Elevate Festival

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Das Elevate Festival findet ab 2017 schon im März statt – wieder im und um den Grazer Schloßberg, in den Vorjahren war der Termin Ende Oktober. Fünf Tage lang präsentiert das Festival tagsüber Diskussionen und Workshops. Nachts bieten Konzerte in verschiedenen Locations die Möglichkeit, zur Musik von nationalen und internationalen KünsterInnen zu feiern, die sich abseits des Mainstreams bewegt. Deswegen trägt das Festival auch den Untertitel „Festival für zeitgenössische Musik, Kunst und politischen Diskurs“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgangspunkt für die Idee Musik und politischen Diskurs zu verbinden, war 2003 die Exit-Space-Veranstaltung in der Postgarage zum Thema lokale Kulturpolitik in Graz.[1] 2005 wurde das Konzept schließlich im und um den Grazer Schloßberg zu einem internationalen Festival erweitert. Die Idee zum Namen des Festivals kam den Gründern und Organisatoren des Festivals – Berhard Steirer, Daniel Erlacher und Roland Oreski – während einer Fahrt im Lift des Schlossbergs[2]: Elevator ist das englische Wort für Aufzug, das entsprechende Verb "to elevate" kann verschiedentlich übersetzt und interpretiert werden, u. a. als erbauen, anheben oder erhöhen[3].

Festivaljahre im Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005: „Independent People/Independent Movements“ (1. Festival)
Das Elevate Festival hat erstmals im Jahr 2005 stattgefunden. In diesem Jahr war Wikipedia-Gründer Jimmy Wales zu Gast.[4]

2006: „Elevate the Debate“
Die Themen, die 2006 diesem Jahr behandelt wurden, drehten sich im Großen und Ganzen um Freie Medien, Videostreaming und Grundeinkommen.[5]

2007: „Elevate Democracy!“
Die Themenkomplexe Medien, Technologie und Kritik, Analyse, Perspektiven wurden in Form von Diskussionsrunden und Workshops an vier Tagen behandelt. In diesem Jahr waren unter anderem die US-amerikanische Ex-Kongressabgeordnete und Präsidentschaftskandidatin 2008, Cynthia McKinney und der US-Medienkritiker und Dokumentarfilmer Danny Schechter zu Gast.[6]

2008: „Elevate the Commons“
Percy Schmeiser war einer der Gäste im Jahr 2008.[7]

2009: „Elevate the Crises“
Es sprachen Gäste wie Amy Goodman, Pat Mooney, Christian Felber, Raimund Löw oder Anneliese Rohrer.[8]

2010: „Elevate Civil Society“
Gäste waren u. a. Mike Bonanno (The Yes Men), Bill McKibben. 2010 wird zum ersten Mal rund um die Uhr im Internet ein Programm unter dem Titel der Elevate Mediachannel gesendet.[9]

2011: „Elevate the 21st Century“
Mit den Zukunftsvisionen, die es für das 21. Jahrhundert gab und gibt beschäftigte sich das Diskursprogramm 2011. Es wurde nicht nur der aktuelle Stand gesellschaftlich relevanter Entwicklungen diskutiert, sondern auch ein Blick in eine mögliche Zukunft geworfen. Zu Gast waren unter anderem: Johan Galtung, Mark Stevenson, Nafeez Mosaddeq Ahmed u.v.m.[10]

2012: „Elevate the Apocalypse?“
Am Elevate Festival 2012 stellte man sich der Frage: Gelingt es, den dringend nötigen Wandel hin zu solidarischen Wirtschafts- und Lebensweisen, die ökologische Grenzen respektieren und Menschenrechte achten, zu bewerkstelligen oder bedarf es erst großer Katastrophen, damit grundlegende Veränderungen entschieden vorangetrieben werden? An drei Thementagen diskutierten Gäste wie Christian Payne, Jacob Appelbaum oder Polly Higgins über aktuelle Lage und mögliche Handlungsansätze.[11]

2013: „Elevate Open Everything?“
Unter dem Thema beschäftigte sich das Elevate Festival mit der „Open Bewegung“, deren Gedankengut es ist Daten so offenzulegen, dass es Einzelnen oder Mehrere in einer Demokratie befähigt an politischen Prozessen teilzuhaben oder technische Innovation voranzutreiben. Obwohl die Ursprünge in Computer Software liegen hat sich der Open Gedanke in vielen Bereichen fortgesetzt. Die geladenen Gäste diskutierten über die Ambivalenz die neue Technologien und das Gedankengut des „Open Everything“ mit sich bringen, in einer Zeit von gefährdeter Privatsphäre, Wikileaks und Snowden. Sie bearbeiteten die Frage wie eine Gesellschaft der Openess aussehen würde, würde diese Realität werden. Diskursgäste waren u. a. Jacob Appelbaum, Birgitta Jónsdóttir und Anne Roth.[12]

