El Faro (Schiff)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
El Faro
Animation des Wracks der El Faro
Animation des Wracks der El Faro
Schiffsdaten
Flagge Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
andere Schiffsnamen

Puerto Rico (1975–1991)
Northern Lights (1991–2006)

Schiffstyp ConRo-Schiff
Rufzeichen WFJK
Heimathafen San Juan
Eigner Sea Star Line
Reederei TOTE Maritime
Bauwerft Sun Shipbuilding & Drydock
Baunummer 670
Bestellung 1973
Stapellauf 1974
Indienststellung 1975
Verbleib Vor der Küste Puerto Ricos gesunken
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
241,02 m (Lüa)
223,65 m (Lpp)
Breite 28,04 m
Seitenhöhe 12,82 m
Vermessung 31.515 BRZ / 21.473 NRZ
 
Besatzung 33
Maschinenanlage
Maschine Dampfturbine
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
11.190 kW (15.214 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
22 kn (41 km/h)
Propeller 2 × Festpropeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 14971 tdw
Container 1200 TEU
laufende Spurmeter 5330 m
Sonstiges
Klassifizierungen American Bureau of Shipping
Registrier-
nummern
IMO-Nr. 7395351

Die El Faro war ein ConRo-Schiff der in Jacksonville ansässigen Reederei TOTE Maritime, das 1975 in Dienst gestellt wurde. Am 1. Oktober 2015 verschwand das Schiff in der Nähe von Crooked Island im Hurrikan Joaquin, nachdem es zuvor mit Wassereinbruch und 15 Grad Schlagseite um Hilfe gefunkt hatte. Am 5. Oktober 2015 wurde das Schiff mit seinen 33 Besatzungsmitgliedern als gesunken gemeldet.

Dienstzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die El Faro wurde bei Sun Shipbuilding gebaut und 1975 als Puerto Rico in Dienst gestellt. 1991 wurde das Schiff verkauft und in Northern Lights umbenannt, bis es 2006 als El Faro an seinen letzten Betreiber Sea Star Line mit Sitz in Jacksonville verkauft wurde. Heimathafen des Schiffes war seit Februar 2006 San Juan. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens war das Schiff mit 391 Containern und 294 Fahrzeugen beladen. An Bord der El Faro befanden sich 33 Besatzungsmitglieder, 28 US-Amerikaner und fünf Polen.[1]

Havarie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geborgener Rettungsring der El Faro

Die El Faro brach am 29. September 2015 zu einer Fahrt von Jacksonville nach Puerto Rico auf, wo sie am 2. Oktober um 17 Uhr Ortszeit eintreffen sollte. Am Morgen des 1. Oktobers geriet das Schiff im Hurrikan Joaquin in Seenot. Das Schiff setzte daraufhin Hilferufe ab. Laut dem letzten abgegebenen Hilferuf der El Faro hatte das antriebslose Schiff Wassereinbruch und 15 Grad Schlagseite, sei jedoch weiterhin unter Kontrolle.[2][3]

Die US-Küstenwache suchte seit dem 2. Oktober nach dem verschollenen Schiff, nachdem zuvor bereits Wetterflugzeuge nach der El Faro gesucht hatten. Am 3. Oktober wurde ein Rettungsring der El Faro gefunden. Weitere Trümmerteile sowie ein Rettungsboot folgten kurze Zeit später. Am 5. Oktober 2015 wurde die Suche nach dem Schiff eingestellt, nachdem zuvor die Leiche eines Besatzungsmitglieds gefunden worden war. Die Küstenwache ging davon aus, dass die El Faro gesunken war.[4] An der vermutlichen Untergangsstelle fand die Küstenwache ein auf der Wasseroberfläche treibendes Trümmerfeld mit einer Ausdehnung von etwa 583 Quadratkilometern.[5]

