Elisabethkirche (Marburg)

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Ansicht von Südwesten
Ansicht von Südosten

Die Elisabethkirche ist ein evangelisches Kirchengebäude in Marburg. Sie wurde ab dem 14. August 1235 am Fuß des Marburger Schlossberges errichtet und 1283 geweiht. Der Deutsche Orden baute sie unter maßgeblicher Förderung der Landgrafen von Thüringen zu Ehren der heiligen Elisabeth von Thüringen. Die dreischiffige Hallenkirche mit Drei-Konchen-Chor und westlicher Zwei-Turm-Anlage wurde über Elisabeths Grabmal errichtet, was die Kirche zu einem bedeutenden Wallfahrtsort des späten Mittelalters machte. Die Elisabethkirche fand Vorbilder im französischen Kathedralbau und diente ihrerseits als Modell für einige Kirchen im In- und Ausland. Ihre Ausstattung ist von überregionaler Bedeutung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elisabeth als Stifterin der Kirche dargestellt

Elisabeth gründete 1228 in Marburg das Hospital, in dem sie bis zu ihrem Tod 1231 Kranke und Bedürftige versorgte. In der Hospitalkapelle, die dem heiligen Franz von Assisi geweiht war und möglicherweise selbst der Beherbergung Kranker diente,[1] wurde sie in einem Erdgrab mit steinerner Deckplatte bestattet.[2] Die 38 Meter lange Kapelle war ein nach Ost-Nordost orientierter Saalbau, ein abgetrennter Ostbau mit halbrunder Apsis und ein Westturm auf quadratischem Grundriss, der vermutlich nie vollendet wurde, da bereits 1235 mit dem Bau der Elisabethkirche begonnen wurde.[3] Die Annahme eines steinernen „Konradbaus“, der die erste bescheidene Kapelle (capella modica) im Jahr 1232 ersetzt haben soll, geht auf Albert Huyskens (1909) zurück und ist forschungsgeschichtlich umstritten.[4] Nach Elisabeths Tod setzte sofort ein Pilgerstrom ein und zahlreiche Heilungswunder wurden bezeugt. 1234 erlangte Elisabeths Schwager Konrad von Thüringen die Übereignung des Hospitalkomplexes mit Franziskuskapelle und Elisabethgrab an den Deutschen Orden. Dieser betrieb den planvollen Ausbau des Wallfahrtsortes.

Mit dem Bau der großen Elisabethkirche wurde 1235, im Jahr der Heiligsprechung Elisabeths begonnen. Die Kirche wurde so angelegt, dass Elisabeths Grabstätte in der Nordkonche der neuen Kirche im Sinne der Ortskontinuität an derselben Stelle über dem ersten Grab zu liegen kam.[5] Während Westturm und Saalbau der Hospitalkapelle in den 1230er Jahren abgetragen wurden, blieb der zweiteilige Ostbau während der Bauarbeiten der neuen Kirche wohl bis in die 1250er Jahre erhalten, um die Reliquienverehrung nicht zu unterbrechen.[6] Am 1. Mai 1236 erfolgte im Beisein Kaiser Friedrichs II. die feierliche Erhebung der Gebeine und ihre Umbettung in einen kostbaren Schrein sowie in verschiedene weitere Reliquiare.[7]

Bereits in den 1230er Jahren waren die Fundamente des Ostbaus (Konchen und Vierung), des gesamten Langhauses und im nordöstlichen Turmbereich gelegt. Um 1243 wurde der Dachstuhl des Konchenbaus aufgeschlagen und waren die Mauern des Langhauses bis zum dritten Joch vollständig und bis zum vierten Joch teilweise aufgeführt. Das Dachwerk der ersten beiden Joche ist dendrochronologisch auf 1248 datiert und weist eine französisch geprägte Konstruktion mit Hängesäulen auf. 1249 wurden die Gebeine der Heiligen in dem fertiggestellten Schrein in die Nordkonche überführt. Die zweigeschossige Sakristei im Nordosten wurde spätestens 1262 errichtet; der Dachstuhl wird dendrochronologisch um 1266 datiert.[8] Ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine Planänderung erkennbar, die eine andere Dachstuhlkonstruktion und möglicherweise auch die heutige Anlage der Westfassade mit den beiden Turmunterbauten und dem Westportal (um 1270) zur Folge hatte. Nach Fertigstellung der Langhausmauern im Jahr 1277 und des restlichen Dachwerks folgten vermutlich bis 1295 die Turmfreigeschosse. Das 1311–1313 aufgeschlagene Dach zwischen den Freigeschossen setzt die Errichtung der beiden Steintürme voraus.[9]

Die Elisabethkirche wurde 1283 geweiht. Sie trägt das Patrozinium der Gottesmutter, wurde aber meistens ecclesia beate Elizabeth („Kirche der seligen Elisabeth“) genannt. Entsprechend dem Patrozinium finden sich in der Bauplastik zahlreiche Mariendarstellungen.[10] Die restlichen Arbeiten an den beiden Türmen zogen sich noch bis 1340 hin. Einige Gebäude des Ordens, das sogenannte Deutschhausgut, befinden sich noch heute an der Kirche. Dort sind jetzt u. a. das Mineralien-Museum und der Fachbereich Geographie der Philipps-Universität untergebracht.

