Eisenberg (Knüll)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eisenberg
Der Eisenberg aus dem Geisbachtal gesehen

Der Eisenberg aus dem Geisbachtal gesehen

Höhe 635,5 m ü. NHN [1]
Lage zwischen Neuenstein und Kirchheim; Landkreis Hersfeld-Rotenburg, Hessen (Deutschland)
Gebirge Knüllgebirge
Dominanz 33 km → Wüstegarten (Kellerwald)
Schartenhöhe 271 m ↓ Schwalmtal, Wallenrod[2]
Koordinaten 50° 53′ 14″ N, 9° 31′ 3″ OKoordinaten: 50° 53′ 14″ N, 9° 31′ 3″ O
Eisenberg (Knüll) (Hessen)
Eisenberg (Knüll)
Typ Bergrücken
Gestein Sandstein mit Basaltdurchbruch
Erschließung Borgmannturm im Jahr 1913
Besonderheiten – höchster Berg des Knüllgebirges
Borgmannturm (AT)
Fernmeldeturm/Eisenberg

Der Eisenberg ist mit 635,5 m ü. NHN[1] der höchste Berg des Knüllgebirges (Knüll). Er liegt in den Gemeindegebieten von Neuenstein und Kirchheim im nordhessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg (Deutschland). Auf dem Berg stehen der Aussichtsturm Borgmannturm, ein Hotel, das Wanderheim Heussner-Haus und ein Fernmeldeturm.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Eisenberg erhebt sich im südöstlichen Zentrum des Knüllgebirges – auf der Grenze der Gemeinden Neuenstein im Norden und Kirchheim im Süden. Sein Gipfel liegt 2 km südsüdöstlich von Salzberg, 3,1 km südsüdwestlich von Raboldshausen, 4,3 km südwestlich von Saasen, 4,9 km südwestlich von Aua und 5,8 km westsüdwestlich von Obergeis, fünf Ortsteilen von Neuenstein, und 3,7 km nordwestlich von Rotterterode und 2 km nördlich von Willingshain, zwei Ortsteilen von Kirchheim, sowie 3,6 km nordöstlich von Friedigerode, einem Ortsteil von Oberaula.

Südwestlicher Nachbar des Eisenbergs ist der Nöll (492 m), nordöstlicher der Holsteinkopf (580 m). Nördlich des Berges fließt durch die vorgenannten Neuendorfer Dörfer der Geisbach. Auf dem Südhang seiner östlichen Nebenkuppe Krötenkuppe (581,2 m) entspringt der Kisselbach, ein Zufluss der südlich des Berges durch das Gemeindegebiet von Kirchheim verlaufenden Aula. Beide, der Geisbach und die Aula, münden in die Fulda, die durch das 13,5 km ostsüdöstlich des Berges liegende Bad Hersfeld (größte Stadt in Bergnähe) fließt.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Eisenberg gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Osthessisches Bergland (Nr. 35) und in der Haupteinheit Knüll und Homberger Hochland (356) zur Untereinheit Hochknüll (356.2). Nach Süden, Osten und Norden fällt die Landschaft in die Untereinheit Östliches Knüllvorland (356.1) ab.[3]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Eisenberg liegt das Landschaftsschutzgebiet (LSG) Eisenberg (CDDA-Nr. 378440; 1970 ausgewiesen; 5,8236 km² groß), an das im Südwesten auf dem Übergangsbereich zum Nöll das LSG Hinterberger Wiesen (CDDA-Nr. 378479; 1972; 1,2353 km²) stößt. Auf den Berg reichen auch Teile des Vogelschutzgebiets Knüll (VSG-Nr. 5022-401; 269,5731 km²). Auf dem unteren Teil des Nordwesthangs liegt das Naturschutzgebiet Hirtenwiese am Eisenberg (CDDA-Nr. 163700; 1993; 9,29 ha).[1]

Türme, Gasthof und Wanderheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heussner-Haus mit Borgmannturm

Borgmannturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Eisenberg gab es bereits von 1894 bis 1906 einen 18 m[4] hohen Aussichtsturm aus Holz. Das aktuelle Bauwerk ist der 26 m[4] (nach anderen Quellen 24 m[5]) hohe Borgmannturm, ein 1913 vom Knüllgebirgsverein errichteter, gemauerter Aussichtsturm. Er ist nach dem Forstmeister Hugo Borgmann (1841–1906) benannt, dem Gründer des Knüllgebirgsvereins. Im Turm führt eine Treppe mit insgesamt 113 Stufen über eine Zwischenebene zu den beiden Aussichtsebenen auf 19,6 m und 22 m Höhe, die jeweils mit vier 3-teiligen Glasfenstern versehen sind.[6] Von der oberen Aussichtsplattform, an deren Fenstern Orientierungstafeln angebracht sind, fällt der Blick insbesondere über die bewaldeten Berge und Täler des Knülls. In größerer Entfernung sind unter anderem zu erkennen – im Uhrzeigersinn beginnend im Norden: Hoher Habichtswald, Reinhardswald, Kaufunger Wald, Hoher Meißner, Thüringer Wald, Rhön, Vogelsberg, Taunus, Westerwald, Rothaargebirge und Kellerwald.

Am Kopf und auf dem Dach des Turms sind verschiedene Antennen angebracht.

An den Borgmannturm angegliedert sind ein Berggasthof mit Hotelbetrieb und das Wanderheim Heussner-Haus des Knüllgebirgsvereins.

Fernmeldeturm im Winter 2004

Fernmeldeturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turmdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 340 m westsüdwestlich des Borgmannturms steht auf etwa 629 m Höhe ein 115 m hoher Fernmeldeturm () der Deutschen Telekom AG, der in Stahlbetonbauweise als Typenturm FMT 5 errichtet wurde.

Frequenzen und Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Turm dient neben dem Richtfunk und dem nichtöffentlichen Landfunk auch zur Versorgung der Region Osthessen mit dem Programm von Planet more music radio auf der UKW-Frequenz 100,3 MHz mit 50 kW ERP. Bis 2005 wurde diese Frequenz von Hit Radio FFH genutzt.

Analoges Radio (UKW):

Frequenz 
(MHz)
Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP 
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/vertikal (V)
100,3 planet more music radio _planet_ D369 50 ND H

Gedenksteine und Opferstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Gipfelregion des Eisenbergs befinden sich nahe dem Borgmannturm die Gedenksteine für Joseph von Eichendorff und Friedrich Ludwig Jahn und etwas südlich davon der Dreikreisstein Dreimärker. Auf dem Südwesthang befindet sich der Opferstein des Eisenbergs.

Verkehr, Sport und Wandern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den Eisenberg führt die Kreisstraße 34; sie verläuft von Raboldshausen im Norden über die Gipfelregion und dann durch Willingshain nach Gersdorf im Süden. Auf dem Berg werden im Winter Loipen gespurt, es gibt eine Rodelbahn und einen Skilift mit -piste. Auf dem Südwesthang liegt das Feriendorf Eisenberg. Über den Berg führen die vier langen Wanderwege Borgmannweg, Burgenweg und Lulluspfad sowie die drei kurzen Wanderwege Eisenbergweg, Eisenberg-Panoramaweg und Wanderweg Oberaula 3; auf dem Übergangsbereich zum Holsteinkopf verläuft der Archäologische Wanderweg am Eisenberg.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Dominanzen und Prominenzen auf highrisepages.de
  3. Werner Röll: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 126 Fulda. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1969. → Online-Karte (PDF; 4,2 MB)
  4. a b Aussichtsturm “Borgmanturm” im Rotkäppchenland Hessen auf der Webseite der Resort Eisenberg GmbH
  5. Eisenberg auf der Webseite der Gemeinde Kirchheim
  6. Angaben laut privat durchgeführten Erkundungen und Messungen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Schweitzer: Der Eisenberg im Knüll. Hoehl Verlag, Bad Hersfeld 1958.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eisenberg (Knüll) – Sammlung von Bildern