Elena Ceaușescu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Elena Ceaușescu

Elena Ceaușescu [tʃau̯ˈʃesku] (* 7. Januar 1916 in Petrești als Lenuța Petrescu; † 25. Dezember 1989 in Târgoviște) war eine rumänische Politikerin (RKP). Sie war die Ehefrau von Nicolae Ceaușescu.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ehe mit Nicolae Ceaușescu wurde im Frühjahr 1945 geschlossen. Dabei änderte sie ihren Vornamen Lenuța (dt. Lenchen) in Elena. Außerdem wurde ihr Geburtsjahr von 1916 nachträglich in das Jahr 1919 verlegt.[1] Ab 1971 bekleidete sie hohe Posten innerhalb der kommunistischen Partei und in der Regierung Rumäniens. Außerdem war sie Vorsitzende der rumänischen Akademie der Wissenschaften und galt im Land offiziell als „Gelehrte von Weltruhm“, obwohl sie die Schule im Alter von 14 Jahren verlassen hatte. Nach der Schulzeit ging sie nach Bukarest, um in einer Textilfabrik zu arbeiten. Da ihr Einkommen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts nicht ausreichte, begann sie sich im Rotlichtviertel zu prostituieren.[2] Ohne je studiert zu haben, trug sie später einen fingierten Doktortitel im Fach Technische Chemie („Acad. Dr. Ing“). Mehrere von anderen verfasste Fachpublikationen zum Thema Polymerisation wurden unter ihrer angeblichen Autorschaft veröffentlicht. Um Elena Ceaușescu wurde ebenso ein Personenkult betrieben wie um ihren Mann. So prangte ihr Bild auf Porzellantellern, Bildern und Medaillen. Selbst die Soldaten des Erschießungskommandos fragte sie, die sich vom Volk als „liebende Mutter der Nation“ feiern ließ, ob diese nicht wüssten, dass sie auch deren „Mutter“ sei.

Mit ihrem Mann hatte Ceaușescu zwei Söhne Valentin (* 1948) und Nicu (1951–1996) sowie die Tochter Zoia (1949–2006). Valentin wird häufig als Adoptivsohn bezeichnet, ist aber ein leibliches Kind, wie eine DNA-Analyse bewies.[3]

Sturz und Hinrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer zweitägigen Reise in den Iran sprach Nicolae Ceaușescu am 21. Dezember 1989 zu einer Menge von 100.000 Menschen im Zentrum von Bukarest. Nachdem die Menge gegen ihn zu schreien begann, eröffnete die Securitate das Feuer, aber das Militär unter Verteidigungsminister Vasile Milea weigerte sich, es ihr gleichzutun. An diesem Tag kam Milea unter lange Zeit ungeklärten Umständen ums Leben (eine Untersuchung von 2005 geht von einem misslungenen Versuch der Selbstverstümmelung aus). Das Diktatorenpaar verließ Bukarest am 22. Dezember in einem Hubschrauber. Mit Mileas Tod wurde aus der neutralen Position der Armee Feindschaft. Die rumänische Armee und die Securitate trugen in Bukarest Straßenkämpfe aus, und Hunderte, vielleicht Tausende wurden getötet. Die Ceaușescus wurden schließlich in Târgoviște verhaftet. Elena und Nicolae Ceaușescu wurden in einem Schnellverfahren zum Tode verurteilt. Die Durchführung dieses Verfahrens hatte Nicolae Ceaușescu unmittelbar vor seiner Festnahme durch die Einsetzung des nationalen Ausnahmezustandes ermöglicht. Am 25. Dezember wurden beide standrechtlich erschossen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elena Ceausescu, in: Internationales Biographisches Archiv 07/1990 vom 5. Februar 1990, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Diane Ducret: Elena Ceaușescu: Luxus, Ruhe, Securitate In: Die Frauen der Diktatoren Ecowin Februar 2012 Seite 251-268 ISBN 978-3711000200
  • Antje Windgassen: Im Bund mit der Macht: Die Frauen der Diktatoren 2016 Seite 110-123 ISBN 978-1530594191
  • Erich Schaake: Sex und Macht: Die Frauen der Diktatoren 2014 Seite 45-67 ISBN 978-1499637076

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Elena Ceaușescu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Kunze: Nicolae Ceaușescu – Eine Biographie. Berlin 2000.
  2. Pauline Krätzig: Diktatorenfrau Elena Ceausescu: Die böse Utopistin. In: Neue Zürcher Zeitung. Abgerufen am 20. Juni 2016.
  3. Leiche von Ex-Diktator Ceausescu identifiziert auf spiegel.de, abgerufen am 3. November 2010