Eisenbibliothek

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Eisenbibliothek
Eisenbibliothek im Frühling.jpg

Eisenbibliothek im Frühling

Gründung 1948
Bibliothekstyp Spezialbibliothek
Ort Schlatt
ISIL CH-000728-7 (Klostergut Paradies)
Website www.eisenbibliothek.ch

Die Eisenbibliothek befindet sich in Schlatt und ist eine Stiftung der Georg Fischer AG, Schaffhausen. Diese internationale Begegnungsstätte zur technikgeschichtlichen Forschung nimmt im Kreis der wissenschaftlichen und technischen Bibliotheken weltweit eine herausragende Stellung ein. Die Bibliothek im Klostergut Paradies bietet bibliophile Kostbarkeiten aus alter und neuer Zeit. Rund 40'000 aktuelle und historische Bücher und Zeitschriften zum Werkstoff Eisen und zu allem, was in einem breiten Umfeld dazugehört, stehen zur unentgeltlichen Nutzung bereit.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung Eisenbibliothek wurde im Dezember 1948 auf Initiative von Dr. h.c. Ernst Müller (1885 – 1957), damals Delegierter des Verwaltungsrats der Georg Fischer AG (GF), gegründet. Den Grundstock der neuen Bibliothek bildete die von Müller über Jahrzehnte aufgebaute Privatbibliothek mit neuer und alter Literatur zu den die wichtigsten industriellen Tätigkeiten des GF-Konzerns.

Mit der Einrichtung und dem Unterhalt der Eisenbibliothek unterstrich GF den Respekt und die Wertschätzung für vergangene wissenschaftliche und technische Leistungen und legte die Basis, um auch künftig einen Beitrag für den Fortschritt von morgen durch die Vermittlung von wissenschaftlichen Kenntnissen und praktischen Erfahrungen zu leisten.

Der GF Konzern ist diesen Grundsätzen noch heute verpflichtet. Deshalb unterstützt er die Stiftung Eisenbibliothek jährlich mit einem namhaften Betrag im Rahmen der Pflege des kulturellen und historischen Erbes und stellt somit sicher, dass sie ihren Stiftungszweck erfüllen kann.

Bestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eisenbibliothek besitzt die grundlegenden Werke der europäischen Eisenliteratur. Bücher zum Werkstoff Eisen und zu den damit verbundenen Wissensgebieten aus zahlreichen Ländern und in diversen Sprachen werden bereitgehalten. Die Bibliothek erwirbt laufend aktuelle und historische Literatur.

Der Bestand umfasst Monografien über Eisengewinnung und -verarbeitung, Archäologie, Technik- und Verkehrsgeschichte, Architektur, Kunstgeschichte und Kunstschmiedearbeiten, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Maschinen- und Brückenbau, Militaria, Hoch- und Tiefbau, Schiffbau, Geowissenschaften, Physik, Chemie, Bergbau und Bergrecht, Mineralogie und Metallurgie, Metallkunde und Werkstoffprüfung.

Gleichfalls sind die grossen Enzyklopädien und Lexika des 18. und 19. Jahrhundert mit ihren Erstausgaben vertreten. Die Zeitschriftenabteilung bietet ab dem Jahr 1794 rund 700 verschiedene Reihen. An die 2500 Werk- und Jubiläumsschriften von Firmen der Eisenindustrie dokumentieren internationale Wirtschaftsgeschichte.

Seit 2014 ist die Eisenbibliothek Mitglied der Plastics Historical Society (London) und der Deutschen Gesellschaft für Kunststoffgeschichte (Bayreuth). Dies steht im Zusammenhang mit dem neuen Sammlungsschwerpunkt „Kunststoffe“, der den bisherigen Schwerpunkt Eisen/Stahl/Technikgeschichte ergänzen soll.[1]

Bedeutende Dokumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eisenbibliothek besitzt bedeutende Bücher, die zum Teil bei einer vorangemeldeten Führung präsentiert werden. Dazu gehören

  • die „Aristoteles-Albertus-Magnus-Handschrift“ aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, die neben aristotelischen auch naturwissenschaftlichen Abhandlungen „De mineralibus“ (lateinisch Über die Mineralien) und „De natura loci“ (lateinisch Über die Beschaffenheit des Geländes) von Albertus Magnus enthält.[2]
  • Georg Agricola: de re metallica. Basel 1556 (Dieses und weitere Werke aus dem Bestand stammen vom „Vater der Mineralogie“ aus dem 16.ten Jahrhundert).
  • Isaac Newton: Philosophiae Naturalis Principia Mathematica. London 1687 (Die Principia sind das Hauptwerk von Newton, in dem er unter anderem das Gravitationsgesetz und die drei Grundgesetze der Bewegung formulierte).

Besonders wertvolle Werke, wie Albertus Magnus: De natura locorum. Strassburg 1515. (sein Hauptwerk aus dem Bereich des geographischen Gedankenguts, in dem die Abhängigkeit der Orte von ihrer geographischen Lage die leitende Idee ist)[3] sind nicht zugänglich.

Bemerkenswert sind Gustave Eiffel: La tour de trois cents mètres. von 1900, das Konstruktionszeichnungen und Fotografien vom Bau des Eiffelturms in Paris in einem Text- und einem Tafelband umfasst, oder Christian von Mechel: Die eiserne Hand des tapferen deutschen Ritters Götz von Berlichingen. von 1815, das die eiserne Hand von Götz von Berlichingen sowohl von aussen als von innen darstellt und den um 1530 geschaffenen Mechanismus erklärt.

Benutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eisenbibliothek ist eine Präsenzbibliothek; die Werke können aus konservatorischen Gründen nicht ausgeliehen, jedoch vor Ort eingesehen werden.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jahresbericht, Schlatt, 2014-, ZDB-ID: 27715802, (Online)
  • Einmal im Jahr wird die Zeitschrift Ferrum: Nachrichten aus der Eisenbibliothek, Stiftung der Georg Fischer AG vor allem mit industrie-, wirtschafts- und technikhistorischen wissenschaftlichen Beiträgen zum Eisen herausgegeben.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahresbericht 2014, S. 21 (Online)
  2. Aristoteles-Albertus-Magnus-Handschrift. e-codices, abgerufen am 23. September 2015.
  3. A. Zimmermann (Hrsg.): Die Kölner Universität im Mittelalter: Geistige Wurzeln Und Soziale Wirklichkeit (Miscellanea Mediaevalia). De Gruyter, Berlin 1989, ISBN 978-3-11-012148-3, S. 103.
  4. ZDB-ID 224903-0, digital: ZDB-ID 2719795-5

Koordinaten: 47° 41′ 4″ N, 8° 40′ 33″ O; CH1903: 692894 / 282268