Ella Wheeler Wilcox

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Ella Wheeler Wilcox

Ella Wheeler Wilcox (* 5. November 1850 in Johnstown, nahe Janesville, Wisconsin; † 30. Oktober 1919 in Short Beach, Connecticut) war eine US-amerikanische Schriftstellerin.

Biografie[Bearbeiten]

Ella Wheeler wurde als jüngstes von vier Kindern am 5. November 1850 auf einer Farm im ländlichen Johnstown, östlich von Janesville, im Bundesstaat Wisconsin geboren. Ihre Familie zog bald darauf in die Hauptstadt Madison. Ella begann schon sehr früh mit dem Gedichteschreiben und war bereits bei Verlassen der Schule eine in Wisconsin bekannte Poetin. Im Alter von 28 Jahren heiratete sie Robert Wilcox. Zusammen hatten sie einen Sohn, der allerdings schon kurz nach der Geburt verstarb. Wilcox und ihr Ehemann beschäftigten sich in der Folge stark mit Theosophie, Spiritualismus und der Neugeist-Bewegung.

Früh in ihrer Ehe versprachen einander beide, dass derjenige von ihnen, der zuerst sterben würde, zurückkommen und mit dem anderen kommunizieren sollte. Robert Wilcox starb 1916 und hinterließ Ella mit großem Kummer, der sich von Woche zu Woche, in denen sie keine Nachricht von ihm erhielt, verschlimmerte. Daraufhin reiste sie nach Kalifornien, um den Rosenkreuzer-Astrologen Max Heindel aufzusuchen, von dem sie sich Hilfe erwartete und eine Antwort darauf, warum sich ihr Mann mit ihr noch nicht in Verbindung gesetzt hatte.

Folgendermaßen berichtete sie von ihrem Treffen:

„Im Gespräch mit Max Heindel, dem Führer der Rosenkreuzer-Philosophie in Kalifornien, machte er mir die Wirkung schweren Kummers deutlich. Herr Heindel versicherte mir, dass ich mit dem Geist meines Ehemannes in Berührungen kommen würde, wenn ich lernte, meine Sorgen zu kontrollieren. Ich entgegnete, dass es mir sonderbar erschiene, dass ein allgegenwärtiger Gott keinen Lichtstrahl in eine leidende Seele senden könnte, wenn diese Überzeugung am meisten gebraucht würde. Standen sie jemals neben einem Teich mit klarem Wasser, fragte mich Herr Heindel, und sahen den Himmel und die Bäume sich darin spiegeln? Und warfen sie jemals einen Stein in diesen Teich und sahen ihn getrübt und in Unruhe sich befindlich <sic!>, sodass er keine Widerspiegelung gab? Doch der Himmel und die Bäume warteten da oben um widergespiegelt zu werden, wenn die Wasser sich beruhigt haben würden. Genauso warten Gott und der Geist ihres Ehemannes um sich ihnen zu offenbaren, wenn die Verwirrungen der Sorgen sich gelegt haben.“

Einige Monate später dichtete sie ein bejahendes Gebet, welches sie immer und immer wieder wiederholte. „Ich bin die lebendige Zeugin: Die Toten leben: Und sie sprechen durch uns und zu uns: Und ich bin die Stimme, die diese herrliche Wahrheit der leidenden Welt verkündet: Ich bin bereit, Gott: Ich bin bereit, Christus: Ich bin bereit, Robert.“

Nach ausgiebiger Meditation behauptete sie schließlich Kontakt mit ihrem Mann gehabt zu haben und dass ihre Seele nun beruhigt wäre.

Wilcox bemühte sich der Welt okkulte Dinge nahezubringen. Ihre Arbeiten waren in der Neugeist-Bewegung populär und bis 1915 erreichte ihr Büchlein What I Know About New Thought 50000 Kopien.

Wheeler Wilcox' Gedichttafel in San Francisco

Das nachfolgende Zitat versinnbildlicht Wilcox’ einzigartige Mischung von Neugeist-Bewegung, Spiritualismus und den theosophischen Glauben an Wiedergeburt: „Wie wir heute hier denken, handeln, und leben, so bilden wir die Strukturen unserer Heimstätten im geistigen Sinne nachdem wir die Erde verlassen, und wir bilden das Karma späterer Leben, tausende von Jahren vor uns, auf dieser Erde und anderen Planeten. Das Leben wird neue Würde annehmen und neue Interessen für uns bereitstellen, wenn wir zu der Erkenntnis gelangen, dass der Tod eine Fortsetzung des Lebens und der Arbeit ist, auf höheren Ebenen.“

Die letzten Worte ihrer Autobiografie The Worlds and I:

„Von diesem mächtigen Warenhaus (von Gott und der Hierarchie geistiger Wesen) mögen wir Wissen und Weisheit erlangen, und Licht und Kraft erhalten, während wir durch den Vorbereitungsraum der Erde streifen, der nur eines der unzähligen Räume im Hause unseres Vaters ist. Bedenke diese Dinge."

Ella Wheeler Wilcox

Ihre wohl bekanntesten Verse eröffnen ihr Gedicht Solitude:

Laugh and the world laughs with you,
Weep, and you weep alone;
The good old earth must borrow its mirth,
But has trouble enough of its own.
Lache, und die Welt lacht mit dir,
Weine, und du weinst alleine;
Die gute alte Erde muss sich ihre Freude borgen,
Aber hat genug eigene Sorgen.

Weblinks[Bearbeiten]