Grablege der Landgrafen im Südchor

Bis ins 16. Jahrhundert war die Elisabethkirche Grablege der Landgrafen von Hessen. 1539 ließ Landgraf Philipp der Großmütige die Gebeine der heiligen Elisabeth entfernen, um ein Zeichen gegen den Reliquienkult zu setzen. Zu diesem Zeitpunkt war der größte Teil der begehrten Reliquien bereits an verschiedene Orte abgegeben.[11] Der Schädel Elisabeths befindet sich heute im Elisabethkloster in Wien oder im Stadtmuseum von Stockholm und ein Armreliquiar im Schloss Sayn.[12]

Der vordere Bereich des Kirchenraumes war früher den Ordensrittern vorbehalten. Im Laufe des 16. Jahrhunderts konvertierten die einstmals katholischen Ordensbrüder fast alle zum Protestantismus, so dass in der Elisabethkirche ab 1539 der evangelische Gottesdienst gefeiert wurde. Einen Teil des ursprünglich reichen Figurenschmucks ließ Landgraf Moritz 1619 wegen des Bilderverbots entfernen.[13] Im Siebenjährigen Krieg litt die Kirche Schaden, als sie als Heu- und Mehlmagazin genutzt wurde. Instandhaltungsmaßnahme wurden 1767–1770 durchgeführt. Zwischen 1811 und 1827 war die Kirche kurzzeitig ein Simultaneum, d. h. es fanden räumlich getrennt sowohl katholische als auch protestantische Gottesdienste statt.[14]

Nach Hochwasserschäden im Jahr 1847 fanden 1854–1861 Grabungen und Restaurierungen in und an der Elisabethkirche und ihrer Umgebung statt.[15]

1945 wurden die Särge der preußischen Könige Friedrich II. und Friedrich Wilhelm I. zwischenzeitlich in einem thüringischen Salzbergwerk eingelagert und von der US-Armee von Thüringen in die Elisabethkirche verbracht und kamen 1952 – auf Initiative von Louis Ferdinand von Preußen – in die Kapelle der Burg Hohenzollern.

In der Nordturmkapelle der Elisabethkirche befindet sich das Grab des früheren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und seiner Frau Gertrud. Beide waren 1934 im Tannenberg-Denkmal in Ostpreußen beigesetzt worden. Um zu verhindern, dass die Leichen in die Hände der Roten Armee fallen, ließ Hitler am 12. Januar 1945, einen Tag vor Eröffnung der Schlacht um Ostpreußen durch die Rote Armee, die Särge des Ehepaares von Einheiten der Wehrmacht aus dem Denkmal schaffen und von Königsberg mit dem Leichten Kreuzer Emden nach Pillau transportieren, von wo aus sie das Passagierschiff Pretoria nach Stettin brachte. Bei Kriegsende befanden sich beide Särge in einem Salzbergwerk in Thüringen, wo sie im Sommer 1945 von Einheiten der US-Armee entdeckt wurden. Im August 1946 wurden die Särge in der Turmhalle der Elisabethkirche endgültig beigesetzt.[16]

Umfangreiche archäologische Ausgrabungen wurden in den Jahren 1970/1971, 1997 und 2006–2009 innerhalb und im unmittelbaren Umfeld der Elisabethkirche durchgeführt.[17] Auf dem Gelände vor dem Hauptportal fanden ab Juni 2006, im Vorfeld einer geplanten Umgestaltung, archäologische Arbeiten statt, bei denen neben Überresten von Gebäuden des Deutschen Ordens zahlreiche Pilgergräber und Ruhestätten von Angehörigen des Ordens auf einem in Vergessenheit geratenen Begräbnisgrund freigelegt wurden. 2007 wurde aus Anlass des 800. Geburtstages von Elisabeth von Thüringen das „Elisabeth-Jahr“ begangen.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundriss
Mittelschiff der Kirche von Westen
Südliches Querhaus mit Landgrafengräbern

Die geostete dreischiffige Hallenkirche mit Dreikonchenanlage ist auf kreuzförmigem Grundriss an einer Straßenkreuzung im Stadtzentrum südlich der Lahn errichtet. Französische Kathedralen standen als Vorbild Pate, wie beispielsweise die Kathedralen von Reims und von Amiens.[18] Als Baumaterial diente roter Marburger Sandstein in geflächten Großquadern aus einem Steinbruch bei Wehrda. Die drei Schiffe der Halle erreichen jeweils 20,20 Meter Gewölbehöhe und münden in einen dreigliedrigen Chorbau aus „Elisabethchor“, Hohem Chor und „Landgrafenchor“. Die Innenlänge beträgt 56 Meter (ohne Westhalle). Das Langhaus ist 21,55 Meter und das Querschiff 39 Meter breit.[9]

Die Außenwände werden horizontal über einem hohen Sockel durch drei umlaufende Gesimse mit zwei Laufgängen in Fensterhöhe in drei Zonen gegliedert. Die Spitzbogenfenster in zwei gleich hohen und gleichmäßigen Reihen haben Maßwerk mit zwei Lanzettbahnen und Rundpass. Die Strebepfeiler, die sich erst über dem obersten Wasserschlag verjüngen, stützen das vorkragende Traufgesims mit Wasserspeiern, die auf Konsolen in Form von Menschen- und Tiergestalten ruhen.[19]

Die Westfassade der Elisabethkirche wird durch die etwa 80 m hohen Kirchtürme beherrscht. Sie haben abgetreppte Eckstrebepfeiler und Maßwerkgalerien mit Vierpass. Die Strebepfeiler enden in Fialen, die im Südturm viereckig und mit Blendmaßwerk und im Nordturm achteckig ausgeführt sind. Über vier Giebeln erheben sich die steinernen, steilen, oktogonalen Turmhelme. Gekrönt werden sie von einem Stern (Nordturm) und einem Ordensritter (Südturm).

Das repräsentative Westportal entstand um 1270.[20] Das Stufenportal mit Mittelpfeiler hat ein spitzbogiges Tympanon, das die Himmelskönigin Maria mit dem Lilienstab als Zepter und dem Jesuskind zeigt. Es hält als Weltenherrscher die Weltkugel in seiner Hand. Maria, die Patronin des Deutschen Ordens, wird von zwei knienden Engeln flankiert, die ihr Kronen reichen. Im Bogenfeld symbolisieren die Weinranken auf der linken Seite Christus (Joh 15,EIN EU), die Rosen auf der rechten Seite Maria und der Baldachin das himmlische Jerusalem.[21] Das Gewände hat Dreiviertelsäulen, deren Kapitelle mit Blattwerk verziert sind. Die bauzeitlichen Türflügel haben Türklopfer in Form von Löwenköpfen, die noch romanisch geprägt sind. Die ornamentalen Eisenbeschläge sind in der Mitte als Tatzenkreuz des Deutschen Ordens gestaltet. Das noch rundbogige Bogenfeld des Südportals (vor 1243) weist ebenfalls Blattwerk auf, während das Nordportal abgesehen von den Kapitellen schmucklos ist. Über dem Westportal ist ein großes Maßwerkfenster eingelassen.

