Eleonore Weisgerber

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Eleonore Weisgerber beim Filmdreh 2018.
Eleonore Weisgerber im Jahre 2015 bei einer Preisverleihung der Deutschen Akademie für Fernsehen
Weisgerber bei einer Vernissage von „IN BALANCE – Stiftung für Bipolare Störungen Berlin“ in Plauen, 2007

Eleonore Weisgerber (* 18. August 1947 in Wiesbaden) ist eine deutsche Schauspielerin und Chansonsängerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eleonore Weisgerber, Tochter einer Krankenschwester und eines Exportkaufmanns, lebte vom ihrem dritten bis zum siebten Lebensjahr in Santo Domingo.[1] Im Schulalter kam sie mit ihrer Familie zurück nach Baden-Baden in Deutschland. Im Alter von zehn Jahren wollte sie aufgrund des Schultheaters Schauspielerin werden. Bereits ihre Großmutter stand auf der Bühne. Nach dem Abitur besuchte sie von 1966 bis 1969 die Max-Reinhardt-Schule in Berlin, wo sie Schauspiel, Gesang, Ballett und Musical Dance studierte.

2007 gründete Weisgerber „IN BALANCE – Stiftung für Bipolare Störungen Berlin“ unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen, deren Ziel es ist, das Wissen um die psychischen Erkrankungen der bipolaren Störung in der Gesellschaft bekannter zu machen. Seit 2010 engagiert sie sich darüber hinaus als „SchrittMacher“ der Tom Wahlig Stiftung, die sich die Erforschung und Bekämpfung der seltenen Erkrankung HSP zum Ziel gesetzt hat.

Eleonore Weisgerber heiratete 1976 ihren Schauspielkollegen Joachim Bliese (1935–2021). Die Ehe wurde 2002 geschieden.[2] Aus dieser Ehe entstammen zwei Kinder: Die Filmregisseurin und Drehbuchautorin Miriam Bliese (* 1978) und der Kulturwissenschaftler und Sozialarbeiter Johannes Bliese (* 1982), der auch in der Berliner Hip-Hop-Szene aktiv ist, wo er unter dem Künstlernamen Joe Madog auftritt.[3] Weisgerber lebte viele Jahre in Berlin und hatte bis 2021 einen Zweitwohnsitz in Paris.[4] Seit 2021 lebt sie in einem Haus auf der Ostseeinsel Usedom.[5][6]

Theater und Chanson[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weisgerber erhielt ihren ersten Vertrag an der Komödie Düsseldorf. Engagements hatte sie anschließend am Stadttheater Heidelberg (1973–1978) sowie am Stadttheater Basel (1978–1981); weitere Stationen ihrer Theaterlaufbahn waren unter anderem München, Straßburg und Paris.

Weisgerbers Rollenrepertoire auf der Theaterbühne reichte von klassischen Figuren wie beispielsweise der Lessing’schen Minna von Barnhelm bis hin zur Polly in Brecht/Weills Die Dreigroschenoper. Sie spielte u. a. die Kriemhild in Die Nibelungen, die Susanna in Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit, die Jeléna Andréjewna in Onkel Wanja und Elisabeth von Valois in Don Karlos.

2003 war sie bei zahlreichen Gastspielen mit der Titelrolle der Ellida in Henrik Ibsens Schauspiel Die Frau vom Meer in einer Produktion der „Bühne 64 Zürich“ neben Holger Petzold auf Tournee. Ab 2004 tourte sie mehrere Jahre lang an der Seite von Peter Bongartz mit dem Zwei-Personen-Stück Kleine Eheverbrechen durch deutschsprachige Städte und ging auch im Frühjahr 2009 wieder mit Bongartz auf Tournee.

Seit 1999 ist sie auch als Chansonnière (Alt-Stimme) tätig. Sie entwickelte ein Bühnenprogramm mit dem Titel Aufstieg und Fall der Femme fatale. Sie singt in diesem u. a. Lieder von Friedrich Hollaender und Hildegard Knef mit Texten von Klabund, Kurt Tucholsky und Günter Neumann.

Film und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr Fernsehdebüt gab Weisgerber 1968 neben Helmut Griem in dem Fernsehzweiteiler Bel ami. Ihren Durchbruch hatte sie mit der Rolle der Dr. Gisela Saalbach in der Arztserie Praxis Bülowbogen (1987–1992) neben Günter Pfitzmann.

Auf der Kinoleinwand war Weisgerber u. a. in Claude Chabrols Dr. M (1988) und in Peter EversA Gschicht über d’Lieb (2019) zu sehen. Sie wirkte in einer Vielzahl von Fernsehfilmen, u. a. in Der Vamp im Schlafrock mit Gudrun Landgrebe, neben Günter Pfitzmann in Die Meute der Erben, an der Seite von Inge Meysel in Die Liebenden vom Alexanderplatz und in Matti Geschonnecks Liebe Schwester als Ärztin Dr. Heine, mit.

Sie spielte in vielen Fernsehserien und Krimireihen, so u. a. in Der Kommissar, Derrick, Der Alte, Ein Fall für Zwei, Tatort, Peter Strohm, Wolffs Revier, Schlosshotel Orth, Nikola, Pfarrer Braun, Ein starkes Team, Chaos-Queens und Zimmer mit Stall.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eleonore Weisgerber präsentiert sich seit 2016 nur noch mit natürlichen grauen Haaren.[7] Ihr Vorbild dafür war Birgit Schrowange. Im März 2022 sagte Weisgerber in einem NDR-Interview, man „müsse als Frau ab einem gewissen Alter keinem Schönheitsideal mehr entsprechen“.[8]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Eleonore Weisgerber – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eleonore Weisgerber im Munzinger-Archiv, abgerufen am 5. April 2022 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Dankbar für das kleine Glück: Eleonore Weisgerber drei Mal im TV. Schwäbische Zeitung, 2. April 2005, abgerufen am 9. Juli 2019.
  3. SPOKEN WOR:L:DS – Joe “Madog” Bliese. Literaturbrücke Berlin e. V., abgerufen am 9. Juli 2019.
  4. Eleonore Weisgerber verlässt Paris – und vermisst die Flirts. WAZ.de vom 11. November 2021. Abgerufen am 5. Juni 2022.
  5. Schauspielerin Eleonore Weisgerber: So hat sie Usedom für sich entdeckt. Abgerufen am 5. Juni 2022.
  6. Eleonore Weisgerber: In der Familie ist es wichtig, bei der Wahrheit zu bleiben. GoldeneKamera.de vom 23. März 2022. Abgerufen am 5. Juni 2022
  7. „Als Frau wird man irgendwann unsichtbar“. BILD online vom 30. Oktober 2016. Abgerufen am 5. Juni 2022.
  8. DAS! mit Schauspielerin Eleonore Weisgerber. NDR Magazin. Abgerufen am 5. Juni 2022.