Elisabeth Marie von Münsterberg-Oels

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Elisabeth Marie von Oels (* 11. Mai 1625 in Oels; † 17. März 1686 ebenda) war Herzogin von Oels. Sie entstammte dem Münsterberger Zweig des böhmischen Adelsgeschlechts Podiebrad.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elisabeth Marie war das einzige Kind des Herzogs Karl Friedrich von Münsterberg-Oels (1593–1647) aus dessen erster Ehe mit Anna Sophia (1598–1641), Tochter des Herzogs Friedrich Wilhelm I. von Sachsen-Weimar. Da ihr Vater keine männlichen Nachkommen hatte, bemühte er sich, dass ihm Elisabeth Marie als regierende Herzogin von Oels folgen könne. Schon 1638 hatte er das Herzogtum zum „Weiberlehen“ erklärt.

Am 1. Mai 1647 heiratete Elisabeth Marie in Oels Herzog Silvius Nimrod von Württemberg-Juliusburg. Bereits am 31. Mai dieses Jahres starb ihr Vater als letzter seines Geschlechts im Mannesstamm. Da das Herzogtum Oels ein Lehen der Krone Böhmen war, das beim Tod des letzten Herzogs als erledigtes Lehen einzuziehen war, erhob Kaiser Ferdinand III. in seiner Eigenschaft als König von Böhmen Einwände gegen den Übergang an Elisabeth Maria. Schließlich wurde 1648 mit einem Vergleich die mährische Herrschaft Jaispitz an den Kaiser abgetreten und dem Herzogspaar und deren Nachkommen das Herzogtum Oels neu verlehnt, wobei die herzoglichen Hoheitsrechte vermindert wurden. Die mährische Herrschaft Sternberg blieb weiterhin im Familienbesitz.

1652 stiftete das Herzogspaar den Orden vom Totenkopf. Nach dem Tod ihres Mannes wurde Elisabeth Marie, gemeinsam mit Herzog Christian von Brieg und dessen Halbbruder Freiherr August von Liegnitz (1627–1679), Regentin von Oels und Vormündin ihrer vier minderjährigen Söhne. Die älteren Söhne teilten nach Erlangung ihrer Volljährigkeit 1672 das Land und Elisabeth Marie legte im Jahr darauf auch die Vormundschaft für ihren jüngsten Sohn nieder.

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ehe der Herzogin Elisabeth-Marie mit Silvius Nimrod von Württemberg-Juliusburg entstammten:

∞ 1672 Eleonore Charlotte von Württemberg-Mömpelgard (1656–1743)
∞ 1. 1672 Anna Elisabeth von Anhalt-Bernburg (1647–1680)
∞ 2. 1683 Sibylle Marie von Sachsen-Merseburg (1667–1693)
∞ 3. 1695 Sophie Wilhelmine von Ostfriesland (1659–1698)
∞ 4. 1700 Sophie von Mecklenburg-Güstrow (1662–1738)
∞ 1677 Anna Sophie von Mecklenburg-Schwerin (1647–1726)
  • Kunigunde Juliana (*/† 1655)
  • Silvius (*/† 1660)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Friedrich Pauli: Allgemeine preußische Staats-Geschichte des dazu gehörigen Königreichs, Churfürstenthums und aller Herzogthümer, Fürstenthümer, Graf- und Herrschaften […]. Band 7. Francke, Halle 1767 (Digitalisat), S. 559 f.
  • Ludwig Petry, Josef Joachim Menzel (Hrsg.): Geschichte Schlesiens. Band 2: Die Habsburger Zeit 1526–1740. 3., unveränderte Auflage. Thorbecke, Stuttgart 2000, ISBN 3-7995-6342-3, S. 62f. und 67.
  • Gerhard Raff: Hie gut Wirtemberg allewege. Band 2: Das Haus Württemberg von Herzog Friedrich I. bis Herzog Eberhard III. Mit den Linien Stuttgart, Mömpelgard, Weiltingen, Neuenstadt am Kocher, Neuenbürg und Oels in Schlesien. 4. Auflage. Landhege, Schwaigern 2014, ISBN 978-3-943066-12-8, S. 662–671.
  • Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten: Schlesien. Kröner, Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, S. LXIV, 19 und 369 sowie Stammtafeln auf S. 602 f.
  • L. Wiesner: Zur Geschichte der Herzöge von Oels, Württembergischer Linie, namentlich Carl Friedrichs von Oels und Carls von Bernstadt. In: Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Alterthum Schlesiens. Band 4, 1862 (Digitalisat), S. 170 f.
  • Jan Županič: Württemberkové v Olešnici. In: Studia zachodne 13, 2011, S. 49–64.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]