Elieser Kaplan

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Elieser Kaplan
Kaplans Grab

Elieser Kaplan (hebräisch אליעזר קפלן‎, geboren 1891 in Minsk, Russisches Kaiserreich; gestorben am 13. Juli 1952 in Tel Aviv, Israel) war zionistischer Arbeiterführer, israelischer Politiker (Mapai, Mitglied der 1. und 2. Knesset) und der erste Finanzminister des Staates Israel.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaplan wurde in Minsk im heutigen Weißrussland geboren und erhielt seine Ausbildung im Cheder, im russischen Gymnasium in Łowicz und an der Technischen Hochschule in Moskau. Er beendete sein Studium 1917 mit einem Abschluss als Bauingenieur. 1920 ging er nach Eretz Israel. Er gehörte zu den führenden Persönlichkeiten der Histadrut und war 1929–1933 Sekretär des Exekutivkomitees. Von 1933 bis 1948 war er Direktionsmitglied der Jewish Agency mit Zuständigkeit für die Verteilung von Geldern. Ebenso war er Stadtrat von Tel Aviv in den Jahren 1925–1933.

Kaplan war einer von vier Vertretern des Jüdischen Nationalrates, die gegen die Unabhängigkeitserklärung am 14. Mai 1948 stimmten, unterzeichnete sie dann aber doch.

Nach Errichtung des Staates Israel wurde Kaplan zum ersten Finanzminister ernannt. Am 30. Juli 1948 konnte er die Schaffung einer eigenen israelischen Währung bekanntgeben: Ein israelisches Pfund entsprach etwa vier US-Dollar. Während seiner Amtszeit gelang es ihm, erste Darlehen aus dem Ausland zu erhalten, die den israelischen Markt vor dem Zusammenbruch bewahrten. 1952 plante er die „Neue Wirtschaftspolitik“ und begann mit ihrer Durchsetzung. Wenige Wochen vor seinem Tod legte er sein Amt nieder und wurde zum ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten Israels ernannt. 1949–1950 amtierte er auch als Minister für Handel und Industrie.

Nach ihm wurden das Kaplan-Hospital in Rechowot, der Stadtteil Qirjat Elieser in Netanja, das Kaplan-Viertel in Kfar Saba und zahlreiche Straßen in israelischen Städten benannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • John F. Oppenheimer (Red.): Lexikon des Judentums. Bertelsmann-Lexikon-Verlag, Gütersloh, Berlin, München, Wien 1971, ISBN 3-570-05964-2, Sp. 365.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]