Elisabeth Büchsel

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Elisabeth Charlotte Helene Emilie Büchsel (* 29. Januar 1867 in Stralsund; † 3. Juli 1957 in Stralsund) war eine deutsche Malerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elisabeth Büchsel wurde als zweites von sechs Kindern des Altermannes der Stralsunder Gewandschneider Ernst Gotthilf Felix Büchsel und seiner Ehefrau Marie Anna Wilhelmine Musculus geboren. Das relativ begüterte Elternhaus ermöglichte ihr ihre spätere Ausbildung. Sie begann bereits im Kindesalter, sich für die Darstellung ihrer Umgebung zu interessieren.

Ihre künstlerische Begabung wurde entdeckt und gefördert. So nahm sie unter anderem in Berlin-Spandau bei Professor Paul Flickel und später im Verein der Berliner Künstlerinnen bei Franz Scarbina Unterricht. Ihre Studien führten sie in den Jahren 1900 bis 1903 nach Paris zur Académie Colarossi bei Lucien Simon und nach München zu Christian Landenberger an der Akademie des Münchner Künstlerinnenvereins. Ab 1904 lebte und arbeitete sie jeweils von Frühjahr bis Herbst auf der Insel Hiddensee. Dort lebte sie dann als Sommergast im Haus der Familie Gau in Neuendorf. Ihr Domizil in Stralsund bildete das dortige Schloss am Sund an der Promenade des Strelasund-Ufers.

Elisabeth Büchsel gehörte gemeinsam mit Clara Arnheim und Henni Lehmann zum Vorstand des Hiddensoer Künstlerinnenbundes, der auf Initiative der Malerin Henni Lehmann im Jahre 1919 gegründet wurde. Weitere Mitglieder waren Käthe Loewenthal, Katharina Bamberg und Elisabeth Andrae, später auch Julie Wolfthorn und Dorothea Stroschein. Gemeinsam stellten sie in der Kunstscheune in Vitte aus, die später auch als Blaue Scheune bekannt wurde.

Büchsel malte überwiegend Porträts und Landschaftsbilder von Rügen und Stralsund sowie der Stralsunder Umgebung. Ein Teil ihres Werkes wird im Stralsunder Kulturhistorischen Museum ausgestellt, der größere Teil befindet sich weit gestreut in Privathand. Eines ihrer bekanntesten Porträts ist das des ersten Stralsunder Oberbürgermeisters Carl Heydemann, welches sie 1933 malte.

Am 3. Juli 1957 starb Elisabeth Büchsel in Stralsund und wurde auf dem dortigen St.-Jürgen-Friedhof beigesetzt.

„[...] Fräulein Büchsel aus Stralsund, eine Schülerin von Lucien Simon in Paris, malt seit langer Zeit mit großer Vorliebe auf Hiddensee. Sie hat es verstanden, sich mit der Kinderwelt dort besonders zu befreunden, so daß die Kleinen ihr willig Modell stehen, und schon manch hübsches Bild ist nach diesen Vorwürfen entstanden. Mit unermüdlichem Fleiß aber bemüht sie sich, auch die großen Luftstimmungen zum Ausdruck zu bringen [...]“

Felix Krause, 1907 [1]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1911: Teilnahme an der Großen Berliner Kunstausstellung
  • 1957: zum 90. Geburtstag Ausstellung ihres Lebenswerkes im Museum Stralsund
  • 2007: zum 50. Todestag Ausstellung im Inselmuseum Kloster auf Hiddensee[2]
  • 2012: „Büchsel und Freunde“ im Kulturhistorischen Museum Stralsund[3]
  • 2014: Sonderausstellung „Hundertmal Büchsel“ im Kulturhistorischen Museum Stralsund[4][5]
  • 2017: zum 150. Geburtstag Ausstellung im Heimatmuseum in Kloster und im Groot Partie Reusenschuppen in Neuendorf auf Hiddensee.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elisabeth Büchsel. In: Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 5: V–Z. Nachträge: A–G. E. A. Seemann, Leipzig 1961, S. 349.
  • Michael Lissok: Elisabeth Büchsel. In: Dirk Alvermann, Nils Jörn (Hrsg.): Biographisches Lexikon für Pommern. Bd. 2 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern. Reihe V: Forschungen zur Pommerschen Geschichte. Bd. 48,2). Böhlau, Köln u. a. 2015, ISBN 978-3-412-22541-4, S. 42–46.
  • Wieland Barthelmess: Elisabeth Büchsel: Ein Leben zwischen Paris und Hiddensee. Verl. Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 1996, ISBN 3-88132-086-5.
  • Hansestadt Stralsund (Hrsg.): Frauen in der Stralsunder Stadtgeschichte. Stralsund, 1998.
  • Ute Fritsch: Künstlerkarte Hiddensee. Verlag JENA 1800, Berlin 2003, ISBN 3-931911-22-5.
  • Ruth Negendanck: Hiddensee: die besondere Insel für Künstler. Edition Fischerhuder Kunstbuch 2005, ISBN 978-3-88132-288-1.
  • Marion Magas: Wie sich die Malweiber die Ostseeküste eroberten. Bloch, Berlin 2008, ISBN 978-3-00-023779-9.
  • Angela Rapp: Der Hiddensoer Künstlerinnenbund – Malweiber sind wir nicht, Berlin 2012, ISBN 978-3-00038-345-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Felix Krause: Hiddensee. In: Westermanns Monatshefte Jg. 51 (1907), S. 552
  2. Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern. Das Personenlexikon. Hinstorff Verlag, Rostock 2011, ISBN 978-3-356-01301-6, S. 1547 f.
  3. Büchsel und Freunde. inside Stralsund, 23. Juli 2012, abgerufen am 19. Januar 2015.
  4. Hundertmal Büchsel. inside Stralsund, 4. Juni 2014, abgerufen am 19. Januar 2015.
  5. Die Pommersche Zeitung. Nr. 37/2014, S. 2.