Elizalde

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Elizalde (Begriffsklärung) aufgeführt.
Eine Elizalde Tigre
Triebwerk Elizalde Beta
Detail des Elizalde Beta

Elizalde S.A. war ein 1908 gegründetes spanisches Unternehmen zur Herstellung von Kraftfahrzeugen mit Sitz in Barcelona. Gründer und Firmeninhaber war zunächst Arturo Elizalde Rouvier. Das Unternehmen nahm mit seinen Fahrzeugen an zahlreichen Rennveranstaltungen teil und konnte auch viele Siege verbuchen.

1917 wurde das Unternehmen von den spanischen Militärbehörden ausgewählt, um die eigene Luftwaffe mit Motoren zu versorgen. Zunächst wurden zwei Typen entwickelt, der Elizalde T-41 mit 100 PS (74 kW) und der Elizalde T-80 mit 150 PS (110 kW). Letzterer war ein luftgekühlter Achtzylinder in V-Form. Die Prüfstandläufe und auch die Flugversuche in einer Farman M.F.11 waren erfolgreich, und so wurde die Großserienfertigung für 1919 eingeleitet. Mit dem Ende der Kampfhandlungen 1918 stornierte die Militärverwaltung jedoch ihre Bestellungen. Das Unternehmen beschäftigte sich wieder mit der Herstellung von Kraftfahrzeugen, bis 1924 erneut Bedarf an Flugzeugmotoren entstand. Elizalde sicherte sich das Nachbaurecht für einen 450 PS (331 kW) starken Lorraine-Motor, der u. a. in die in Spanien gebauten Flugzeugmuster Bréguet XIX und Dornier Wal eingebaut wurde. Nach dem Tode von Arturo Elizalde 1925 übernahm seine Frau Carmen Biada die Geschäftsführung.

1926 wurden vertragsgemäß die ersten Motoren mit der Bezeichnung Elizalde TO 3 ausgeliefert. Die Werksanlagen mussten vergrößert werden, ein Labor kam hinzu. 1927 wurde deswegen der bis dahin erfolgreiche Fahrzeugbau vollständig aufgegeben. Man begann mit der Entwicklung von Motoren der Dragón–Serie, einer Reihe luftgekühlter Sternmotoren mit 5, 7 und 9 Zylindern. Daneben wurde aus dem TO-3 der 12-Zylinder-W-Motor Elizalde TO-4 entwickelt

Vor Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges fertigte die Firma außerdem 150 Motoren mit 110 PS (81 kW) aufgrund einer Lizenz des tschechischen Herstellers Walter. Zu dieser Zeit war auch die Weiterentwicklung des Dragón, der Super-Dragón, praktisch produktionsbereit. Die dafür bereits fertigen Teile und sämtliche Unterlagen wurden nach Ausbruch des Bürgerkrieges bei zwei Bombenangriffen zerstört.

Die Firma wurde unter der Nummer SAF 8 kollektiviert und nach Wiederaufnahme der Arbeit zunächst auf die Fertigung von Kriegsmaterial, u. a. von Abwurfmunition, umgestellt, um dann mit dem Bau des sowjetischen M-25-Motors, einer Kopie des amerikanischen Wright Cyclone, wieder zum Motorenbau zurückzukehren. Die dabei gewonnenen Erfahrungen führten nach Ende der Kämpfe zur Entwicklung eines neuen Sternmotors mit Kompressor und einer Leistung von 750 PS (551 kW), der die Bezeichnung Elizalde Beta erhielt und zum Einbau in die in Spanien gebauten Junkers Ju 52 vorgesehen war.

Um 1940 begann man außerdem mit der Fertigung des luftgekühlten Vierzylinder-Reihenmotors Elizalde Tigre IV, der 125 oder 150 PS (92 oder 110 kW) leistete und in spanischen Schulflugzeugen wie z. B. den von CASA gebauten Bücker Bü 131 verwendet wurde. Einen Tigre IV erhielt auch die erste der 1955 in Spanien gebauten Dornier Do 25. Die Firma wurde dann auserwählt, für die beiden Flugzeugmuster Hispano-Suiza H.S.-42 und CASA 201 die Motoren zu liefern. Dazu entstand ein neuer 500 PS (368 kW) starker Sternmotor Elizalde Sirio.

Am 27. Dezember 1951 wurde das Unternehmen verstaatlicht und in das Instituto Nacional de Industria INI unter der Bezeichnung Empresa Nacional de Motores de Aviación, S.A. (ENMASA) eingegliedert.

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