Eizelle

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Phasenweise Darstellung des Eindringens des Spermiums in eine Eizelle (Akrosomreaktion)
Ältere Zeichnung einer menschlichen Eizelle
Spermium an einer Eizelle

Die Eizelle (lat. ovum, Mehrzahl: ova) oder Oocyte (gr. Oos, Ei; cytos, Zelle) ist die weibliche Keimzelle zweigeschlechtlicher Lebewesen. Sie dient der generativen Vermehrung durch Oogamie und enthält alle genetischen Anlagen des weiblichen Lebewesens, die an den Nachkommen weitergegeben werden. Eizellen sind haploide Zellen und enthalten nur einen Chromosomensatz.

Während der männliche Gamet, z. B. das Spermium, lediglich Kern-DNA bei der Bildung der Zygote beisteuert, liefert die Eizelle in der Regel die allgemeine zelluläre Umgebung wie das Cytoplasma und die in ihm vorhandenen Organellen.

Mitochondrien und Plastiden (bei Pflanzen) enthalten ebenfalls DNA, die meist rein maternal (mütterlicherseits) vererbt wird.

Pflanzen[Bearbeiten]

Bei Pflanzen werden als Eizellen die unbegeißelten weiblichen Gameten genannt. Sie sind in der Regel wesentlich größer als die männlichen Gameten (Anisogamie). Bei den Samenpflanzen befinden sich die Eizellen in der Samenanlage. Die Bezeichnung Eizelle wurde in der Botanik aus der Zoologie übernommen.

Wirbeltiere[Bearbeiten]

Eizellen entstehen bei Wirbeltieren durch zwei Reifeteilungen im Rahmen der Oogenese im Ovarium aus diploiden Urkeimzellen (Reduktions-, dann Äquationsteilung; siehe auch Meiose). Erst durch die Verschmelzung mit einer männlichen Keimzelle zur Zygote erreichen sie wieder einen diploiden und damit teilungsfähigen Zustand. Eine Ausnahme bildet die Jungfernzeugung, die Entstehung eines Lebewesens aus einem unbefruchteten Ei. Die menschliche Eizelle ist mit einem Durchmesser von 0,11 bis 0,14 mm gerade noch mit dem bloßen Auge sichtbar.

Menschen[Bearbeiten]

Die Eizelle des Menschen und anderer Säugetiere wurde 1827 von Karl Ernst von Baer entdeckt.

Während man jahrzehntelang davon ausging, dass Frauen nur mit einer bestimmten Anzahl Eizellen geboren würden[1], und dass sie nach deren Verbrauch unfruchtbar sein würden, wiesen amerikanische Forscher Anfang 2012 nach, dass sich Eizellen produzierende Stammzellen in weiblichen Eierstöcken befinden.[2]

Abgrenzung[Bearbeiten]

Das Ei ist ein frühes Stadium der selbständigen Fortentwicklung (Ontogenie) eines eilegenden Tieres (Ovipars). Es enthält neben der Keimzelle, auch Eizelle genannt, Nährstoffe und eine schützende Hülle („Schale“).

Hauptartikel: Ei

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Ernst von Baer: De ovi mammalium et hominis genesi. St. Petersburg 1827 (hier gibt Baer seine Ei-Entdeckung bekannt)
  • Karl Ernst von Baer: Commentar zu der Schrift: De ovi mammalium et hominis genesi In: Heusinger's Zeitschrift für organische Physik Bd. 2, 1828, S. 125-193
  • Erich Blechschmidt: Wie beginnt das menschliche Leben? Vom Ei zum Embryo. Stein am Rhein, 1989, ISBN 3-7171-0653-8
  • Gerhard Wagenitz: Wörterbuch der Botanik. 2. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin 2003. ISBN 3-8274-1398-2
  • Thomas Schmuck: Baltische Genesis. Die Grundlegung der Embryologie im 19. Jahrhundert. Aachen 2009 (über die Entdeckung der menschlichen Eizelle: S. 115-136 und 156-178)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.wissenschaft.de: Keine Neubildung von Eizellen - Studie kann im Jahr 2004 aufgestellte Theorie, dass Frauen im Lauf ihres Erwachsenenlebens neue Eizellen bilden können, nicht bestätigen
  2. Marieke Degen: Das Ende eines Dogmas - US-Forscher finden Stammzellen im Eierstock. In: dradio.de, Deutschlandfunk, Forschung aktuell, 29. Februar 2012 (2. März 2012)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eizelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Eizelle – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen