Elena Lucrezia Cornaro Piscopia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Elena Lucrezia Cornaro Piscopia

Elena Lucrezia Cornaro Piscopia (* 25. Juni 1646 in Venedig; † 26. Juli 1684 in Padua) war eine italienische Benediktineroblate und Gelehrte. Sie war weltweit die erste Frau, die einen Doktortitel erhielt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie war das fünfte von sieben Kindern des Prokurators von San Marco (Sestiere di Venezia), Gianbattista Corner, und seiner späteren Gattin Zanetta Boni. Bereits in früher Kindheit erhielt Piscopia Unterricht in den klassischen Sprachen Latein und Griechisch, zu denen später noch Hebräisch, Arabisch, Französisch und Spanisch hinzukamen. Ihr weiteres Interesse galt der Mathematik, Philosophie und Theologie. Die Frivolität der venezianischen Gesellschaft verachtete sie und wurde deshalb in jungen Jahren eine Benediktineroblate.

1677 hatte Piscopia, die sich ganz den Wissenschaften widmen wollte, ihren ersten öffentlichen Disput an der Universität Padua. Die Bemühungen ihres Philosophieprofessors Carlo Rinaldini, eines Freundes von Galileo Galilei, ihr den Doktortitel in Theologie zu verschaffen, blieben erfolglos: Eine Frau habe in der Kirche zu schweigen (1 Kor 14,34 EU) und könne deshalb keine Lehrbefugnis erhalten, was besonders der Bischof von Padua und Kardinal Gregorio Barbarigo vertrat. Schließlich konnte ein Kompromiss erzielt werden, nach dem es Elena erlaubt war, zu einem philosophisches Thema aus der aristotelischen Logik zu promovieren. Am 25. Juni 1678 gelang ihr dies mit Bravour in Padua, und sie erhielt als weltweit erste Frau einen Doktortitel.

Die nächsten sechs Jahre verbrachte sie mit Schreiben, Übersetzungen, Studien, öffentlichen Vorträgen und Disputen. Seit 1669 war sie verschiedenen bedeutenden Akademien als Mitglied beigetreten, wie der Akademie der Ricovrati in Padua und der Akademien in Rom, Venedig und Siena.

Piscopia starb mit 38 Jahren an Tuberkulose. Ihr Grab befindet sich in der Basilika Santa Giustina in Padua.[1] Ihr Nachlass erschien 1688 in Parma.

Der Einschlagskrater Piscopia mit 26 km Durchmesser auf dem Planeten Venus wurde nach Elena Lucrezia benannt[2].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Elena Lucrezia Cornaro Piscopia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pandovando Magazine: Abbazia di Santa Giustina. 17. Januar 2013.
  2. Venus: Piscopia