Elastographie

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Die Elastographie (syn. Elastografie) ist als neueres bildgebendes Verfahren eine Weiterentwicklung sowohl der Ultraschalldiagnostik als auch der Magnetresonanztomographie (MRT) und geht eigentlich auf die jahrhundertealte manuelle Palpation durch die Hand zurück. Sie wurde bereits 1991 bekannt, jedoch erst deutlich später klinisch einsetzbar. Die entsprechenden Verfahren sind die Ultraschallelastographie und die MR-Elastographie. Die Elastographie wird häufig zur Erkennung von Tumoren eingesetzt.

Funktionsprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Analog zur manuellen Palpation nutzt die Elastographie die Tatsache, dass Tumorgewebe häufig anders komprimibel (fester, derber) ist als gesundes Gewebe. Mit diesem Verfahren wird versucht, die visko-elastischen Eigenschaften von Gewebe abzubilden. Bei ultraschallelastographischen Untersuchungen übt der Untersucher während der Ultraschalluntersuchung mit dem Ultraschallkopf einen geringen Druck von außen auf das Organ aus. Eine Software wertet kleine Verschiebungen zwischen den einzelnen Bildern aus und zeigt die Dehnung ortsaufgelöst an. Bereiche, die stark gedehnt werden, sind weich, feste Bereiche lassen sich nicht komprimieren. Daher können Unterschiede der Elastizität im Gewebe dargestellt werden. Bei der automatischen MRT-Elastographie wird durch automatisch von außen einwirkende Druckwellen das untersuchte Organ zyklisch komprimiert und wieder entlastet, während synchron (phasenstarr) Aufnahmen gemacht werden. Automatisch wird nach der Untersuchung ein Elastogramm gefertigt, das die Unterschiede in der Elastizität aufzeigt. So kann es möglich sein, gutartige von bösartigen Tumoren zu unterscheiden.

Die Sonoelastische Bildgebung ist ein ähnliches Verfahren, bei dem die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Ultraschall im Gewebe durch die Doppler-Technik erfasst wird.

Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H.-J. Sommerfeld, J. M. Garcia-Schürmann, J. Schewe u. a.: Prostatakarzinomdiagnostik durch Ultraschallelastographie – Vorstellung eines neuartigen Verfahrens und erste klinische Ergebnisse. In: Der Urologe, Ausgabe A. Bd. 42, Nr. 7, 2003, S. 941–945. PMID 12898038; doi:10.1007/s00120-003-0297-4.
  • J. Lorenzen, R. Sinkus, G. Adam: Elastographie: Quantitative Bildgebung der elastischen Gewebeeigenschaften. In: Fortschr. Röntgenstr. Bd. 175, Nr. 5, 2003, S. 623–630. PMID 12743853; doi:10.1055/s-2003-39199.
  • I. Sack: Magnetresonanz-Elastographie. In: Dtsch. med. Wochenschr. Bd. 133, Nr. 6, 2008, S. 247–251. PMID 18236351; doi:10.1055/s-2008-1017505.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. R. Prado-Costa, J. Rebelo, J. Monteiro-Barroso, A. S. Preto: Ultrasound elastography: compression elastography and shear-wave elastography in the assessment of tendon injury. In: Insights into Imaging. Band 9, Nr. 5, 2018, S. 791–814, doi:10.1007/s13244-018-0642-1, PMID 30120723, PMC 6206379 (freier Volltext).
  2. S. Sadeghi, C. Newman, D.H. Cortes: Change in skeletal muscle stiffness after running competition is dependent on both running distance and recovery time: a pilot study. In: PeerJ. Band 6, 2018, S. e4469, doi:10.7717/peerj.4469, PMID 29576951, PMC 5853607 (freier Volltext).
  3. Hans Ulrich Hecker, Angelika Steveling, Elmar T. Peuker, Kay Liebchen: Taschenatlas Akupunktur und Triggerpunkte, Haug Fachbuch, 2015, ISBN 978-3-8304-7842-3. S. 213.
  4. D. G. Simons: New views of myofascial trigger points: etiology and diagnosis. In: Archives of Physical Medicine and Rehabilitation. Band 89, Nr. 1, 2008, S. 157–159, doi:10.1016/j.apmr.2007.11.016, PMID 18164347.
  5. T. P. Do, G. F. Heldarskard, L. T. Kolding, J. Hvedstrup, H. W. Schytz: Myofascial trigger points in migraine and tension-type headache. In: The Journal of Headache and Pain. Band 19, Nr. 1, 2018, S. 84, doi:10.1186/s10194-018-0913-8, PMID 30203398, PMC 6134706 (freier Volltext).