Elisabethanische Architektur

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Englische Renaissance: Hardwick Hall (1590–1597). Die vielen, großen Ajimezfenster sind typisch für die englische Renaissance, während die Loggia italienisch ist.
Burghley House, fertiggestellt 1587
Wollaton Hall in Nottingham, fertiggestellt 1588 für Sir Francis Willoughby durch den elisabethanischen Architekten Robert Smythson.

Die elisabethanische Architektur ist eine Baustilrichtung der Renaissance in England. Sie war während der Regierungszeit Elisabeth I. (1558–1603) in Mode und entspricht zeitlich etwa dem Cinquecento in Italien, der Frührenaissance in Frankreich und dem plateresken Stil in Spanien. In England folgte die Elisabethanische Architektur dem Tudorstil. Ihrerseits ging sie ihrer weiteren stilistischen Ausprägung, der jakobinischen Architektur des 17. Jahrhunderts und bis zu einem gewissen Grad auch dem Palladianismus voraus, der in einer Handvoll prominenter Kommissionen in Hofkreisen durch Inigo Jones eingeführt wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Renaissance kam in England in der Regierungszeit von Elisabeth I. an. Der Baustil breitete sich zunächst in Benelux aus, wo unter anderem Stilelemente wie der Staffelgiebel und flandrisches Beschlagwerk in geometrischen Formen angewendet wurden; beide Elemente kann man auch an den Türmen von Wollaton Hall und Montacute House sehen. Flämische Bauleute lösten die Italiener ab, die den Tudorstil beeinflusst hatten. Die alte Royal Exchange in London war eines der ersten wichtigen Gebäude, die Henri de Paschen, ein Architekt von Antwerpen, entwarf. Gebäude, die den von den flämischen Handwerkern eingeführten Baustil zeigen, sind z. B.:

In England manifestierte sich die Renaissance meist in großen, rechteckigen und hohen Häusern, wie dem Longleat House. Oft haben diese Gebäude asymmetrisch angebrachte Türme, die auf die Entwicklung aus der mittelalterlichen Festungsarchitektur hinweisen. Hatfield House, das 1607–1611 zur Gänze von Robert Cecil, 1. Earl of Salisbury, gebaut wurde, ist ein perfektes Beispiel für die Übergangsperiode vom Giebel-und-Türmchen-Stil der vorhergehenden Ära. Man sieht deutlich die mit Türmchen versehenen Flügel im Tudorstil an beiden Enden mit ihren Ajimezfenstern, aber gleichzeitig erreicht das Ganze eine Symmetrie; die beiden Flügel sind durch eine Fassade im Italianate-Stil verbunden. Die zentrale Fassade, ursprünglich eine offene Loggia, wird Inigo Jones selbst zugeschrieben. Allerdings zeigt die zentrale Terrasse einen stärkeren jakobinischen Einfluss, als Jones angewandt hätte, und so ist die Zuschreibung vermutlich falsch. Im Inneren des Hauses zeigt das fein geschnitzte Treppenhaus den Einfluss der italienischen Renaissance auf die englische Ornamentik.

Ebenfalls zu dieser Zeit übernahmen englische Häuser das Konzept einer Long Gallery als Hauptempfangsraum.[1]

Architekten dieser Periode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Trewin Cropplestone: World Architecture. Hamlyn 1963. S. 262

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Trewin Cropplestone: World Architecture. Hamlyn 1963

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Elisabethanische Architektur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien