Elias H. Füllenbach

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Elias H. Füllenbach (* 1977 in Düsseldorf) ist ein deutscher Theologe und Kirchenhistoriker, der sich vor allem mit dem christlich-jüdischen Verhältnis und der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt. Er gehört dem Dominikanerorden an und ist seit November 2014 Prior des Düsseldorfer Dominikanerklosters an der Andreaskirche.[1] Er ist Archivar der deutschen Dominikanerprovinz Teutonia und zugleich stellvertretender Leiter des Instituts zur Erforschung der Geschichte des Dominikanerordens im deutschen Sprachraum in Köln.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1996 trat Füllenbach in Worms dem Dominikanerorden bei. Von 1998 bis 2006 studierte er an der Universität Bonn katholische Theologie, Geschichte und Kunstgeschichte sowie am Martin-Buber-Institut der Universität Köln Judaistik. Von 2000 bis 2001 absolvierte er ein Auslandsstudienjahr in Oxford.

Im Mai 2006 wurde Füllenbach in Köln zum Priester geweiht. Von 2006 bis 2012 war er Kaplan im linksrheinischen Düsseldorf und von 2006 bis 2011 zugleich wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für mittlere und neuere Kirchengeschichte an der Universität Bonn. Im Wintersemester 2009/2010 nahm er einen Lehrauftrag am Institut für Katholische Theologie der Universität des Saarlandes in Saarbrücken wahr.

Füllenbach gehört dem Vorstand der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit in Düsseldorf sowie dem wissenschaftlichen Beirat der deutschen Edith-Stein-Gesellschaft an. Zugleich ist er katholischer Gast im Ausschuss „Christen und Juden“ der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Im Auftrag der deutschen Ordensprovinz initiierte er in Regensburg eine Ausstellung zum 800jährigen Jubiläum des Dominikanerordens, die am 10. Mai 2016 unter dem Titel „Mehr als Schwarz & Weiß“ eröffnet wurde.[3]

Füllenbach ist Urenkel des ersten Düsseldorfer Nachkriegsoberbürgermeisters Wilhelm Füllenbach.[4]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (zusammen mit Walter Homolka): Leo Baeck. Eine Skizze seines Lebens. Gütersloh 2006.
  • St. Andreas in Düsseldorf – Die Hofkirche und ihre Schätze. Zum 350. Geburtstag des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. Hrsg. vom Dominikanerkloster Düsseldorf, Redaktion: Elias H. Füllenbach / Antonin Walter. Düsseldorf 2008.
  • (zusammen mit Walter Homolka): Rabbiner Leo Baeck. Ein Lebensbild. Teetz / Berlin 2008 (Jüdische Miniaturen, Bd. 75).
  • Dominikaner und Juden. Personen, Konflikte und Perspektiven vom 13. bis 20. Jahrhundert / Dominicans and Jews. Personalities, Conflicts, and Perspectives from the 13th to the 20th Century. Hrsg. von Elias H. Füllenbach OP und Gianfranco Miletto, Berlin/München/Boston 2015 (Quellen und Forschungen zur Geschichte des Dominikanerordens, Neue Folge, Bd. 14).
  • Mehr als Schwarz und Weiß. 800 Jahre Dominikanerorden. Hrsg. von Elias H. Füllenbach unter Mitarbeit von Susanne Biber. Regensburg 2016.

