Elektronische Tanzmusik

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EDM
Entstehungsphase: 1980er
Herkunftsort: Vereinigte StaatenDeutschland
Stilistische Vorläufer
Disco-Music
Genretypische Instrumente
SynthesizerDrumcomputerSequencerSamplerMusic WorkstationMusiksoftware
Musikstile
BreakbeatDeep HouseDiscoDownbeatDubstepDrum ’n’ BassEBMElectroEuro Disco / EurodanceFuture PopHappy HardcoreHardcore TechnoHands upHardstyleHi-NRGHouseIDMItalo-DiscoMinimal HouseMinimal TechnoNew BeatSchranzSynthie PopTechnoTranceTropical HouseTwo Step

Als elektronische Tanzmusik (englisch Electronic Dance Music, Abk. EDM) bezeichnet man eine Fülle von tanzbaren Musikstilen, die sich elektronischer Instrumente wie Synthesizer und Sampler sowie seit den 1990er Jahren auch Native Processing (softwarebasierte Musikerzeugung in Form von Softwaresynthesizern und Softwaresamplern) bedienen. Im Allgemeinen sind dabei alle Klänge bis auf eventuell vorhandene Gesangsstimmen synthetisch erzeugt, nicht selten werden allerdings nichtelektronische Instrumente in Form von Samples ins Arrangement eingebaut. Akustische Instrumente wie Gitarren und Schlagzeug kommen hingegen nur sehr selten zum Einsatz.

Als Synonym hat sich für bestimmte Teile der elektronischen Tanzmusik auch Dance Music bzw. Dance eingebürgert, wobei dieser Begriff besonders im nicht-englischsprachigen Raum vor allem die „massentauglicheren“ Stile der elektronischen Tanzmusik bezeichnet, also etwa Dance-Pop, Italo Disco, Euro Disco, Eurodance und Trance.

In Teilen der deutschen Technokultur ist insbesondere der englische Begriff Electronic Dance Music (EDM) oft negativ konnotiert: Obwohl Techno formal eigentlich selbst zu EDM zählt, wird darunter jedoch in Abgrenzung eine insbesondere für das Massenpublikum in den USA konzipierte „kommerzielle“ Variante von House verstanden, wie sie von DJs wie David Guetta, Calvin Harris, Bob Sinclar oder Avicii vertreten wird.[1][2][3] Nach den Worten von Berghain-Resident Ben Klock verbindet EDM und Underground nichts miteinander.[4]

Charakteristische Elemente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Menschen tanzen in einer Diskothek

Die elektronische Tanzmusik basiert meist auf dem so genannten repetitiven Arrangement, bei dem mittels ständiger Wiederholung von Melodie- und Rhythmuspatterns eine tranceartige Wirkung erzeugt wird. Die Lebendigkeit der Musik wird bei den meisten Stilrichtungen durch leichte Veränderungen der Patterns (etwa durch Filtereffekte wie beim Acid) oder auch überraschende Einwürfe (wie etwa beim Minimal Techno) erzielt. Es gibt aber auch Stilrichtungen, die auf das traditionelle Songschema setzen, wie etwa der Eurodance, und andere, in denen beide Elemente kombiniert werden, wie der Trance.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Clubs wird elektronisch erzeugte Musik oft von analogen Schallplatten abgespielt

Das repetitive Arrangement geht auf die amerikanischen E-Musiker der so genannten Minimal-Music-Bewegung zurück (z. B. Steve Reich), die in den 1960er Jahren mit minimalistischen, repetitiven, aber von traditionellen Instrumenten gespielten Arrangements experimentierten. Diese Art des Arrangements wurde von zahlreichen Bands Ende der 1960er Jahre in die Popmusik übernommen. Vor allem innerhalb der so genannten Krautrock-Bewegung waren Experimente in diese Richtung häufig, wie es die Werke etwa von Can, Tangerine Dream und Klaus Schulze zeigen. Besonders einflussreich war allerdings die deutsche Band Kraftwerk, die als erste Band in den 70er Jahren vollkommen elektronische, tanzbare Beats als Grundlage der Musik verwendeten.

In den USA keimte in den 1970er Jahren eine neue DJ-Kultur auf, die eng mit der Szene der so genannten Disco-Music, aber auch mit dem neu entstehenden Hip-Hop verbunden war. Die Discjockeys beschränkten sich von nun an nicht mehr aufs reine „Auflegen“ von Musikstücken, sondern experimentierten mit den Platten, indem sie etwa einzelne Rhythmusfragmente als so genannte Loops wiederholt abspielten. Aus dieser Szene ging die so genannte House Music hervor, der erste anerkannte Stil der elektronischen Tanzmusik.

Die Stilrichtung Electro Funk kombinierte erstmals beide Elemente – europäischen Synthpop und amerikanischen House bzw. Hip-Hop – und entwickelte sowohl in Europa und in den USA ab Anfang der 1980er Jahre zahlreiche Untergenres und Weiterentwicklungen, die teilweise eher dem Pop nahestanden, teilweise aber auch rein auf den tanzbaren Aspekt setzten (z. B. Techno).

Ende der 1980er Jahre gelang der elektronischen Tanzmusik der kommerzielle Durchbruch. Von nun an entstanden fast jedes Jahr neue Untergenres, die die neue Musikform auch mit anderen Elementen wie Rock, Pop, Reggae und Gothic mischten. Bis heute ist die elektronische Tanzmusik zu einem wesentlichen Bestandteil der Popmusik geworden, der nicht nur die Musik, sondern auch die Mode grundlegend beeinflusst hat. Ein Beispiel sind die Raves, Massenveranstaltungen, auf denen zu elektronischer Tanzmusik oft tagelang getanzt wird.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.zeit.de/kultur/musik/2013-06/hakkasan-las-vegas-ibiza-edm/seite-2
  2. http://www.imusiciandigital.com/de/blog-de/edm-wo-liegt-das-problem/
  3. http://www.welt.de/kultur/pop/article144987605/Es-geht-bei-Electronic-Dance-Music-nicht-um-Musik.html
  4. http://thump.vice.com/de/article/ben-klock-ich-bin-kein-techno-purist-422?utm_source=thumpfb