Elbtower

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Baumassenstudie von 2016 im Modell des geplanten Standortes des Elbtowers (rechts der Bildmitte), hier noch mit drei kleineren Hochpunkten

Der Elbtower ist ein in Planung befindliches Hochhausprojekt im Osten der HafenCity in Hamburg. Finanziert und realisiert werden soll das rund 700 Mio. Euro Bauvorhaben durch die Signa Prime Selection AG, ein Unternehmen der Signa Holding des österreichischen Investors René Benko.[1][2]

Zum Zeitpunkt der Vorstellung des weitgehend finalisierten hochbaulichen Entwurfs am 8. Februar 2018 wäre der Elbtower mit einer geplanten Höhe von 233,3 m[3] das mit erheblichem Abstand höchste konventionelle Gebäude der Freien und Hansestadt und das bundesweit dritthöchste nach dem Commerzbank Tower und dem Messeturm (beide Frankfurt am Main). Der Entwurf wurde von Christoph Felger vom Büro des englischen Architekten David Chipperfield erarbeitet, der in Hamburg mit dem Empire Riverside Hotel bereits ein niedrigeres Hochhausprojekt realisiert hat.

Standort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude soll an einem städtebaulich markanten Standort am Nordufer der Norderelbe entstehen und so den Zugang zur inneren Stadt markieren. Der Standort wird eingefasst durch die Freihafenbrücke und den Eisenbahnbrücken im Westen und der Billhorner Brücke und Neuen Elbbrücke im Osten. Er liegt unmittelbar am Bahnhof Hamburg-Elbbrücken. Der Baubeginn ist für 2021Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren avisiert mit einer prognostizierten Fertigstellung im Jahr 2025Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren[4].

Baubeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Elbtower bedeckt eine Grundfläche, die annähernd die Form eines gleichschenkligen, rechtwinkligen Dreiecks hat, wobei die Hypotenuse dieses Dreiecks parallel zum Ufer des Oberhafenkanals im Nordosten liegt, während die Katheten im Westen und Süden liegen.

Der Entwurf besteht aus einem vergleichsweise flächengreifenden, vier- bis fünfgeschossigen Sockel, aus dem sich zunächst sechs bis sieben weitere, fließend zurückgestaffelte Geschosse entwickeln, die sich wiederum im Südosten des Gebäudes zu einer schlanken, rund sechziggeschossigen Turmfigur entwickeln. Die obersten acht Geschosse des Turms greifen das Motiv der fließenden Abstaffelung erneut auf, indem sie nach und nach in nordöstliche Richtung zurückweichen. Durch die komplexe Geometrie des Bauwerks ergeben sich je nach Betrachtungsort unterschiedliche städtebauliche Wirkungen.

Oberbaudirektor Franz-Josef Höing erklärte am 23. November 2018, dass das Gebäude nun 244,8 m hoch werden soll. Die zusätzlichen Meter ergeben sich durch die Planung eines Restaurants in 200 Metern Höhe.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Senat stellte das Vorhaben erstmals im März 2017 auf der MIPIM vor. Nach Schätzungen sollen sich die Baukosten auf 700 Millionen Euro belaufen.[6] Für das Grundstück zahlt der österreichische Investor 122 Millionen Euro.[7] Aus der Antwort des Senats auf eine kleine schriftliche Anfrage Abgeordneten Jörg Hamann (CDU) vom 14. September 2018 (Drucksache 21/14277) geht hervor, dass die beiden anderen „Bestbieter“ in dem Vergabeverfahren, die nicht zum Zuge kamen, deutlich höhere Preisangebote gemacht haben. Demnach „lagen die absoluten Kaufpreise der nicht zum Zuge gekommenen Bestbieter bei 131.930.000 Euro und 135.000.000 Euro.“[8]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Projekt erfährt sowohl Unterstützung als auch Widerspruch durch Öffentlichkeit und politische Vertreter. Während die regierende SPD und die oppositionellen Parteien CDU und FDP die Pläne begrüßten, äußerten sich die Grünen als Koalitionspartner der SPD skeptisch. Kritiker verwiesen darauf, dass die Sanierung und Entwicklung bestehender Bauwerke wie des Heinrich-Hertz-Turms (Hamburger Fernsehturm) und des Bismarck-Denkmals in den Wallanlagen Vorrang vor neuen sog. Prestigeprojekten haben sollten. Der Senat reagierte auf diese Kritik mit der Ankündigung eines transparenten Bauvorhabens und insbesondere einer rein privatwirtschaftlichen Finanzierung des Vorhabens. Weitere Kritik bezieht sich auf die grundsätzlichere städtebauliche Frage, ob ein Hochhaus des geplanten Bauvolumens in die Hamburger Bautradition passe.

Weiterhin werden Bedenken vorgetragen, dass sich das Projekt – vergleichbar mit anderen lokalen und nationalen Großvorhaben wie der rund ein Jahr vor Vorstellung des Entwurf eröffneten Elbphilharmonie – im Falle schlecht ausgestalteter Verträge zu einer Belastung für die öffentlichen Kassen entwickeln könnte.[9][10][11]

Aufgrund einer schriftlichen Anfrage des EU-Abgeordneten Martin Schirdewan (GUE/NGL) im Europäischen Parlament[12] arbeitet die Europäische Kommission derzeit (Stand 2019)[13] an einer Stellungnahme zu der Frage, ob das Bauvorhaben unter die EU-Vergaberichtlinie fällt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Altbürgermeister Ole von Beust berät Elbtower-Entwickler, abendblatt.de vom 29. August 2018
  2. „Elbtower“ wird noch höher Hamburgs neuer Traumblick, mopo.de vom 24. November 2018
  3. SIGNA baut Elbtower nach Entwurf von David Chipperfield Architects Berlin. Abgerufen am 10. März 2018.
  4. „Elbtower “ – Eine elegante Hochhaus-Ikone für Hamburg. Abgerufen am 8. Februar 2018.
  5. Elbtower wird noch höher Hamburgs neuer Traumblick, 24. November 2018, Hamburger Morgenpost
  6. 235 Meter hoher „Elbtower“ in der Hafencity: Hamburg bekommt das dritthöchste Haus Deutschlands. (handelsblatt.com [abgerufen am 2. März 2018]).
  7. Elbtower-Pläne: Wie lief der Deal mit dem Ösi-Milliardär? Abgerufen am 7. März 2019.
  8. Bürgerschaft Drucksache 21/14277 - Google-Suche. Abgerufen am 7. März 2019.
  9. Oliver Schirg: Zu hoch? Hamburg streitet um den "Elbtower". Hamburger Abendblatt, 10. März 2017, abgerufen am 15. März 2017.
  10. Markus Lorenz: „Größenwahn“ oder „große Chance“: So reagiert Hamburg auf den „Elbtower“. SHZ, 10. März 2017, abgerufen am 15. März 2017.
  11. „Elbtower“ – Hamburg baut Megahochhaus in HafenCity. DIE WELT, 8. März 2017, abgerufen am 15. März 2017.
  12. Anwendung von EU-Vergaberegeln beim Bau des "Elbtowers" in Hamburg. Abgerufen am 1. Dezember 2018.
  13. Anfrage zur schriftlichen Beantwortung P-006345-18, europarl.europa.eu (abgerufen am 19. Januar 2019)

Koordinaten: 53° 32′ 5,1″ N, 10° 1′ 33,9″ O