Ellbögen

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Ellbögen
Wappen von Ellbögen
Ellbögen (Österreich)
Ellbögen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 34,47 km²
Koordinaten: 47° 11′ N, 11° 26′ OKoordinaten: 47° 11′ 1″ N, 11° 25′ 52″ O
Höhe: 1070 m ü. A.
Einwohner: 1.107 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 32 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6083
Vorwahl: 0512
Gemeindekennziffer: 7 03 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
St. Peter 31
6083 Ellbögen
Website: www.ellboegen.at
Politik
Bürgermeister: Walter Hofer (ÖVP)
Gemeinderat: (2016)
(13 Mitglieder)
5
3
3
2
Von 13 Sitzen entfallen auf:
  • ÖVP: 5
  • Gemeinsam für Ellbögen : 3
  • Zukunft Ellbögen : 3
  • SPÖ: 2
Lage der Gemeinde Ellbögen im Bezirk Innsbruck-Land
Absam Aldrans Ampass Axams Baumkirchen Birgitz Ellbögen Flaurling Fritzens Fulpmes Gnadenwald Götzens Gries am Brenner Gries im Sellrain Grinzens Gschnitz Hall in Tirol Hatting Inzing Kematen Innsbruck Kolsass Kolsassberg Lans Leutasch Matrei am Brenner Mieders Mils Mühlbachl Mutters Natters Navis Neustift im Stubaital Oberhofen im Inntal Obernberg am Brenner Oberperfuss Patsch Pettnau Pfaffenhofen Pfons Polling in Tirol Ranggen Reith bei Seefeld Rinn Rum St. Sigmund im Sellrain Scharnitz Schmirn Schönberg im Stubaital Seefeld Sellrain Sistrans Steinach am Brenner Telfes im Stubai Telfs Thaur Trins Tulfes Unterperfuss Vals Völs Volders Wattenberg Wattens Wildermieming Zirl TirolLage der Gemeinde Ellbögen im Bezirk Innsbruck-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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St. Peter (Gemeinde Ellbögen)
St. Peter (Gemeinde Ellbögen)
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Ellbögen ist eine Gemeinde mit 1107 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Bezirk Innsbruck Land, Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Innsbruck.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ellbögen ist eine Streusiedlung zwölf Kilometer südlich von Innsbruck, an der östlichen Talseite des Wipptals gelegen. Das weitläufige Gemeindegebiet wird im Westen von der Sill, im Norden vom Ruggschreiner Bach und im Süden vom das Arztal entwässernden Falkasanerbach begrenzt. Dazwischen liegt das Viggartal, das vom Mühlbach durchflossen wird.

Der touristische Stützpunkt im Viggartal ist das Meißnerhaus auf 1707 m Höhe.

Die Gemeinde ist durch Landwirtschaft und sanften Tourismus geprägt, daneben gibt es einen großen Anteil an Auspendlern.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Ellbögen ist gleichzeitig eine Kastralgemeinde, die Ortsteile sind:

Außerdem liegen in der Gemeinde folgende Almen: Arztaler Hochleger, Arztaler Niederleger, Hörtnaglalm, Kellerhütte und Profeglalm.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Patsch Lans
Sistrans
Aldrans
Rinn
Schönberg im Stubaital Nachbargemeinden Tulfes
Mühlbachl Pfons

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sonnenhänge von Ellbögen am Patscherkofel waren bereits in urgeschichtlicher Zeit besiedelt, 1967 wurden in St. Peter illyrische Brandgräber gefunden. Nach der Einwanderung der Bajuwaren waren die Grafen von Andechs und später die Landesfürsten von Tirol die größten Grundbesitzer. 1031 wurde in einer (verunechteten) Schenkungsurkunde Arnolds I. von Morit, Vogt der Brixner Bischofskirche, an das Stift Benediktbeuern die „villa Taerzins“ (Ortsteil Tarzens) erwähnt.[1] Ellbögen selbst ist in einer Liste von Zinspflichtigen des Klosters Schäftlarn von 1170–1173 als „Ellenbogen“ verzeichnet.[2]

Eine große Bedeutung für die Gemeinde hatte die 23 km lange „Salzstraße“ von Hall in Tirol über Ampass, Patsch und Ellbögen weiter nach Matrei am Brenner. Diese Verbindung zwischen dem Unterinntal und dem Wipptal wurde vermutlich schon von den Römern angelegt. Durch die Saline in Hall entwickelte sich ein reger Verkehr, in Ruggschrein wurde eine Zollstätte errichtet. Zahlreiche Gaststätten und die 1395 erwähnte Schmiede an der Mühltaler Brücke kennzeichnen den Fuhrverkehr. Die Straße diente immer wieder während geschichtlicher Kriegsereignissen als Durchmarschweg für Truppen.

Von wirtschaftlicher Bedeutung war im 16. und 17. Jahrhundert der Abbau von Kupfer- und Schwefelkies im Viggar- und im Arztal. Das Erz aus dem Arztal soll zum Guss der "Schwarzen Mander" in der Innsbrucker Hofkirche verwendet worden sein. Das Erz musste auf langen Wegen zur Schmelzhütte nach Ehrwald gebracht werden, was den Abbau 1649 unrentabel machte.

Die im Kern gotische Pfarrkirche wurde 1472 erbaut und gegen Ende des 18. Jahrhunderts barockisiert.

Sehenswert auch die Mühle am Falkasanerbach. Die Hinterlocher Mühle befindet sich in Innerellbögen Richtung Arztal. Auf dem Kammrad ist die Jahreszahl 1738 eingeschnitten, die wahrscheinlich auf die Erneuerung dieses Getriebeteiles hinweist. Da die Mühle bis 1951 in Betrieb und das Kammrad bis zu diesem Zeitpunkt noch funktionsfähig war, kann das Alter der Mühle vielleicht noch um diesen Zeitraum (ca. 200 Jahre) höher angesetzt werden. Im Sommer werden Schaumahlungen durchgeführt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Ellbögen ist Walter Hofer, der sich 2016 mit 56,04 % der Stimmen durchsetzen konnte. [3]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 13 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl 2016 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:[3]

Partei Prozent Stimmen Sitze im Gemeinderat
Allgemeine Liste Ellbögen - ÖVP 38,40 % 573 5
Gemeinsam für Ellbögen 22,57 % 327 3
Zukunft Ellbögen 23,94 % 137 3
Team Günter Reichegger SPÖ Ellbögen 15,09 % 137 2

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindewappen versinnbildlicht mit dem abgewinkelten Arm den Namen der Gemeinde Ellbögen. Der Schlüssel ist das Zeichen des heiligen Petrus, des Kirchenpatrons der Pfarrkirche St. Peter.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ellbögen

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Gatt (* 1958), Langdistanz-Musher
  • Peter Kienast (1949–1991), Bobpilot

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 185–186 Nr. 204.
  2. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 199 Nr. 644.
  3. a b Gemeinde Ellbögen. wahlen.tirol.gv.at. Abgerufen am 8. Mai 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ellbögen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Ellbögen, in der Datenbank Geschichte Tirol des Vereines „fontes historiae – Quellen der Geschichte“