Elisabeth Wehling

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Elisabeth Wehling auf der Re:publica 17

Elisabeth Wehling (* 30. April 1981 in Hamburg) ist eine deutsche Sprach- und Kognitionswissenschaftlerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wehling studierte in Hamburg, Rom und Berkeley Soziologie, Journalistik und Linguistik. Sie lehrt und forscht in Kalifornien am International Computer Science Institute der Universität Berkeley.[1]

Politisches Framing[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wehling publiziert seit 2008 zum Framing im politischen Kontext und darüber, wie durch das Setzen von sprachlichen Deutungsrahmen eine Debatte in eine bestimmte Richtung gelenkt werden kann. Insbesondere konservative Thinktanks wie die Heritage Foundation investieren Millionenbeträge für die Entwicklung von Frames.[2]

Ihr 2016 erschienenes Buch Politisches Framing erhielt medial eine umfangreiche Resonanz.[3]

Im ersten Teil stellt Wehling die Grundlagen der Theorie dar, die experimentell überprüft wurden. Im zweiten Teil analysiert sie aktuelle Frames der politischen Debatte, die durch Begriffe wie Flüchtlingsstrom, Mindestlohn, Klimawandel oder Steueroase aktiviert werden.

Schade sei, so die Rezension des Portals für Politikwissenschaft, dass Wehling nur wenige "alternative Semantiken" zu den problematischen Begriffen anbiete, weil man die Verwendung von Frames und Metaphern nicht vermeiden könne. Ergänzt werden müsse das Werk außerdem um einem "kritischen Blick auf die Leistungen der Kognitionsforschung sowie eine Erörterung der generellen Frage, wie groß der Einfluss der Semantik im Vergleich zu anderen Faktoren – etwa Inhalt oder Person – auf die politischen Entscheidungen der Bürger ist."[4]

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Kein Wort kann außerhalb von Frames gedacht, ausgesprochen und verarbeitet werden. Wann immer Sie ein Wort hören, wird in Ihrem Kopf ein Frame aktiviert.“

Elisabeth Wehling [5]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher
als Ko-Autorin
  • George Lakoff, Elisabeth Wehling: Auf leisen Sohlen ins Gehirn. Politische Sprache und ihre heimliche Macht. 4., überarbeitete Auflage. Carl-Auer-Verlag, Heidelberg 2016, ISBN 978-3-8497-0141-3 (Erstausgabe: 2008).
  • George Lakoff, Elisabeth Wehling: The Little Blue Book – The Essential Guide to Thinking and Talking Democratic. Free Press, New York 2012, ISBN 978-1-4767-0001-4 (englisch).
  • Carsten Brosda et al.: Sprache. Macht. Denken – Politische Diskurse verstehen und führen. Hrsg.: Denkwerk Demokratie. Campus, Frankfurt a. M. 2014, ISBN 978-3-593-50072-0.
Sonstiges (Auswahl)
  • Politische Kommunikation, die ankommt. Eine neurolinguistische Analyse des EU-Wahlkampfes. Friedrich-Ebert-Stiftung, Internationale Politikanalyse, Berlin 2009, ISBN 978-3-86872-209-3 (8 S., fes.de [PDF]).
  • Der gedankliche Abbau sozialdemokratischer Werte. Zur Sprache der Sozialpolitik in Großbritannien, Italien, Österreich und Deutschland. Friedrich-Ebert-Stiftung, Internationale Politikanalyse, Berlin 2011, ISBN 978-3-86872-787-6 (12 S.).
  • A Nation Under Joint Custody: How Conflicting Family Models Divide US Politics. University of California, Berkeley 2013 (englisch, 156 S., escholarship.org – Dissertation).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Elisabeth Wehling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Sprenger: Thema des Tages: Politik und Sprache – So wird mit Sprache Politik gemacht. Tiroler Tageszeitung, 16. Juni 2016; abgerufen am 11. September 2016 (Interview mit Elisabeth Wehling).
  2. Marc Brost, Petra Pinzler: Vorsicht vor diesen Wörtern. Die Zeit, 10. März 2016; abgerufen am 11. September 2016 (Interview mit Elisabeth Wehling).
  3. Übersicht der medialen Präsenz (TV / Print / Radio). elisabethwehling.com; abgerufen am 11. September 2016.
  4. Jan Achim Richter: Rezension zu: Elisabeth Wehling: Politisches Framing. Köln: 2016, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/39779-politisches-framing_48240, veröffentlicht am 23. Juni 2016.
  5. Marc Brost, Petra Pinzler: Sprache: Vorsicht vor diesen Wörtern. In: Die Zeit. 12. März 2016, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 7. April 2017]).