Elizabeth Loftus

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Elizabeth F. Loftus (* 1944 in Los Angeles) ist eine US-amerikanische Psychologin. Ihre Arbeiten über das menschliche Gedächtnis und speziell über die Glaubwürdigkeit von Augenzeuenberichten haben großen Einfluss auf Gerichtsverhandlungen. Loftus ist Mitglied des Scientific Advisory Boards der False Memory Syndrome Foundation.

Leben[Bearbeiten]

Loftus schloss ihr Studium der Mathematik und Psychologie 1966 mit dem BA an der University of California, Los Angeles und 1967 mit dem MA an der Stanford University ab. Ebenfalls an der Stanford University wurde sie 1970 zum Ph.D. in Psychologie promoviert.

Sie ist Professorin an der University of California, Irvine. Außerdem ist sie Affiliate Professor of Psychology und Affiliate Professor of Law an der University of Washington in Seattle.

Lange Jahre war sie Mitglied der Berufsorganisation American Psychiatric Association (APA). Sie kündigte ihre Mitgliedschaft am 16. Januar 1996 mit der Begründung, dass diese sich weit von wissenschaftlichem Denken entfernt habe.[1] Kurz zuvor, am 18. Dezember 1995, hatte wegen eines ihrer Artikel[2] das sich durch diese Artikel diffamiert fühlende angebliche Missbrauchsopfer Jennifer Hoult[3] eine offizielle Beschwerde mit 400 Seiten Belegmaterial gegen Elizabeth Loftus bei der APA eingereicht. Loftus wird vorgeworfen, dass das der wirkliche Grund für ihr Ausscheiden gewesen sein soll. Später soll sie eingeräumt haben, dass sie nie die gesamte Gerichtsakte des Falles, zu dem sie sich in ihrem Artikel äußerte, gelesen habe.[4]

Loftus erhielt sechs Ehrendoktortitel und zahlreiche Forschungspreise und weitere Auszeichnungen. 2004 wurde Loftus in die National Academy of Sciences gewählt. 2005 wurde sie in die Royal Society of Edinburgh gewählt, 2006 in die American Philosophical Society.

Werk[Bearbeiten]

Elizabeth Loftus hat zahlreiche Experimente über das menschliche Gedächtnis durchgeführt, die zeigen, dass unsere Erinnerungen durch Suggestion und nach dem Ereignis erhaltene Informationen beeinflusst werden können, so dass Konfabulation und falsche Erinnerungen zustande kommen. Sie bezweifelt auch die freudsche Theorie der Verdrängung. Ihre Arbeiten sind jedoch unter Psychotherapeuten umstritten [5][6]

Im Einkaufszentrum verirrt[Bearbeiten]

Lost in the mall ist eines ihrer berühmtesten Experimente. Den Versuchspersonen wurden kurze Berichte über Erlebnisse in der Kindheit, die angeblich von Verwandten verfasst wurden, gegeben. Sie sollten sich wieder an diese erinnern, doch sie wussten nicht, dass eine dieser Erzählungen falsch war: Die Versuchsperson soll sich im Alter von 5 bis 6 Jahren in einem Einkaufszentrum verirrt haben und dann von einem Erwachsenen gerettet worden sein. 6 von 24 Versuchspersonen behaupteten, sich daran erinnern zu können, obwohl dieses Ereignis nie stattgefunden hat.[7].

Gutachterin[Bearbeiten]

Loftus war Gutachterin beim Prozess gegen Lewis Libby 2006.[8]

Schriften[Bearbeiten]

  • Eyewitness Testimony (1979) ISBN 0-674-28777-0
  • Witness for the Defense: The Accused, the Eyewitness and the Expert Who Puts Memory on Trial (1991) ISBN 0-312-08455-2
  • The Myth of Repressed Memory: False Memories and Allegations of Sexual Abuse (1994) ISBN 0-312-14123-8

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. PT Staff: Dispatch the memory war; online in Psychology Today, 1. Mai 1996 (abgerufen 13. September 2012).
  2. Elizabeth Loftus: Remembering dangerously. In: Skeptical Inquirer 19, 1995, S. 20-29.
  3. Jennifer Hoult: Silencing the victim. The politics of discrediting child abuse survivors. In: Ethics & Behaviour 8, 1998, S. 125-140.
  4. Martha Schalleck: Rotkäppchens Schweigen. Die Tricks der Kindesmissbraucher und ihrer Helfer. artep, Freiburg 2006, ISBN 3-936544-80-8, S. 193.
  5. Alex Constantine: Psychic Dictatorship in the U.S.A. Feral House, Los Angeles 1995, ISBN 978-0-922915-28-6.
  6. Martha Schalleck: Rotkäppchens Schweigen. Die Tricks der Kindesmissbraucher und ihrer Helfer. artep, Freiburg 2006, ISBN 978-3-936544-80-0.
  7. Elizabeth Loftus: Lost in the mall. Misrepresentations and misunderstandings. In: Ethics & Behavior 1999, 9, S. 51-60.
  8. In the Libby Case, A Grilling to Remember. In: The Washington Post, 27. Oktober 2006.