Das Langhaus hat im Inneren zwei Säulenreihen mit schlanken Rundsäulen. An jeder Seite enden vier Dreiviertelsäulen in Kapitellen, die mit Blättern und Knospen verziert sind. Sie stützen sechs querrechteckige Joche mit Kreuzrippengewölbe und Gurtbögen. Die schmalen Seitenschiffe haben quadratische Joche. Die Rippen münden in runde Schlusssteine, die mit Laubwerk belegt, vergoldet und polychrom gefasst sind. In den Schlusssteinen finden sich plastisch gestaltete Engelsköpfe und Teufelsmasken. Auf dem Schlussstein im vierten Joch wird die Krönung Mariens dargestellt. Der Schlussstein im Gewölbe zwischen den beiden Türmen zeigt Elisabeth mit ihrem Ehemann Ludwig.[22] Die drei symmetrischen Konchen weisen je ein Vorjoch mit einem querrechteckigen Joch auf, das in ein halbes Zehneck ausmündet.[23] Der schlanke Vierungsturm hat eine offene Laterne und einen oktogonalen Spitzhelm, dem ein Turmknauf, Kreuz und Wetterhahn aufgesetzt ist.

Meisterwerk der deutschen Frühgotik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Elisabethkirche ist einer der ersten rein gotischen Kirchenbauten im deutschen Kulturgebiet. Besonders fünf weitere Bauten sind in diesem Zusammenhang zu nennen:

  • Der Dom zu Magdeburg (Baubeginn 1209) hat zu viele romanische Elemente, um als rein gotisch zu gelten.
  • Der Baubeginn der eindeutig gotischen und etwa 60 km (Luftlinie) südwestlich von Marburg gelegenen Abteikirche des Zisterzienserklosters Marienstatt lag möglicherweise bereits im Jahr 1222; wahrscheinlicher ist jedoch das Jahr 1245.
  • Die Liebfrauenkirche in Trier (Baubeginn 1230) datiert noch vor der Elisabethkirche. Aufgrund ihres ungewöhnlichen und gänzlich „ungotischen“ Zentralbau-Grundrisses steht die Liebfrauenkirche aber nicht für den lupenreinen Beginn deutscher Baugotik. Gleichwohl diente sie den Erbauern der Elisabethkirche in einigen Punkten als Vorbild.
  • Die Kirche der Benediktinerabtei St. Mauritius im saarländischen Ort Tholey (Baubeginn zwischen 1230 und 1240) wurde zwischen 1264 und 1277 fertiggestellt.[24]
  • Der Kölner Dom wurde erst im Jahr 1248 begonnen. Er orientiert sich aber kaum an der Elisabethkirche, sondern zitiert vielmehr die Baugotik Frankreichs (vor allem die etwa gleichzeitige Kathedrale von Amiens).

Vorbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Elisabethkirche stand für einige Kirchenbauten aus dem 13., 19. und auch 21. Jahrhundert Modell:

  • Der Enkel der heiligen Elisabeth, Landgraf Heinrich I., baute 1286 nach ihrem Vorbild die Liebfrauenkirche in Frankenberg, die vermutlich aus derselben Bauhütte stammt und auf welche die Elisabethkirche den wohl größten architektonischen Einfluss hatte.
  • Die protestantische Paulskirche (Église Saint-Paul), ein neugotischer Sakralbau in Straßburg, wurde von 1892 bis 1897 als protestantische Garnisonskirche nach Vorlage der Elisabethkirche errichtet.
  • Auch die Pfarrkirche St. Elisabeth im VII. Bezirk (Elisabethstadt, ung. Erzsébetváros) in Budapest, die zwischen 1891 und 1903 nach Entwürfen von Imre Steindl im neugotischen Stil in Backsteinbauweise errichtet wurde, orientiert sich in ihrem Äußeren erkennbar an ihrem Marburger Vorbild.
  • Die Kirche St. Sebastian in Berlin wurde ebenfalls, allerdings eintürmig, nach ihrem Vorbild errichtet.
  • Am 16. Mai 2004 wurde in der St. Martin’s Episcopal Church (einer Gemeinde der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika) in Houston (Texas) nach zweijähriger Bauzeit ein Nachbau der Elisabethkirche eingeweiht.[25] Die 1500 Sitzplätze umfassende Kirche wurde in Stahlbauweise errichtet, äußerlich ähnelt sie stark dem Original, wenn auch gegenüber diesem die typischen gotischen Verzierungen und Details fehlen. Zudem wurde der Bau im Typus einer Basilika errichtet. Anlass des Neubaus war der Platzmangel in dem alten Kirchengebäude der Gemeinde. Anlässlich des Projektes kam es zu Kontakten und Begegnungen zwischen den Mitgliedern der beiden Gemeinden in Marburg und Houston.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elisabethfenster

Die Kirchenausstattung ist von großer Geschlossenheit und Einheitlichkeit. Zur bedeutenden Sakralkunst der Kirche gehören die mittelalterlichen Glasfenster im Hohen Chor, der Elisabethschrein in der Sakristei (ursprünglichen Reliquiar der Gebeine der heiligen Elisabeth) und sieben Altäre, von denen fünf vorreformatorische Flügelaltäre von Ludwig Juppe geschnitzt und von Johann von der Leyten farbig gefasst wurden.[26] Ursprünglich waren die Wände und Gewölbe in Anlehnung an die nordfranzösische Hochgotik des 13. Jahrhunderts bunt bemalt,[27] wurden aber im 19. Jahrhundert weiß übertüncht. Einige Reste gotischer Malereien sind erhalten.[28]

