jahre betragen. Der VBB-Zuschuss sinkt dann noch einmal um mehr als 50 % auf 1,1 Mio Euro. Ausgeglichen wird der Restbetrag wieder durch die beteiligten Landkreise und durch das Land Brandenburg.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesellschaft setzt Verbrennungslokomotiven der Baureihen LKM V 22 B, LEW V 60 D, 212 (DB) sowie 221 (DB) und BR 218/225 ein. Außerdem hat sie Elektrolokomotiven der Baureihen E 109, 139/140, 151 und BR 182 (Dispolok) sowie Vectron BR 193 in ihrem Bestand. 2010 wurden für den Personenverkehr 15 neue Dieseltriebwagen Typ Desiro angemietet und in Ottendorf-Okrilla gewartet. Für den Personenverkehr in der Prignitz besitzt die EGP zwei Uerdinger Schienenbusse, zwei VT 670, zwei LVT/S, zwei NE 81 sowie einen Regioshuttle RS 1. Für das Neue Netz Altmark werden voraussichtlich 8 VT 640, Alstom Lint 27 von der Transdev Regio übernommen.

Verbrennungslokomotiven
Elektrolokomotiven
Verbrennungstriebwagen

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EGP ist an folgenden Unternehmen zu mehr als 20 % beteiligt:[9]

  • Schienenfahrzeugbau Wittenberge GmbH (Wittenberge), 100 %
  • Waggonservice GmbH (Großräschen), 40 %
  • Hafenentwicklungsgesellschaft Wittenberge mbH (Wittenberge), 20 %
  • Elbe Port Wittenberge GmbH, 60 %

Die Gesellschaft war an folgenden Unternehmen beteiligt:

  • Städtebahn GmbH (Aschaffenburg), 50 % (2010–2013)[4]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genehmigung zur Erbringung von Schienenverkehrsdiensten@1@2Vorlage:Toter Link/ec.europa.eu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 19 kB)
  2. Claudia Bihler: „Die Enon kaufte am Donnerstag die Eisenbahngesellschaft Potsdam“. Märkische Allgemeine, 25. September 2010, abgerufen am 3. September 2011.
  3. Pressemitteilung des VVO vom 19. März 2010 (Memento vom 1. Februar 2014 im Internet Archive) (PDF; 63 kB)
  4. a b EGP verkauft Anteile an der Städtebahn Sachsen GmbH. Eisenbahngesellschaft Potsdam mbH, 4. Juni 2013, archiviert vom Original am 5. November 2013; abgerufen am 4. Juni 2013. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eg-potsdam.de
  5. Detlef Radke: Beiträge von Januar – März 2014; Nachlese zum EGP Abschied in Westmecklenburg. 8. Januar 2014, abgerufen am 19. Januar 2014.
  6. Imagebroschüre Güterverkehr. Eisenbahngesellschaft Potsdam mbH, August 2014, archiviert vom Original am 23. September 2015; abgerufen am 24. Oktober 2014 (PDF). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eg-potsdam.de
  7. Eisenbahngesellschaft Potsdam mbH (EGP). In: Bahn-Report. Band 33, Nr. 194, 1. März 2015, ISSN 0178-4528, S. 31 (Eisenbahngesellschaft Potsdam mbH (EGP) [abgerufen am 8. März 2015]).
  8. Hanseatische Eisenbahn GmbH - Tarif - Kundencenter. Abgerufen am 26. Oktober 2017 (deutsch).
  9. Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2011 bis zum 31.12.2011. (Nicht mehr online verfügbar.) Eisenbahngesellschaft Potsdam mbH, 5. Dezember 2012, ehemals im Original; abgerufen am 27. Mai 2013.@1@2Vorlage:Toter Link/www.bundesanzeiger.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2011 bis zum 31.12.2011. (Nicht mehr online verfügbar.) Städtebahn GmbH, 3. Mai 2013, ehemals im Original; abgerufen am 27. Mai 2013.@1@2Vorlage:Toter Link/www.bundesanzeiger.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eisenbahngesellschaft Potsdam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien