Ekelmoor

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Ekelmoor

IUCN-Kategorie IV – Habitat/Species Management Area

f1
Lage Südöstlich von Sittensen, Landkreis Rotenburg (Wümme), Niedersachsen
Fläche 607 ha
Kennung NSG LÜ 047
WDPA-ID 162906
Geographische Lage 53° 15′ N, 9° 34′ OKoordinaten: 53° 15′ 20″ N, 9° 34′ 20″ O
Ekelmoor (Niedersachsen)
Ekelmoor
Meereshöhe von 33 m bis 37 m
Einrichtungsdatum 2. Oktober 1979
Verwaltung Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz

Das Ekelmoor ist ein Naturschutzgebiet in der niedersächsischen Gemeinde Stemmen in der Samtgemeinde Fintel im Landkreis Rotenburg (Wümme).

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG LÜ 047 ist rund 607 Hektar groß. Es ist Bestandteil des FFH-Gebietes „Wümmeniederung“[1] und des Vogelschutzgebietes „Moore bei Sittensen“.[2] Im Norden grenzt es an das Naturschutzgebiet „Tister Bauernmoor“, mit dem es einen Biotopverbund bildet. Im Süden grenzt es an das zum 1. August 2020 ausgewiesene Naturschutzgebiet „Wümmeniederung mit Rodau, Wiedau und Trochelbach“, in dem Teile des Naturschutzgebietes „Ekelmoor“ aufgingen. Das Gebiet steht seit dem 2. Oktober 1979 unter Naturschutz. Zum 2. Februar 1985 wurde es mit dem ebenfalls zum 2. Oktober 1979 ausgewiesenen Naturschutzgebiet „Südliches Ekelmoor“ zusammengelegt. Dabei gingen auch Teile des Landschaftsschutzgebietes „Wümmeniederung von der Amtsbrücke Rotenburg aufwärts bis an die Wümmebrücke vor dem Dorfe Wümme“ mit in den Naturschutzgebiet auf, das nun rund 652 Hektar groß war.[3][4] Zuständige untere Naturschutzbehörde ist der Landkreis Rotenburg (Wümme).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet liegt südöstlich von Sittensen am Rand der Wümmeniederung. Es stellt einen entwässerten und teilabgetorften Hochmoorstandort unter Schutz. Das Gebiet wird von großflächigen Offenlandbereichen geprägt, an die sich verbuschte bzw. bewaldete Flächen anschließen. Die Offenlandbereiche bestehen aus brachgefallenen Grünländern,[5] Binsensümpfen und Pfeifengraswiesen sowie renaturierungsfähigem Hochmoor mit Torfmoor-Schlenken, Übergangs- und Schwingrasenmoore und kleinflächig Feuchtheiden mit Glocken-Heide. An trockeneren Standorten sind Zwergstrauchheiden ausgebildet. Hier dominiert die Besenheide, dazu gesellen sich Krähenbeere, Heidel- und Preiselbeere. In die Heideflächen sind Englischer und Behaarter Ginster eingestreut. Die bewaldeten Bereiche werden von Moor- und Kiefernwäldern aus Moorbirke, Sandbirke und Waldkiefer eingenommen. Im Südosten gehen diese im Übergangsbereich zur Wümme­niederung in Bruchwälder und Sumpfgebüsche über. Im Naturschutzgebiet siedeln neben bereits genannten Arten unter anderem Rosmarinheide und Sumpfcalla.

1990 wurde mit der Wiedervernässung des Moores begonnen,[6] darunter beispielsweise in dem abgetorften Bereich des Zitshornmoores im Nordwesten des Naturschutzgebietes.

Das Naturschutzgebiet ist Lebensraum verschiedener Amphibien. Libellen sind beispielsweise durch Große und Kleine Moosjungfer, Mond-Azurjungfer und Nordische Moosjungfer vertreten. Das Naturschutzgebiet ist als Vogelschutzgebiet Lebensraum unter anderem für Kranich, Uhu, Baumfalke, Kuckuck, Schwarzspecht, Bekassine, Kiebitz, Waldwasserläufer, Ziegenmelker, Neuntöter, Pirol, Sumpfrohrsänger, Gartenrotschwanz, Feldschwirl, Heidelerche, Blaukehlchen, Braunkehlchen, Schwarzkehlchen, Wasserralle sowie verschiedene Enten und Gänsearten, darunter Löffelente, Krickente, Knäkente und Schnatterente. Weiterhin hat das Gebiet besondere Bedeutung für Kranich, Kornweihe, Graugans, Reiherente, Löffelente, Krickente, Kiebitz, Flussregenpfeifer, Waldschnepfe, Grünschenkel und Raubwürger als Gastvögel.

Teile des Moores werden über Gräben zur Wümme bzw. zur Oste entwässert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wümmeniederung, Steckbriefe der Natura-2000-Gebiete, Bundesamt für Naturschutz. Abgerufen am 28. August 2020.
  2. Moore bei Sittensen, Steckbriefe der Natura-2000-Gebiete, Bundesamt für Naturschutz. Abgerufen am 28. August 2020.
  3. Verordnungstext zum Naturschutzgebiet „Ekelmoor“ (Memento vom 25. März 2016 im Internet Archive), Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.
  4. Steckbrief Naturschutzgebiet „Ekelmoor“ (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive), Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.
  5. Naturschutzgebiet „Ekelmoor“ (Memento vom 26. März 2016 im Internet Archive), Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.
  6. Christian Siedler: Denkansätze zur Jagd als Ergänzung des Naturraum- und Wildtiermanagements in Naturschutzgebieten am Beispiel von „Ekelmoor“ und „Tister Bauernmoor“, Abschlussarbeit zum Universitätslehrgang „Jagdwirt/in“, Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaftan der Universität für Bodenkultur, Wien, Januar 2011 (PDF, 1,9 MB). Abgerufen am 28. August 2020.