Untersuchung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Oktober 2015 meldete die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB, dass die Besatzung des Hochseeschleppers Apache der US-Marine mit einem Sonargerät ein Wrack in einer Tiefe von mehr als 4500 Metern ortete. Dabei sollte es sich um die El Faro handeln. Um den Fund zu bestätigen, sollte das Wrack mit dem ferngesteuerten Tiefseeroboter CURV 21 der U.S. Navy Supervisor of Salvage and Diving (SUPSALV) genauer untersucht werden.[6]

Am 3. Januar 2016 wurden Bilder und ein Video der US-Küstenwache veröffentlicht, auf denen das Wrack der El Faro zu sehen ist.[7] Die Bilder wurden am 29. Dezember 2015 durch ein ROV (ferngesteuertes Fahrzeug) der USNS Apache aufgenommen. Sie zeigen ein großes Loch im Rumpf, sowie dass zumindest ein großer Teil der Brücke abgerissen ist und in etwa 800 Meter Entfernung liegt.[8] Erst am 26. April 2016 wurde der Hauptmast mit dem daran befestigten Schiffsdatenschreiber lokalisiert.[9]

Im August 2016 gab das National Transportation Safety Board bekannt, dass der Daten-Rekorder ins Labor überstellt und ausgelesen werden konnte. Es sind etwa 26 Stunden an Informationen vorhanden.[10]

Im März 2018 veröffentlichte das NTSB einen abschließenden Bericht. Darin wird als Hauptgrund des Unglücks die Entscheidung des Kapitäns der El Faro genannt, dem Sturm nicht auszuweichen; auch habe er nicht alle zur Verfügung stehenden Wetterinformationen genutzt. Weiterhin wird die Praxis kritisiert, bei älteren Schiffen keine Umrüstung auf geschlossene Rettungsboote zu fordern. Außerdem werden Versäumnisse der Eigner bei Wartung und Management festgestellt.[11]

In den Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Untergang wurde in der 2. Staffel der US-amerikanischen Doku-Serie In Seenot in der Folge „Verloren im Hurrikan“ (Original: „Disasters at Sea“, „Storm Watch“) thematisiert.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: El Faro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Update: Coast Guard searching for missing container ship caught in Hurricane Joaquin. (Nicht mehr online verfügbar.) US Coast Guard, 2. Oktober 2015, archiviert vom Original am 5. Oktober 2015; abgerufen am 6. Oktober 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.uscgnews.com
  2. Coast Guard searching for container ship caught in Hurricane Joaquin. (Nicht mehr online verfügbar.) US Coast Guard, 2. Oktober 2015, archiviert vom Original am 4. Oktober 2015; abgerufen am 6. Oktober 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.uscgnews.com
  3. Nach Hurrikan verschollener Frachter: Kapitän der „El Faro“ wählte riskanten Kurs, Spiegel online, 21. Oktober 2015.
  4. Lizette Alvarez, Richard Pérez-Peña: U.S.-Based Cargo Ship With Crew of 33 Sank in Storm. 5. Oktober 2015, abgerufen am 5. Oktober 2015.
  5. Eliott C. McLaughlin and Kevin Conlon: Coast Guard finds debris field in search for El Faro. 5. Oktober 2015, abgerufen am 5. Oktober 2015.
  6. Wreckage of Cargo Ship Believed to be El Faro Located in More Than 15,000 Feet of Water, National Transportation Safety Board, 31. Oktober 2015.
  7. Sinking of the Freight Vessel El Faro , National Transportation Safety Board, 3. Januar 2016.
  8. Fotos des gesunkenen Frachters: Der mysteriöse Untergang der „El Faro“, Spiegel Online, 3. Januar 2016.
  9. NTSB Locates Sunken Cargo Ship’s Voyage Data Recorder, National Transportation Safety Board, 26. April 2016.
  10. 26 Hours of Information Recovered from El Faro Voyage Data Recorder, National Transportation Safety Board, 24. August 2016.
  11. Sinking of US Cargo Vessel SS El Faro. Atlantic Ocean, Northeast of Acklins and Crooked Island, Bahamas. October 1, 2015 (pdf), NTSB
  12. In Seenot auf fernsehserien.de