Elias Sanbar

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Elias Sanbar (* 1947 in Haifa, Völkerbundsmandat für Palästina) ist ein palästinensischer Politiker, Publizist und Übersetzer, der in Paris lebt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sanbars Eltern flohen 1948 nach der Gründung des Staates Israel in den Libanon. Sanbar studierte Rechtswissenschaften in Paris, Beirut und Princeton. 1968 schloss er sich dem Kampf der Palästinenser gegen Israel an. Er arbeitete seit 1971 am Institut für palästinensische Studien in Beirut und erlebt die ersten Jahre des Bürgerkriegs im Libanon, so dass er wieder nach Paris gehen musste. 1980 gründet er dort zusammen mit Leila Shahid[1] und Farouk Mardam-Bey[2] die Revue d’études palestiniennes (Zeitschrift für palästinensische Studien), zu deren Redaktion er von 1981 bis 2006 gehörte, die Revue stellte 2008 ihr Erscheinen ein.

Sanbar ist seit 1988 Mitglied des Palästinensischen Nationalrats. Er hat in verschiedenen internationalen Organisationen die Interessen der palästinensischen Bevölkerung vertreten, nahm 1991 an der Madrider Konferenz teil und 1992/1993 an den Verhandlungen in Washington und Tunis. Er ist Unterstützer des Russell-Tribunals zu Palästina. Seit 2006 ist er Vertreter der Palästinensischen Autonomiegebiete bei der UNESCO und seit Oktober 2011 dort Botschafter, nachdem er die diplomatische Anerkennung durch die Unesco erreichte.

Sanbar hat Schriften über Palästina verfasst und er hat Werke des palästinensischen Nationaldichters Mahmud Darwisch ins Französische übersetzt.

Ein kontroverses Gespräch mit Stéphane Hessel wurde 2012 in deutscher Übersetzung publiziert.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Rescapé et l'Exilé. Mit Stéphane Hessel. Don Quichotte éditions, Paris, 2012
  • Figures du Palestinien : identité des origines, identité de devenir, 2004
  • Les Palestiniens : la photographie d'une terre et de son peuple de 1839 à nos jours, 2004
  • Le Droit au retour : le problème des réfugiés palestiniens, 2002
  • Jérusalem : le sacré et le politique, 2000
  • Palestine, le pays à venir, 1996
  • Les Palestiniens dans le siècle, Reihe Découvertes Gallimard (nº 201), Gallimard, 1994
  • Palestine 1948, l'expulsion 1984

Übersetzungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Israel und Palästina Mit Stéphane Hessel. Übers. Edmund Jacoby. Berlin : Jacoby & Stuart, 2012
  • Mahmud Darwish: Murale : poème, 2003
  • Mahmud Darwish: La terre nous est étroite : et autres poèmes : 1966–1999, 2000
  • Mahmud Darwish: La Palestine comme métaphore : entretiens, 1997

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leila Shahid, palästinensische Diplomatin, siehe fr:Leïla Shahid in der französischsprachigen Wikipedia
  2. Farouk Mardam-Bey, Bibliothekar und Direktor Institut du monde arabe, siehe fr:Farouk Mardam-Bey in der französischsprachigen Wikipedia