Eisengluconat

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Strukturformel
Strukturformel von Eisengluconat
Allgemeines
Name Eisengluconat
Andere Namen
  • Eisen(II)-gluconat-Dihydrat
  • E 579
  • Ferrous gluconate
Summenformel C12H22FeO14 · 2H2O
Kurzbeschreibung

gelblichgraues oder schwach grünliches Pulver mit süßlichem Geruch und schwach saurem Geschmack[1][2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 22830-45-1
EG-Nummer 607-166-9
ECHA-InfoCard 100.131.978
PubChem 9291
Wikidata Q421291
Arzneistoffangaben
ATC-Code

B03AA03

Eigenschaften
Molare Masse 482,18 g·mol−1 [1]
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

~ 140 °C [1]

Löslichkeit
  • gut in Wasser (~ 250 g·l−1 bei 20 °C)[1]
  • unlöslich in Ethanol[3]
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze [1]
Toxikologische Daten

4500 mg·kg−1 (LD50Ratteoral, Dihydrat)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Eisengluconat (Eisen(II)-gluconat) ist ein Salz der Gluconsäure.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisengluconat kann durch Reaktion einer heißen Lösung von Barium- oder Calciumgluconat mit Eisen(II)-sulfat oder durch Reaktion von Eisen(II)-carbonat mit Gluconsäure in Lösung gewonnen werden.[4]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisengluconat ist ein gelblichgrauer oder schwach grünlicher, licht- und luftempfindlicher Feststoff mit süßlichem Geruch und schwach saurem Geschmack. Seine wässrige Lösung reagiert sauer.[1][2]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird in der Lebensmittelindustrie als so genannter Lebensmittelzusatzstoff aus der Gruppe der Stabilisatoren zum Schwärzen von Oliven verwendet. Künstlich geschwärzte Oliven erkennt man daran, dass der Olivenkern noch grünlich, das Fleisch der Olive hingegen schwarz ist. Durch Zugabe von zuerst Natriumhydroxid und Eisengluconat später kommt es in Lebensmitteln zu einem Oxidationsvorgang und zu einer Schwarzfärbung, welche am Ende mit Eisengluconat stabilisiert wird.[5] Es ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff der Bezeichnung E 579 ausschließlich für Oliven zugelassen.[6]

Eisengluconat wird in der Pharmazie beispielsweise als Säureregulator oder zur Steigerung der Eisenwerte verwendet. Der Stoff ist Bestandteil von Arzneimitteln und Diätetika, um den Eisenblutspiegel zu erhöhen.[3] Der Wirkstoff gilt als unbedenklich; bisher wurden keine schädlichen Nebenwirkungen von Eisengluconat festgestellt. Nur bei hochdosierten intravenösen Gaben können schwere Reaktionen auftreten.[7] Eisengluconat kann reversible Verfärbungen der Zähne hervorrufen.

Eisengluconat wird auch in der Ölindustrie als Korrosionshemmer eingesetzt.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Datenblatt Eisen(II)-gluconat-Dihydrat (PDF) bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.
  2. a b P. H. List und L. Hörhammer: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis - Chemikalien und Drogen (CI–G). Springer-Verlag, 1973, ISBN 978-3-642-80620-9, S. 957 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b Gerhard Eisenbrand, Peter Schreier: RÖMPP Lexikon Lebensmittelchemie, 2. Auflage, 2006. Georg Thieme Verlag, 2014, ISBN 3-13-179282-5, S. 447 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Office of The Federal Register, Enhanced by IntraWEB, LLC: Title 21 Food and Drugs Parts 170 to 199 (Revised as of April 1, 2014) 21-CFR-Vol-3. IntraWEB, LLC, 2014, ISBN 0-16-091784-0, S. 523 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Hans-Dieter Belitz, Werner Grosch: Lehrbuch der Lebensmittelchemie. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-08308-6, S. 636 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. ZZulV: Verordnung über die Zulassung von Zusatzstoffen zu Lebensmitteln zu technologischen Zwecken.
  7. Methodik: Transfusionsmedizin und Immunhämatologie Grundlagen - Therapie - Methodik. Springer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-642-12765-6, S. 116 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. Reza Javaherdashti, Chikezie Nwaoha, Henry Tan: Corrosion and Materials in the Oil and Gas Industries. CRC Press, 2016, ISBN 978-1-4665-5625-6, S. 453 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).