Die sechs mittleren Glasfenster im Hohen Chor gehören zu dem 1249 geweihten Teil der Kirche und sind bedeutende Werke der Glasmalerei des 13. und 14. Jahrhunderts mit wenigen Ergänzungen aus dem 19. Jahrhundert. Einige Fenster sind stilistisch noch der Spätromanik zuzuordnen. Nachdem die meisten bunten Bleiglasfenster im Siebenjährigen Krieg verloren gegangen oder stark beschädigt worden waren, wurden die Reste 1769/1770 und nochmals 1856–1862 im Ost- und Südchor zu 14 Fenstern neu zusammengesetzt.[29] 1861/1862 wurden die Fenster im Südchor nach mehrjährigen Vorarbeiten vom Fuldaer Architekten Friedrich Lange zum Teil ersetzt und 1877/1878 im Nord- und Südchor weitere Fenster versetzt und ergänzt. Eine Restaurierung 1903–1905 führte zu weiteren Verbesserungen und Neuanordnungen.[30] In den Jahren 1977–1979 wurde vor den Fenstern eine Schutzverglasung angebracht und die ursprüngliche Reihenfolge des Elisabethfensters endgültig rekonstruiert. Das Elisabethfenster unten im Südosten zeigt links ihre barmherzigen Taten und rechts einige Lebensstationen der Elisabeth. Die inhaltlichen und künstlerischen Parallelen mit der achtteiligen Bildfolge auf dem Elisabethschrein machen eine gemeinsame Vorlage wahrscheinlich.[31] Im oberen Fenster begegnet Maria Magdalena dem Auferstandenen als Gärtner, darunter sind ein Bischof und Johannes der Täufer dargestellt. Im unteren Ostfenster sind Johannes der Täufer und Bartholomäus sowie verschiedene Szenen aus der Schöpfungsgeschichte zu sehen. Darüber werden Christus und Maria sowie die Kirche und die Synagoge gegenübergestellt. Das untere Fenster im Südwesten zeigt oben Elisabeth und den Apostel Johannes, unten Maria und Franziskus, das obere Fenster Maria mit dem Kind und den Evangelisten Johannes und darunter Jakobus und Katharina. Im Nord- und Südchor sind heute überwiegend Ornamentteppiche des 19. Jahrhunderts mit wenigen bauzeitlichen Fensterresten zu sehen.[32] Georg Meistermann gestaltete 1963 das große Maßwerkfenster im Westen hinter der Orgel, das die Ausgießung des Heiligen Geistes darstellt. Die Langseiten haben Wabenfenster in Blankverglasung.

Mausoleum über der ursprünglichen Grabstätte

Im nördlichen Kreuzarm befindet sich das um 1250 entstandene, schräggestellte Mausoleum Elisabeths, eine Tumba mit steinernem Baldachin, über ihrer Grabstelle in der ehemaligen Franziskuskapelle, zu der ein trapezförmiger, 1,70 Meter tiefer Schacht führt. Der um 100 Jahre jüngere Sarkophag zeigt als Reliefschmuck die Aufbahrung Elisabeths im Beisein Christi und mehrerer Heiliger sowie Konrads von Thüringen. An den Wänden sind drei Epitaphe für die beiden Landkomturen des Deutschen Ordens Georg von Hörde und Conrad Klos sowie für die Familie von Dörnberg aufgestellt. Der Flügelaltar des Marienaltars links vom Mausoleum wurde zwischen 1512 und 1517 von Ludwig Juppe geschnitzt und von Johann von der Leyten bemalt.[33] Die Flügel stellen verschiedene Marienszenen und das Mittelfeld die Krönung Mariens durch Gottvater und Christus dar. Die Predella zeigt eine Pietà aus Sandstein, die um 1390 im böhmischen Raum entstand.

Mittelfeld des Elisabethaltars

Der Sippenaltar wurde 1511 von Ludwig Juppe für den Katharinenaltar, rechts vom Mausoleum, geschnitzt. 1931 wurde der Flügelaltar ins Nordschiff umgesetzt, da er den Blick auf die Wandmalereien aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts verstellte. Er zeigt die heilige Familie mit den Großeltern Jesu und weiteren Verwandten. Rechts vom Katharinenaltar zeigt der Elisabethaltar in der Nische dreiteilige Wandmalereien aus dem Ende des 13. Jahrhunderts: im Mittelfeld die Kreuzigungsgruppe, links der Gekreuzigte im Ehebett und rechts die Erhebung der Gebeine Elisabeths. Juppe schnitzte das Altarretabel im Jahr 1510, das seit 1931 im Südschiff zu sehen ist. Die Werktagsseite zeigt verblasste Szenen aus der Jugend Elisabeths, auf dem linken Flügel das Mantelwunder und den Gekreuzigten im Ehebett, auf dem rechten Flügel den Abschied vom Ehemann Ludwig und im dreiteiligen Mittelfeld Elisabeths Sterbeszene: links die Lesung der Totenvigil, in der Mitte empfängt Elisabeth die Sterbesakramente und rechts werden ihre Gebeine aus dem Grab erhoben.[34]

Der südliche Landgrafenchor diente Elisabeths Nachfahren bis zur Reformationszeit als Grablege. Zu den zehn blockartigen Hochgräbern in der Mitte kommen an den Wänden sieben aufgestellte Epitaphe und weitere Gräber unter dem Fußboden. An der Ostwand des Südchors sind der Johannesaltar mit dem Flügelaltar von Ludwig Juppe aus dem Jahr 1512 und der Georg-Martin-Altar mit Juppes Flügelaltar von 1514 aufgestellt. Die Malereien der Flügel stammen von Johann von der Leyten.[35]

Hochaltar von 1290

Der Hochaltar aus dem Jahr 1290 im Hochchor ist aus bemaltem Sandstein gefertigt. Möglicherweise sollte er ursprünglich die Gebeine Elisabeth beherbergen Er zeigt Maria sowie je drei weibliche (rechts) und männliche Heilige (links). Im Zuge der Kirchenrestaurierung 1854–1861 wurden die Figuren in der nördlichen Nische rekonstruiert. Die drei Giebel sind mit Krabben, Kreuzblumen und Laubwerk belegt.[36] Links davon ist eine Sakramentsnische aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts mit Wimpergen und Zinnenbekrönung eingelassen. Die umgebenden Wandmalereien zeigen vier Apostel mit Spruchbändern und weiter unten zwei Deutschordensritter. Sie wurden bei der Restaurierung in den 1850er Jahren farblich aufgefrischt. Die Piscina rechts hinter dem Hochaltar stammt aus dem Ende des 13. Jahrhunderts. Die vier aufgestellten Grabplatten des 17. Jahrhunderts im Hochchor erinnern an den Statthalter des Deutschen Ordens Philipp Leopold von Neuhof und an die drei Landkomturen Adolph Eitel von Nordeck zur Rabenau, Graf August von Lippe und Georg Daniel von Habel.[37]

Der Schrein, in dem ehemals die Gebeine Elisabeths lagen. Im Dachbereich einige Darstellungen aus dem Leben der Heiligen

Der gotische, reich geschmückte Elisabethschrein in der Sakristei ist ein wichtiger Schatz der Kirche.[38] Der Schrein wurde 1235 begonnen und 1249 bei der Übertragung der Gebeine in den neuen Chor vollendet. Er ist aus Eichenholz gefertigt, mit vergoldetem Silber und Kupfer ummantelt und mit Perlen und Edelsteinen verziert. Die meisten Edelsteine stammen aus dem östlichen Mittelmeerraum und dem Nahen Osten und waren vorher in älteren Schmuckstücken verarbeitet. Die ursprünglich etwa drei Dutzend Gemmen haben gravierte Reliefs.[39] Das mit einem Satteldach geschlossene Gehäuse in Gestalt einer Kreuzkirche ist in der Mitte von einem Querschiff durchbrochen. Auf dem Querbalken befinden sich Figuren von Christus als Weltenherrscher, Maria, Elisabeth und eine Kreuzigungsgruppe. Die Langseiten zeigen die zwölf Apostel sowie im Dachbereich acht Reliefs unter Rundbögen mit Darstellungen aus dem Leben der Landgräfin. Der Schrein wird von einem Gitter aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts umgeben.[40] Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Schrein mehrmals überführt und litt jeweils Schaden. Nach zweijähriger Auslagerung in der Wasserfestung Ziegenhain fehlten 1548 bei der Rückkehr 65 der ursprünglich mehr als 850 Steine und während der Wegführung nach Kassel (1810–1814) unter Jérôme Bonaparte gingen 117 Steine, das Kruzifix vom Nordgiebel und weitere Figurenteile verloren. Weitere Schäden entstanden 1920 bei einem Einbruchdiebstahl.[41]

Lettner mit Blattmasken

Eine steinerne, 1343 fertiggestellte steinerne, teils durchbrochene Chorschranke trennt das Hauptschiff von der Vierung. Über dem Sockelbereich mit Blendnischen standen ursprünglich 46 Steinfiguren in drei Zonen auf den Konsolen unter Baldachinen. Die Figuren fielen 1619 dem Bildersturm zum Opfer, später wurde die Bekrönung des Lettners aus Wimpergen und Fialen durch eine Galerie ersetzt. In den 1850er Jahren wurde der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt und Figuren aus Beton gegossen, die 1931 wieder entfernt wurden.[42] Die maßwerkartige Holzarchitektur über dem Lettner stammt aus der Zeit um 1280 und wurde wohl vom Vorgängerlettner übernommen. Auf dem Kreuzaltar vor dem Lettner steht ein Kruzifix von Ernst Barlach, das der Kirche 1931 zum 700. Todestag Elisabeths gestiftet wurde. Als das „Barlachkreuz“ 1936 als „entartet“ eingestuft und eine Entfernung nahegelegt wurde, erzielte Oberpräsident Philipp von Hessen einen Kompromiss, indem ein von ihm gestiftetes Kreuz aufgestellt wurde und das „Barlachkreuz“ dem Einschmelzen entging. Regierungsbaurat Wilhelm Schwedes entfernte das Barlachsche Kunstwerk, das nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf dem Kreuzaltar aufgestellt wurde.[43] Hinter dem Lettner ist ein Bühne errichtet, die ursprünglich zur Ausstellung von Reliquien diente.[13] Das schlichte Chorgestühl für die Ordensritter in der Vierung datiert aus dem 13. Jahrhundert und der dreisitzige Zelebrantenstuhl an der Südseite aus dem 14. Jahrhundert. Die geschnitzten Aufsätze tragen die Figuren der Katharina, Elisabeth und Maria Magdalena.

Die Maria am Pfeiler am mittleren Pfeiler nördlich des Mittelschiffs wurde im 15. Jahrhundert aus Holz geschnitzt, die steinerne Konsole und Baldachin gehen auf den Anfang des 14. Jahrhunderts zurück. Die Figur ist die vierte an dieser Stelle und wurde 1931 aus dem Bode-Museum übernommen. Die flankierenden Malereien der Elisabeth und Katharina stammen aus der Zeit um 1435. Am südöstlichen Pfeiler ist Christus als Schmerzensmann gemalt (2. Hälfte 15. Jahrhundert).[23]

Zwei Pfeiler weiter östlich ist die steinerne Kanzel von 1907 nach einem Entwurf von Carl Weber in gotischen Formen gestaltet. Die Brüstung zeigt die vier Evangelisten mit ihren Symbolen.[44] Die gotische Steinkanzel wurde in der Renaissance durch eine Holzkanzel ersetzt, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts einem Lesepult wich. Dahinter, im nördlichen Schiff, steht die Französische Elisabeth, die ihren Namen wegen ihrer eleganten Erscheinung erhalten ist: Sie trägt ein edles Gewand aus Goldbrokat und einen Seidenmantel mit Fehfell. In ihrer Linken hält sie das Modell der Elisabethkirche, wodurch sie als Stifterin der Kirche ausgewiesen wird. Ihre Rechte versorgte vermutlich einen Armen mit Brot, dessen Figur aber verloren gegangen ist. Wahrscheinlich schuf Meister Hermann die Elisabethstatue, der auch das Grabmal von Ludwig dem Friedfertigen gestaltete.[45]

2004 erhielt die Kirche einen Ambo, den der Bildhauer Johannes Kirsch aus Petersberg geschaffen hatte. Er fertigte auch den Osterleuchter der Kirche.

Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klais-Orgel

Hauptorgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts besaß die Kirche bereits zwei Orgeln. Andreas Rucker aus Seligenstadt schuf 1512/1513 ein neues Instrument, das im Laufe der Jahrhunderte mehrfach repariert und umgebaut wurde. Es war an der Ostwand der Nordkonche oberhalb des Elisabethalters auf einer Auskragung angebracht. 1776 wurde die Orgel auf die Westempore umgesetzt und von 14 auf 18 Register erweitert.[46]

Im Zuge der umfassenden Kirchenrenovierung ersetzte Friedrich Helbig im Jahr 1855 das Werk. Das zweimanualige Instrument war mit 32 Registern ausgestattet und erfuhr 1899 durch Wilhelm Sauer eine Revision und wurde auf pneumatische Kegelladen umgestellt. 1963 erbaute die Firma Werner Bosch Orgelbau ihr op. 300, eine dreimanualige Orgel mit 56 Registern, darunter zwei 32′-Stimmen, mechanischen Spiel- und elektrischen Registertrakturen. Sie wurde 2005 abgebaut und verkauft.[47]

An ihrer Stelle steht heute eine Orgel von Johannes Klais Orgelbau. Sie besitzt 57 Register auf drei Manualen und Pedal. Die Spieltraktur ist mechanisch, die Registertraktur ist mechanisch/elektrisch. Die Orgelweihe fand am 5. November 2006 statt. Die Orgel steht wie das Vorgängerinstrument vor dem Elisabeth-Fenster. Jedoch wurde die Orgelempore angepasst und das Instrument aus akustischen Gründen leicht nach vorne versetzt. Der Prospekt nimmt die Farben des Heilig-Geist-Fensters von Georg Meistermann sowie die Formen der Gotik auf.[48]

I Hauptwerk C–a3
1. Principal 16′
2. Bourdon 16′
3. Octave 08′
4. Gedeckt 08′
5. Flûte harmonique 08′
6. Gambe 08′
7. Octave 04′
8. Spitzflöte 04′
9. Quinte 0223
10. Octave 02′
11. Cornett V 08′
12. Mixtur V 02′
13. Trompete 16′
14. Trompete 08′
II Positiv C–a3
15. Quintatön 16′
16. Principal 08′
17. Holzgedackt 08′
18. Salicional 08′
19. Octave 04′
20. Rohrflöte 04′
21. Sesquialtera II 0223
22. Octave 02′
23. Larigot 0113
24. Mixtur III 0113
25. Cromorne 08′
26. Klarinette 08′
Tremulant
III Schwellwerk C–a3
27. Stillgedackt 16′
28. Geigenprincipal 08′
29. Hohlflöte 08′
30. Lieblich Gedackt 08′
31. Aeoline 08′
32. Vox coelestis 08′
33. Octave 04′
34. Traversflöte 04′
35. Violine 04′
36. Nasard 0223
37. Flautino 02′
38. Tierce 0135
39. Harmonia aetheria IV 0223
40. Basson 16′
41. Trompette harmonique 08′
42. Hautbois 08′
43. Voix humaine 08′
Tremulant
Pedal C–g1
44. Untersatz 32′
45. Contrabass 16′
46. Violon 16′
47. Subbass 16′
48. Quintbass 1023
49. Octavebass 08′
50. Flötenbass 08′
51. Cello 08′
52. Octave 04′
53. Rauschpfeife IV 0223
54. Posaune 16′
55. Fagott 16′
56. Trompete 08′
57. Clarine 04′
  • Koppeln:
    • Normalkoppeln: II/I, III/I, III/I elektr., III/II, III/II elektr., I/P, II/P, III/P,
    • Suboktavkoppeln: III/I, III/II
    • Superoktavkoppeln: III/I, III/II, III/III, III/P

Chororgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chororgel von Bosch

Die Firma Bosch baute 1960 in einer Nische in der Nordwand des Hohen Chors eine Chororgel ohne Gehäuse ein. Das Instrument verfügt über 13 Register, die auf zwei Manuale und Pedal verteilt sind.

I Hauptwerk C–g3
Bleigedackt 8′
Principal 4′
Hörnlein 2′
Mixtur V 2′
Tremulant
II Oberwerk C–g3
Harfpommer 8′
Rohrflöte 4′
Kleinprincipal 2′
Sifflötenquinte 113
Zimbel III
Tremulant
Pedal C–f1
Untersatz 16′
Rohrschelle 4′
Choralbass III 2′
Fagott 8′

Truhenorgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerald Woehl baute im Jahr 2006 eine fahrbare Truhenorgel mit fünf Registern. Das klangliche Konzept orientiert sich am mitteldeutschen Orgelbau des Barock.

I Manual C–g3
Gedackt B/D 8′
Flöte D 8′
Principal 4′
Flöte 4′
Octave 2′

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die moderne Ergänzung des historischen Glockenbestandes geschah durch den Neuguss der vier Glocken der Glockengießerei Rincker aus Sinn (Hessen) in den Jahren 1965/1966. Die älteste Glocke ist die Marienglocke aus der Zeit um 1280. Die um 1380 gegossene Elisabethglocke stellt eine der klangschönsten Glocken des ausgehenden 14. Jahrhunderts in Deutschland dar. Die kleine Silberglocke hängt im Dachreiter. Im Elisabethchor steht noch die ehemalige und derzeit gesprungene Paternosterglocke aus dem Jahre 1320.

Nr.
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer
 
Durchmesser
(mm)
Masse
(kg)
Schlagton
(HT-1/16)
Läuteordnung
(solistisch)
1 Elisabethglocke um 1380 unbekannt 1770 3700 cis1 –2 Walpernläuten (30. April, 12:00/12:20/12;40 Uhr jeweils 10 Min. Das Mittagsläuten fällt aus)
2 Vesperglocke 1965 Glockengießerei Rincker 1220 1118 e1 ±0 Abendläuten (19 Uhr), Beerdigung
3 Friedensglocke 1080 794 fis1 +1 Mittagsläuten (12 Uhr), Friedensgebet (8. Mai)
4 Vaterunserglocke 1966 950 491 a1 +3 Vaterunser
5 Marienglocke um 1280 unbekannt 990 670 h1 +3 Lichtmess (2. Februar)
6 Frühglocke 1965 Glockengießerei Rincker 790 343 cis2 +2 Morgenläuten (7 Uhr)
7 Bruder-Dietrich-Glocke um 1420 unbekannt 780 310 dis2 +3 Mittagsläuten an Festtagen
8 Taufglocke um 1420 unbekannt 192 fis2 Taufe/Taufhandlung
9 Silberglocke 1515 Hans Kortrog zu Homberg 85 c3 Elisabethgedenktage (19. November/1. Mai, 15 Uhr)
10 Paternosterglocke 1320 unbekannt 470 (a1) (seit dem 30. Dezember 1965 gesprungen)

