Eitempera

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Jochen Kusber: Stilleben (1956)

Die Eitempera besteht aus wasserverdünntem Eigelb als Bindemittel und einem Pigment (Temperamalerei). Sie gilt als die »klassische« Tempera. Ihre Anfänge finden sich in der früheuropäischen Tafelmalerei.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tempera wurde bereits in der Antike angewendet (Mumienporträt), ob dies auch für die Eitempera der Fall ist, ist ungesichert. Sie gilt als die älteste Technik, um Malfarben herzustellen und auf einem Bildträger zu binden. Für die europäische Tafelmalerei reformierten Giotto (1267/12761337) und seine Schule im 13. Jahrhundert die ursprünglich aus Wachs und fetten Ölen bestehende Tempera der Antike, indem sie die Pigmente nur mit wasserverdünntem Eigelb mischten[1]. Dieses Verfahren wirkte revolutionierend und wurde von den italienischen Künstlern bis ins 14. Jahrhundert fast ausschließlich verwendet. Heute wird sie nur noch, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in der Ikonenmalerei und, vereinzelt, als Untermalung, in der Tafelmalerei verwendet[2].

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche, klassische Eitempera besteht aus Eigelb und Wasser. Sie wird im »Traktat von der Malerei«, einschließlich ihrer Anwendung, von Cennino Cennini genau beschrieben. Später wurde sie von den Künstlern variiert und z. B. aus einem Teil Ei (Eiweiss und Eigelb), 1 Teil Leinöl und 1 Teil Wasser hergestellt, als Malmittel Balsamterpentinöl oder eine Dammarlösung verwendet[3].

Einzelnachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Knut Nicolaus: Untersuchungen zur italienischen Tafelmalerei. In: MALTECHNIK/Restauro. Band 3, Nr. 73+74. Callwey, München.
  2. Herrmann Kühn, Heinz Rosen-Runge, Rolf E. Straub und Manfred Koller: Reclams Handbuch der künstlerischen Techniken. 2. Auflage. Philipp Reclam jun., Stuttgart 1984, ISBN 3-15-010322-3.
  3. Cennino Cennini: Il libro dell'arte o trattato della pittura. Hrsg.: und dt. Übers. Albert Ilg. Osnabrück 1970.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ian Jenkins: Greek architecture and its sculpture in the British Museum. London 2006, ISBN 0-7141-2240-8, S. 38.

Knut Nicolaus: Untersuchungen zur italienischen Tafelmalerei. Callwey Verlag, München, Sonderdruck aus MALTECHNIK / Restauro 3/73+3/74

Knut Nicolaus: DuMont´s Bild-Lexikon zur Gemäldebestimmung. DuMont Buchverlag. Köln 1982. ISBN 3-7701-1243-1

Kurt Wehlte: Werkstoffe und Techniken der Malerei. Stuttgart 2005, ISBN 978-3-332-01665-9.

Max Doerner: Malmaterial und seine Verwendung im Bild. Stuttgart 2006, ISBN 3-332-01830-2