Elizabeth Prommer

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Elizabeth Prommer (Mitte) auf der Frankfurter Buchmesse 2018

Elizabeth Prommer (* 1. Oktober 1965 in Palo Alto, Kalifornien) ist eine amerikanische Kommunikations- und Medienwissenschaftlerin. Sie lehrt an der Universität Rostock.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elizabeth Prommer ist die Tochter eines Ingenieurs und einer Lehrerin. Nach dem Abitur 1985 in Gräfelfing studierte sie an der Universität München Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft sowie Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Nach fünf Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Fernsehen und Film München wurde sie 1998 an der Universität Leipzig promoviert. Sie gründete die wissenschaftliche Forschungsfirma Prommer Media Consulting und arbeitete außerdem bis 2009 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg, unterbrochen von einer Gastprofessur an der Universität der Künste Berlin. 2009 übernahm sie eine Vertretungsprofessur an der Universität Hamburg und ging im selben Jahr als Professorin für Rezeptions- und Wirkungsforschung an die Universität Wien. Ihrer Habilitation 2011 Kinobesuch im Lebenslauf. Eine historische und medienbiographische Studie an der Universität Leipzig folgte die Professur in Rostock.

Seit dem Wintersemester 2011/2012 ist Prommer Direktorin des Instituts für Medienforschung und Professorin an der Universität Rostock am Lehrstuhl für Kommunikations- und Medienwissenschaft.[1][2]

Mit ihrem Mann und anderen Eltern war sie an der Gründung und Leitung der wissenschaftlichen Mitmachwelt Extavium beteiligt.[2][3]

2020 wurde sie vom Focus zu den 100 Frauen des Jahres 2020 gewählt.[4]

Wissenschaftliche Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit von Elizabeth Prommer sind Medienrezeption und Publikumsforschung. Ihr Anliegen ist dabei die Analyse des Zusammenhangs von Medien, Medienrezeption und Gesellschaft, insbesondere im Bereich audiovisueller Medien. Sie hat die Studien der MaLisa Stiftung zur medialen Darstellung von Frauen, Geschlechterdarstellungen auf Social Media-Plattformen und zur Geschlechterverteilung in der Berichterstattung in der COVID-19-Pandemie mit ihrem Institut durchgeführt. Bei der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft ist Prommer Mentorin für das Gertrude J. Robinson Mentoring-Programm, das Unterstützung für Frauen in den Kommunikationswissenschaften bietet.

In einem internationalen Forschungsprojekt erforscht Prommer aktuell die Zustände in der Filmindustrie anhand 40.000 Filmen der vergangenen zehn Jahre. Neben der Betrachtung statistischer Daten werden auch die sozialen Netzwerke und kulturellen Kontexte der Beteiligten betrachtet.[5][6] Für die Fernsehlandschaft in Deutschland kommt Prommer zu dem Schluss, dass die geschlechtliche und ethnische Vielfalt des Landes in diesem Medium noch nicht angemessen repräsentiert sei, sich jedoch Fortschritte feststellen ließen: "Es wird eine überwiegend weiße und männliche Welt gezeigt. Aber: in einzelnen Bereichen und Funktionen sind Fortschritte in Bezug auf Vielfalt zu verzeichnen. So sind in den erfundenen, also fiktionalen Geschichten des Fernsehens annähernd gleich viele Frauen und Männer zu sehen. Auch der Anteil an Protagonist:innen mit Migrationshintergrund und "Schwarz/PoC" ist hier am höchsten".[7]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kinobesuch im Lebenslauf. Eine historische und medienbiographische Studie. Dissertation, UVK, Konstanz 2001, ISBN 978-3896692405.
  • Qualitative Fernsehforschung. In: Averbeck-Lietz, Stefanie / Meyen, Michael (Hrsg.): Handbuch nichtstandardisierte Methoden in der Kommunikationswissenschaft. Springer VS, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-01656-2.
  • Film und Kino. Die Faszination der laufenden Bilder. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2016, ISBN 978-3-658-09085-2.
  • mit Christine Linke: Ausgeblendet. Frauen im deutschen Film und Fernsehen. Halem Verlag, Köln 2019, ISBN 978-3-86962-428-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Elizabeth Prommer, blexkom.halemverlag.de, abgerufen am 27. September 2019.
  2. a b Prof. Dr. Elizabeth Prommer, Institut für Medienforschung, Universität Rostock, abgerufen am 27. September 2019.
  3. Wir über uns - Extavium. Abgerufen am 31. Januar 2021.
  4. Corinna Baier und Gudrun Dometeit: Die 100 Frauen des Jahres. Hrsg.: Focus. Nr. 51. Focus Magazin Verlag GmbH, München 12. Dezember 2020, S. 45.
  5. Universität Rostock: Licht ins Dunkel der Filmindustrie - Rostocker Medienforschung an internationalem Projekt zur Erforschung der Zustände in der Filmindustrie beteiligt. Abgerufen am 31. Januar 2021.
  6. NDR: Uni Rostock will "Dunkel der Filmindustrie" ausleuchten. Abgerufen am 31. Januar 2021.
  7. Elizabeth Prommer, Julia Stüwe und Juliane Wegner (2021): Sichtbarkeit und Vielfalt. Fortschrittsstudie zur audiovisuellen Diversität. Abgerufen am 19. Oktober 2021 (Universität Rostock, Preprint).