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Evangelische Elisabethkirchengemeinde umfasste im Jahr 2016 rund 4800 Mitglieder und gehört zum Kirchenkreis Marburg. Das Gebiet erstreckt sich über die Marburger Innenstadtteile Altstadt, Grassenberg, Ortenberg, Nordviertel und Waldtal. Die Elisabethkirche hat 2,5 Gemeindepfarrstellen und eine halbe Besucherpfarrstelle. Darüber hinaus ist sie Predigtkirche des Propsts des Sprengels Marburg. Von der Gemeinde wird ein Kirchenkiosk betrieben. Gottesdienste werden regelmäßig sonntags gefeiert. Die Gemeinde bietet Kirchenführungen und Kirchenerkundungen für Kinder und Erwachsene an. Auch im Bereich der Kirchenmusik gibt viele Angebote, wie beispielsweise die Kantorei und den Posaunenchor der Elisabethkirche.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Elisabethkirche wird in Marburg umgangssprachlich auch als „E-Kirche“ bezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Literatur über Elisabethkirche Marburg in der Hessischen Bibliographie
  • Rainer Atzbach: Marburgs heiligster Ort. Ausgrabungen 1970/71 am Standort der Hospitalgründung der heiligen Elisabeth (mit Beiträgen von Katrin Atzbach, Matthias Bischof, Cathrin Hähn, Alissa Theiß und Felicitas Weiß) (= Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur. Band 88). Rathaus-Verlag, Marburg 2007, ISBN 978-3-923820-88-7.
  • Hermann Bauer: Sankt Elisabeth und die Elisabethkirche zu Marburg. Hitzeroth, Marburg 1990, ISBN 3-89616-031-1.
  • Monika Bierschenk: Glasmalereien der Elisabethkirche in Marburg. Die figürlichen Fenster um 1240. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1991, ISBN 3-87157-132-6.
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen I: Regierungsbezirke Gießen und Kassel. Bearbeitet von Folkhard Cremer und anderen. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2008, ISBN 978-3-422-03092-3, S. 610−619.
  • Randolf Fügen: Highlights in Mittelhessen. 1. Auflage. Wartenberg, Gudensberg-Gleichen 2003, ISBN 3-8313-1044-0.
  • Dieter Großmann: Elisabethkirche Marburg (= Große Baudenkmäler. Heft 296). Deutscher Kunstverlag, München/ Berlin 1977.
  • Wilhelm Kolbe: Die Kirche der heiligen Elisabeth zu Marburg nebst ihren Kunst- und Geschichtsdenkmälern. Elwert, Marburg 1882. (Digitalisat)
  • Andreas Köstler: Die Ausstattung der Marburger Elisabethkirche. Zur Ästhetisierung des Kultraums im Mittelalter. Reimer, Berlin 1995, ISBN 3-496-01134-3.
  • Kurt Kramer: Die Glocke und ihr Geläute. Deutscher Kunstverlag, München 1990, ISBN 3-422-06066-9.
  • Eberhard Leppin: Die Elisabethkirche in Marburg an der Lahn. Ein Wegweiser zum Verstehen. Durchgesehen und ergänzt von Renate Lührmann, aktualisierte und erweiterte Auflage. Marburg 2016, ISBN 978-3-00-055228-1.
  • Matthias Müller: Elisabethkirche Marburg. 15. Auflage. Deutscher Kunstverlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-422-98138-6.
  • Norbert Nussbaum: Deutsche Kirchenbaukunst der Gotik. 2. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1994, ISBN 3-534-12542-8.
  • Daniel Parello: Die mittelalterlichen Glasmalereien in Marburg und Nordhessen (CVMA Deutschland III,3). Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 2008, ISBN 978-3-87157-224-1.
  • Maxi Maria Platz: Archäologische Untersuchungen im Umfeld der Elisabethkirche in Marburg an der Lahn. Dissertation, Otto-Friedrich-Universität, Bamberg 2017 (uni-bamberg.de).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Elisabethkirche (Marburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rainer Atzbach: Marburgs heiligster Ort. Ausgrabungen 1970/71 am Standort der Hospitalgründung der heiligen Elisabeth (= Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur. Band 88). Rathaus-Verlag, Marburg 2007, ISBN 978-3-923820-88-7, S. 57.
  2. Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen I. 2008, S. 610.
  3. Ursula Braasch-Schwersmann, Christa Meiborg: Elisabeth von Thüringen: Ihr Hospital in Marburg und die Deutschordensniederlassung im 13. Jahrhundert. Archäologische Baubefunde und schriftliche Überlieferung. 2009; abgerufen am 6. März 2020.
  4. Maxi Maria Platz: Archäologische Untersuchungen im Umfeld der Elisabethkirche in Marburg an der Lahn. Dissertation. Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 2017, S. 57–62 (online, abgerufen am 6. März 2020, PDF).
  5. Christa Meiborg, Ursula Braasch-Schwersmann: Elisabeth von Thüringen: Ihr Hospital in Marburg und die Deutschordensniederlassung im 13. Jahrhundert. Archäologische Baubefunde und schriftliche Überlieferung. (2009); abgerufen am 6. März 2020.
  6. Maxi Maria Platz: Archäologische Untersuchungen im Umfeld der Elisabethkirche in Marburg an der Lahn. Dissertation. Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 2017, S. 174–175, 180. (online, abgerufen am 6. März 2020, PDF).
  7. Göran Tegnér: Die Geschichte des Stockholmer Reliquiars mit der Krone. In: Andreas Meyer (Hrsg.): Elisabeth und kein Ende… . Zum Nachleben der heiligen Elisabeth von Thüringen. Eudora-Verlag, Leipzig 2012, ISBN 978-3-938533-32-1, S. 29–46.
