Eisenbibliothek

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Eisenbibliothek
Eisenbibliothek im Frühling.jpg

Eisenbibliothek im Frühling

Gründung 1948
Bibliothekstyp Spezialbibliothek
Ort Schlatt
ISIL CH-000728-7 (Klostergut Paradies)
Website www.eisenbibliothek.ch

Die Eisenbibliothek befindet sich in Schlatt und ist eine Stiftung der Georg Fischer AG in Schaffhausen. Diese internationale Begegnungsstätte zur technikgeschichtlichen Forschung nimmt im Kreis der wissenschaftlichen und technischen Bibliotheken weltweit eine herausragende Stellung ein. Die Bibliothek im Klostergut Paradies bietet bibliophile Kostbarkeiten aus alter und neuer Zeit. Rund 40'000 aktuelle und historische Bücher und Zeitschriften zum Werkstoff Eisen und zu allem, was in einem breiten Umfeld dazugehört, stehen zur unentgeltlichen Nutzung bereit.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung Eisenbibliothek wurde im Dezember 1948 auf Initiative von Ernst Müller-Reiffer (1885–1957), damals Delegierter des Verwaltungsrats der Georg Fischer AG (GF), gegründet. Den Grundstock der neuen Bibliothek bildete die von Müller über Jahrzehnte aufgebaute Privatbibliothek mit neuer und alter Literatur zu den wichtigsten industriellen Tätigkeiten des GF-Konzerns, der die Stiftung finanziell unterstützt.

Bestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbibliothek, Ernst-Müller-Zimmer
Schatzkammer der Eisenbibliothek

Die Eisenbibliothek besitzt die grundlegenden Werke der europäischen Fachliteratur zum Werkstoff Eisen und zu den damit verbundenen Wissensgebieten aus zahlreichen Ländern und in verschiedenen Sprachen. Die Bibliothek erwirbt laufend aktuelle und historische Literatur.

Der Bestand umfasst Monografien über Eisengewinnung und -verarbeitung, Archäologie, Technik- und Verkehrsgeschichte, Architektur, Kunstgeschichte und Kunstschmiedearbeiten, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Maschinen- und Brückenbau, Militaria, Hoch- und Tiefbau, Schiffbau, Geowissenschaften, Physik, Chemie, Bergbau und Bergrecht, Mineralogie und Metallurgie, Metallkunde und Werkstoffprüfung.

Gleichfalls sind die grossen Enzyklopädien und Lexika des 18. und 19. Jahrhundert mit ihren Erstausgaben vertreten. Die Zeitschriftenabteilung bietet ab dem Jahr 1794 rund 700 verschiedene Reihen. An die 2500 Werk- und Jubiläumsschriften von Firmen der Eisenindustrie dokumentieren internationale Wirtschaftsgeschichte.

Seit 2014 ist die Eisenbibliothek Mitglied der Plastics Historical Society (London) und der Deutschen Gesellschaft für Kunststoffgeschichte (Bayreuth). Dies steht im Zusammenhang mit dem neuen Sammlungsschwerpunkt „Kunststoffe“, der den bisherigen Schwerpunkt Eisen/Stahl/Technikgeschichte ergänzen soll.[1]

Handschriften, Inkunabeln und Rara[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aristoteles-Albertus-Magnus-Handschrift

Die Eisenbibliothek besitzt bedeutende Handschriften und Bücher, die zum Teil bei einer vorangemeldeten Führung präsentiert werden. Dazu gehören

Benutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eisenbibliothek ist eine Präsenzbibliothek; die Werke können aus konservatorischen Gründen nicht ausgeliehen, jedoch vor Ort eingesehen werden. Im Vorraum des Ernst-Müller-Zimmers befindet sich ein Winterthurer Fayence-Kachelofen von 1653 des Hafners und Malers Hans Heinrich II Graf, dort befindet sich auch ein WLAN-Hotspot.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jahresbericht. Schlatt, 2014-, ZDB-ID 27715802
  • Einmal im Jahr wird die Zeitschrift Ferrum: Nachrichten aus der Eisenbibliothek, Stiftung der Georg Fischer AG vor allem mit industrie-, wirtschafts- und technikhistorischen wissenschaftlichen Beiträgen zum Eisen herausgegeben. ZDB-ID 224903-0, digital: ZDB-ID 2719795-5

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Eisenbibliothek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahresbericht 2014 (PDF) S. 21
  2. Aristoteles-Albertus-Magnus-Handschrift. e-codices, abgerufen am 23. September 2015.
  3. A. Zimmermann (Hrsg.): Die Kölner Universität im Mittelalter: Geistige Wurzeln Und Soziale Wirklichkeit (Miscellanea Mediaevalia). De Gruyter, Berlin 1989, ISBN 978-3-11-012148-3, S. 103.

Koordinaten: 47° 41′ 4″ N, 8° 40′ 33″ O; CH1903: 692894 / 282268