2014: „Elevate #10 – Diskurs & Aktivismus“
Es wurden die 10 Jahre Elevate Festival reflektiert. Man stellte sich die Frage, was geblieben ist von den letzten Jahren, traf Gegenwartsanalysen und öffnete Zukunftsperspektiven. Der Politikwissenschaftler John Holloway gab, wie schon beim ersten Elevate Festival 2005, die Eröffnungsrede. Zu Gast waren unter anderem der Informationstechnologe Micah Lee und der Filmemacher Antonino D'Ambrosio.[13]

2015: „Elevate Creative Response!“
Die elfte Ausgabe widmete sich der Frage, wie den gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit durch kreatives Denken und Handeln begegnet werden kann. Das Thema wurde inspiriert durch Antonino Ambrosios Film Let Fury Have the Hour, welcher bereits im Vorjahr im Rahmen des Festivals gezeigt wurde. Ambrosio hielt daher neben Tadzio Müller auch eine der Eröffnungsreden des diesjährigen Festivals.[14]

Elevate Festival 2016 (12. Festival, bisher jeweils Oktober)
Im Zuge der Teilnahme an der Festival-Kooperation „We Are Europe“ richtete sich der Fokus des Diskursprogramms 2016 auf die gegenwärtigen Veränderungsprozesse in Europa. Unter den Diskursgästen befanden sich Journalistin und Wikileaks-Mitarbeiterin Sarah Harrison, der Philosoph und DiEM25-Mitbegründer Srećko Horvat, die französische Filmemacherin Hind Meddeb ebenso wie die emeritierte Professorin für Europäische Gesellschaftspolitik Birgit Mahnkopf.[15]

Elevate Festival 2017 (13. Festival, erstmals im März) 1.–5. März 2017 Big Data, Quantifizierung & Algorithmen - Wer trifft Entscheidungen im 21. Jahrhundert?[16][17]

Elevate Awards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2012 werden während des Festivals die Elevate Awards an Menschen, Initiativen und Projekte verliehen, die sich positiv, nachhaltig und innovativ für die Gesellschaft einsetzen. Vergeben werden Preise in drei Kategorien: Der Elevate Award Steiermark, der International Elevate Award und der Elevate Artivism Award. Die Auswahl der Preisträger findet über Publikumswahl (Elevate Artivism Award und Elevate Award Steiermark) bzw. durch eine internationale Jury statt, die sich aus den Gästen der letzten Festivaljahre zusammensetzt (International Elevate Award)[18].

Elevate Awards 2012

Kategorie Steiermark: Hofkollektiv Wieserhoisl

Kategorie International: Réseau des femmes pour le développement durable en Afrique (REFDAF)

Kategorie Artivism: Susanne Prosegga

Elevate Awards 2013

Kategorie Steiermark: Open BioLab Graz

Kategorie International: Refugee Protest Camp Vienna

Kategorie Artivism: HOAM:ART

Elevate Awards 2014

Kategorie Steiermark: KAMA Graz

Kategorie International: Cryptocat

Kategorie Artivism: Partycipation

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Elevate Verein (Hrsg.): ELEVATE! Ein Handbuchfür Morgen / A Manual for Change. Falter Verlag, Graz 2015, ISBN 978-3-85439-566-9, S. 16.
  2. Katharina Wiesler: Elevate Festival: 10 Jahre Uplifting. In: BIORAMA. 17. Oktober 2014 (biorama.eu [abgerufen am 12. November 2016]).
  3. dict.cc Wörterbuch :: to elevate :: Deutsch-Englisch-Übersetzung. In: www.dict.cc. Abgerufen am 12. November 2016.
  4. Festival Homepage 2005
  5. Festival Homepage 2006
  6. Festival Homepage 2007
  7. Festival Homepage 2008
  8. Elevate Festival Homepage 2009
  9. Elevate Festival Homepage 2010
  10. Elevate Festival Homepage 2011
  11. Elevate Festival Homepage 2012
  12. Elevate Festival Homepage 2013
  13. Elevate Festival Homepage 2014
  14. Elevate Festival 2015 – Programmvorschau. In: elevate.at. 11. Oktober 2016, abgerufen am 11. November 2016.
  15. We Are Europe! In: Elevate Festival. 11. Oktober 2016 (elevate.at [abgerufen am 11. November 2016]).
  16. Elevate Ankündigung 2017 abgerufen 14. Dezember 2016.
  17. Grazer Elevate-Festival 2017 erstmals im März orf.at, 14. Dezember 2016, abgerufen 14. Dezember 2016.
  18. Elevate Verein (Hrsg.): ELEVATE! Ein Handbuch für Morgen / A Manual for Change. Falter Verlag, Graz 2015, ISBN 978-3-85439-566-9, S. 364.