Elektrophilie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Gründe für Elektrophilie fehlen, siehe Diskussion:Elektrophilie#Gründe

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Die Elektrophilie (griechisch philos = Freund) ist in der Chemie ein abstraktes Maß für die Fähigkeit eines elektrophilen (elektronenliebenden) Moleküls, mit einem anderen Molekül, das eine erhöhte Elektronendichte aufweist, zu reagieren. Das elektronenarme Teilchen wird als Elektrophil bezeichnet, der Reaktionspartner als Nukleophil. Elektrophile Reaktionspartner sind positiv geladen oder besitzen eine stark positive Partialladung. Als Folge der Reaktion ist die Ausbildung einer Atombindung zu beobachten.

Elektrophile Teilchen[Bearbeiten]

Elektrophile Teilchen bzw. Atome werden von negativen Ladungen angezogen. Sie selbst sind positiv geladen (Kationen), positiv polarisiert (Dipole) oder haben allgemein ein hohes Bestreben, Elektronen aufzunehmen. Typische Elektrophile sind Carbokationen, Protonen (H+) und Halogene sowie Carbonylverbindungen.

Es sind Lewis-Säuren. Säuren sind Stoffe, die Kationen abspalten oder Anionen bzw. Elektronen aufnehmen können. Also Oxidationsmittel, die bei einer chemischen Reaktion dadurch reduziert werden. Es sind somit Elektrophile, und entsprechen elektrochemisch dem Pluspol (Anode).[1]

Elektrophile Reaktionen[Bearbeiten]

Elektrophile gehen bevorzugt Additionsreaktionen (Elektrophile Addition, AE) an einer Doppelbindung mit zwei Kohlenstoffatomen oder Substitutionsreaktionen (elektrophile aromatische Substitution, SE) an einem aromatischen Ring ein.

Elektrophobie[Bearbeiten]

Das Gegenteil von elektrophil ist elektrophob (griechisch phobos = Angst). Ein solches Molekül oder Ion stößt Elektronen ab, da es ein freies Elektronenpaar besitzt. Elektrophobie wird meistens Nukleophilie genannt.

Elektrophilitätsskala[Bearbeiten]

Elektrophilie Index einige ausgewählte Werte (dimensionslos)[2]
Fluor 3.86
Chlor 3.67
Brom 3.40
Iod 3.09
Hypochlorite 2.52
Schwefeldioxid 2.01
Schwefelkohlenstoff 1.64
Benzol 1.45
Natrium 0.88

Es gibt verschiedene Methoden, um das Ausmaß der Elektrophilie in einer Reihenfolge ihrer Reaktivität[3] zu ordnen, eine von ihnen wird durch den von Robert Ghormley Parr erstellten Elektrophilie-Index ω angegeben[4]:

\omega = \frac{\chi^2}{2\eta}\,

mit \chi\, für die Elektronegativität und \eta\, HSAB-Konzept , Hard and Soft Acids and Bases. Diese Gleichung ist analog zu der klassischen Gleichung über die Zusammenhänge für die elektrischen Leistung:

P = \frac{V^2}{R}\,

dabei ist R\, der Elektrischer Widerstand (Ohm oder Ω) und V\, entspricht der Elektrische Spannung.

Der Elektrophilie Index gilt auch für freie Radikale[5]. Stark elektrophile Reste wie die der Halogene reagieren mit elektronenreichen Reaktionsstellen und stark nucleophilen Resten wie etwa die 2-Hydroxypropyl-2-yl- und tert-Butyl-Reste reagieren mit einer Präferenz für elektronenarmen Reaktionsstellen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Näser, Karl-Heinz: Physikalische Chemie für Techniker und Ingenieure. 16. Aufl. Leipzig, (1986), S.158.
  2. Electrophilicity Index Parr, R. G.; Szentpaly, L. v.; Liu, S. J. Am. Chem. Soc.; 1999; 121(9); 1922-1924. doi:10.1021/ja983494x
  3. Electrophilicity Index Chattaraj, P. K.; Sarkar, U.; Roy, D. R. Chem. Rev.; 2006; 106(6); 2065-2091. doi:10.1021/cr040109f
  4. Electrophilicity Index Parr, R. G.; Szentpaly, L. v.; Liu, S. J. Am. Chem. Soc.; 1999; 121(9); 1922-1924. doi:10.1021/ja983494x
  5. Electrophilicity and Nucleophilicity Index for Radicals Freija De Vleeschouwer, Veronique Van Speybroeck, Michel Waroquier, Paul Geerlings, and Frank De Proft Org. Lett.; 2007; 9(14) S. 2721 - 2724; doi:10.1021/ol071038k