Aufsätze (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Heiligsprechung Edith Steins – Hemmnis im christlich-jüdischen Dialog? In: Freiburger Rundbrief, N. F. 6 (1999), S. 3–20.
  • Hieronymus de Moravia OP. Ein Musiktheoretiker des 13. Jahrhunderts. In: Wort und Antwort, 42 (2001), S. 41–43.
  • „Vergesset nicht – es ist unsre gemeinsame Welt“. Zukünftige Aufgaben christlich-jüdischer Zusammenarbeit in Deutschland. In: 50 Jahre Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf e. V. (Festschrift). Düsseldorf 2001, S. 77–83.
  • Auschwitz als Krise christlicher Theologie. Zum Kölner Edith-Stein-Denkmal von Bert Gerresheim. In: Edith Stein Jahrbuch, 10 (2004), S. 175–192.
  • Ein Außenseiter als Sündenbock? Der Fall Josef Nadler. In: Kritische Ausgabe, 8 (2004), Heft 2, S. 25–30.[5]
  • Pater Ludwig Maria (Nikolaus Modest) Paly. In: Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Hrsg. von Helmut Moll im Auftrag der Dt. Bischofskonferenz. 4., vermehrte u. aktualisierte Aufl., Paderborn u. a. 2006, S. 1346–1350.
  • Shock, Renewal, Crisis: Catholic Reflections on the Shoah. In: Antisemitism, Christian Ambivalence, and the Holocaust. Hrsg. v. Kevin P. Spicer, published in association with the United States Holocaust Memorial Museum Washington, D.C., Bloomington, IN 2007, S. 201–234.
  • Die Stellungnahme Kardinal Kaspers zur neuen Karfreitagsfürbitte. In: „… damit sie Jesus Christus erkennen“. Die neue Karfreitagsfürbitte für die Juden. Hrsg. von Walter Homolka und Erich Zenger. Freiburg i. Br. 2008 (Theologie kontrovers), S. 106–114.
  • Vom Paulus zum Saulus. Christliche und jüdische Paulusauslegung im 20. Jahrhundert. In: Wort und Antwort, 49 (2008), S. 100–104.
  • Aachen – Dominikaner. In: Nordrheinisches Klosterbuch. Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren. Hrsg. von Manfred Groten, Gisela Muschiol u. a. Siegburg 2009 (Studien zur Kölner Kirchengeschichte, Bd. 37,1), S. 45–51.
  • Scholastik. In: Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart, Bd. 3: Begriffe, Theorien, Ideologien. Hrsg. von Wolfgang Benz, Berlin/New York 2010, S. 295–297.
  • St. Andreas in der Düsseldorfer Altstadt. In: Orte der Düsseldorfer Malerschule. Spuren der Künstler in Düsseldorf. Hrsg. vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Neuss 2011 (Rheinische Kunststätten, Heft 528), S. 68–69.
  • Dominikanerorden. In: Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart, Bd. 5: Organisationen, Institutionen, Bewegungen. Hrsg. von Wolfgang Benz. Berlin/Boston 2012, S. 215–221.
  • Albertus Magnus als Bischof von Regensburg. In: Analecta Coloniensia 10/11 (2012), S. 131–150.
  • (zusammen mit Bastian Fleermann): “…diese Mörder nennen sich Nationalsozialisten”. Der Brief einer Düsseldorferin an den Vatikan aus dem Jahre 1933. In: Düsseldorfer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte des Niederrheins, 83 (2013), S. 405–418.
  • Die Dominikaner zwischen Thomismus und Modernismusverdacht. Die Studienhäuser des Ordens in Europa und ihre Verbindungen. In: Transnationale Dimensionen wissenschaftlicher Theologie. Hrsg. von Claus Arnold und Johannes Wischmeyer. Göttingen 2013 (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Abt. für Abendländische Religionsgeschichte, Beiheft 101), S. 169–193.
  • „Freunde des alten und des neuen Gottesvolkes“. Theologische Annäherungen an das Judentum nach 1945. In: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte, 32 (2013), S. 235–252.
  • Räumlicher Kontext: Die Stadtkirche und die Wittenberger Judensau. In: Der Jude als Verräter. Antijüdische Polemik und christliche Kunst. Eine Arbeitshilfe zum Wittenberger „Reformationsaltar“ von Lucas Cranach dem Älteren im Kontext des christlich-jüdischen Verhältnisses. Hrsg. von der Evangelischen Kirche im Rheinland, Düsseldorf 2014, S. 16–18.[6]
  • Katholische Initiativen gegen den Antisemitismus und die Anfänge des christlich-jüdischen Dialogs in Deutschland. In: Freiburger Rundbrief, N. F. 22 (2015), S. 2–19.
  • Dominikanische Spiritualität. In: Thomas Handbuch. Hrsg. von Volker Leppin. Tübingen 2016, S. 121-126.
  • Kanonisation. In: Thomas Handbuch. Hrsg. von Volker Leppin. Tübingen 2016, S. 426-430.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. dominikaner-duesseldorf.de
  2. archiv.dominikaner.de
  3. mittelbayerische.de
  4. wz-newsline.de
  5. kritische-ausgabe.de
  6. ekir.de