Eisenbahnunfall von Ayyat

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Bei dem Eisenbahnunfall von Ayyat brannte am 20. Februar 2002 nach der Explosion eines Gasbehälters ein Zug der Ägyptischen Staatsbahnen zur Hälfte aus, wobei mindestens 383 Menschen ums Leben kamen und eine unbekannte Zahl darüber hinaus verletzt wurde. Dies war der schwerste Eisenbahnunfall in der Geschichte Ägyptens.

Ausgangslage[Bearbeiten]

Der Zug war mit elf Wagen von Kairo nach Luxor unterwegs, wobei der hintere Teil des Zuges aus Wagen der 3. Klasse bestand. Diese hatten offiziell eine Kapazität für jeweils 150 Passagiere, waren aber überbesetzt. Sie sollen wegen des anstehenden Islamischen Opferfestes zu 100 % überbelegt gewesen sein.[1] Die Fenster der Fahrzeuge waren vergittert.[2]

Unfallhergang[Bearbeiten]

Gegen 2:00 Uhr explodierte im fünften Wagen eine Gasflasche. Da es bei Reisenden in Ägypten üblich ist, sich selbst mit Hilfe von Gasflaschen während der Eisenbahnfahrt Heißgetränke herzustellen, soll es eine solche privat mitgeführte Gasflasche gewesen sein. Nach anderen Quelle soll es eine defekte elektrische Leitung gewesen sein, die den Brand auslöste.[3] Der genaue Ablauf des auslösenden Ereignisses ließ sich im Nachhinein nicht mehr klären. Das Feuer verbreitete sich im Zug durch den Fahrtwind und die offenen Fenster sehr schnell nach hinten. Sofort fiel der Strom und die Beleuchtung im Zug aus.[4] Sieben Wagen brannten völlig aus.[5] Da es weder eine Kommunikationsmöglichkeit zwischen dem Lokomotivführer und dem Zug noch eine funktionierende Notbremse gab, bemerkte der Lokomotivführer nicht sofort nach dem Ausbruch des Feuers, dass der Zug, den er fuhr, in Flammen stand. Erst nach 7 km, im Bahnhof von Al Ayyat, etwa 50 km südlich von Kairo, brachte er ihn zum Stehen.[6]

Folgen[Bearbeiten]

Laut offiziellen Angaben soll es 383 Tote gegeben haben, darunter mindestens auch 44 Reisende, die vom fahrenden Zug abgesprungen waren. Es gab aber keine Möglichkeit, die genaue Zahl der Reisenden in dem Zug zu ermitteln. Angesichts der Überbelegung des Zuges und des Ablaufs des Unfalls erscheint die Zahl der Opfer aber relativ niedrig und es wurde der Verdacht geäußert, es handele sich um eine politische Zahl, um angesichts der Katastrophe die Reputation der ägyptischen Regierung nicht weiter zu beschädigen. Der ägyptische Verkehrsminister Ibrahim El-Demeiri musste im folgenden Monat wegen des Unfalls zurücktreten.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BBC: Stove blamed.
  2. CNN: Survivors.
  3. Kurzschluss forderte 373 Tote. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2002, ISSN 1421-2811, S. 194.
  4. BBC: Stove blamed.
  5. CNN: Horror.
  6. BBC: Stove blamed.

29.62006531.255653Koordinaten: 29° 37′ 12″ N, 31° 15′ 20″ O