  8. Gerd Strickhausen: Die Elisabethkirche in Marburg. Kirche des Deutschen Ordens. In: Wartburg – Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern (Hrsg.): Burgen kirchlicher Bauherren (= Forschungen zu Burgen und Schlössern. Band 6). Deutscher Kunstverlag, München 2001, ISBN 3-422-06263-7, S. 139–156, hier: S. 145.
  9. a b Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen I. 2008, S. 612.
  10. Margret Lemberg: Die Flügelaltäre von Ludwig Juppe und Johann von der Leyten in der Elisabethkirche zu Marburg. Historische Kommission für Hessen, Marburg 2011, ISBN 978-3-942225-13-7, S. 123.
  11. Thomas Franke: Zur Geschichte der Elisabethreliquien im Mittelalter und der frühen Neuzeit. In: Philipps-Universität Marburg (Hrsg.): Sankt Elisabeth. Fürstin – Dienerin – Heilige. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1981, ISBN 3-7995-4035-0, S. 168–172.
  12. Vgl. Friedrich Dickmann: Das Schicksal der Reliquien Elisabeths. In: Journal of Religious Culture. 141, 2010, S. 2–13.
  13. a b Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen I. 2008, S. 615.
  14. Hermann Bauer: Alt-Marburger Geschichten und Gestalten. Rathaus-Verlag, Marburg 1986, ISBN 3-923820-16-X, S. 27.
  15. G. Dolff-Bonekämper: Die Vergegenwärtigung der Elisabethkirche durch die Denkmalpflege im 19. und 20. Jahrhundert. In: Philips-Universität-Marburg (Hrsg.): 700 Jahre Elisabethkirche in Marburg 1283–1983. N. G. Elwert, Marburg 1983, S. 135–161.
  16. Neue Presse vom 14. August 2019: Die verrückte Reise der Hindenburg-Särge. Abgerufen am 5. März 2020.
  17. Maxi Maria Platz: Archäologische Untersuchungen im Umfeld der Elisabethkirche in Marburg an der Lahn. Dissertation. Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 2017 (online, abgerufen am 6. März 2020, PDF).
  18. Leppin: Die Elisabethkirche in Marburg. 1990, S. 11.
  19. Leppin: Die Elisabethkirche in Marburg. 1990, S. 11–13.
  20. Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen I. 2008, S. 613.
  21. Leppin: Die Elisabethkirche in Marburg. 1990, S. 13.
  22. Kolbe: Die Kirche der heiligen Elisabeth zu Marburg. 1882, S. 24 (online).
  23. a b Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen I. 2008, S. 614.
  24. Tholey: Ist die Abteikirche die älteste gotische Kirche Deutschlands? Abgerufen am 3. März 2020.
  25. St. Martin’s Gemeinde in Houston
  26. Margret Lemberg: Die Flügelaltäre von Ludwig Juppe und Johann von der Leyten in der Elisabethkirche zu Marburg. Historische Kommission für Hessen, Marburg 2011, ISBN 978-3-942225-13-7.
  27. Jürgen Micheler: Die Elisabethkirche zu Marburg in ihrer ursprünglichen Farbigkeit. Elwert, Marburg 1984, ISBN 3-7708-0759-6, S. 273.
  28. Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen I. 2008, S. 614.
  29. Bierschenk: Glasmalereien der Elisabethkirche in Marburg. 1991, S. 47–50.
  30. Daniel Parello: Die Elisabethkirche zu Marburg. Schnell + Steiner, Regensburg 2017, ISBN 978-3-7954-2119-9, S. 10.
  31. Daniel Parello: Die Elisabethkirche zu Marburg. Schnell + Steiner, Regensburg 2017, ISBN 978-3-7954-2119-9, S. 47.
  32. Daniel Parello: Die Elisabethkirche zu Marburg. Schnell + Steiner, Regensburg 2017, ISBN 978-3-7954-2119-9, S. 9.
  33. Margret Lemberg: Die Flügelaltäre von Ludwig Juppe und Johann von der Leyten in der Elisabethkirche zu Marburg. Historische Kommission für Hessen, Marburg 2011, ISBN 978-3-942225-13-7, S. 123–146.
  34. Leppin: Die Elisabethkirche in Marburg. 1990, S. 52–57.
  35. Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen I. 2008, S. 616.
  36. Alexandra König (Bearb.): Marburg, Elisabethkirche – Hochaltar, 1290 fertiggestellt. Abgerufen am 5. März 2020.
  37. Leppin: Die Elisabethkirche in Marburg. 1990, S. 34.
  38. Margret Lemberg: Item sant Elizabeth im kasten. Der Elisabethschrein – die erstaunliche Karriere eines Kunstwerks. Historische Kommission für Hessen, Marburg 2013, ISBN 978-3-942225-21-2.
  39. Peter Masberg: Juwelen für eine Heilige der Armen, abgerufen am 13. März 2020.
  40. Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen I. 2008, S. 618.
  41. Margret Lemberg: Item sant Elizabeth im kasten. Der Elisabethschrein – die erstaunliche Karriere eines Kunstwerks. Historische Kommission für Hessen, Marburg 2013, ISBN 978-3-942225-21-2, S. 117–146.
  42. Leppin: Die Elisabethkirche in Marburg. 1990, S. 18.
  43. Margret Lemberg: Die Chorschranke in der Marburger Elisabethkirche. Ein Beispiel für die konfessionellen Auseinandersetzungen in Hessen und für den Wandel im Geschmack. Rathaus-Verlag, Marburg 2006, ISBN 978-3-923820-86-3, S. 132–134.
  44. Leppin: Die Elisabethkirche in Marburg. 1990, S. 17.
  45. Leppin: Die Elisabethkirche in Marburg. 1990, S. 22.
  46. Kolbe: Die Kirche der heiligen Elisabeth zu Marburg. 1882, S. 23 (online).
  47. www.Musik-Medienhaus.de: Das Portal der Königin. Abgerufen am 26. September 2019.
  48. Informationen zur Orgel auf der Website der Kirche, abgerufen am 12. November 2018.

Koordinaten: 50° 48′ 53,6″ N, 8° 46′ 11,1″ O