Ellhofen

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Ellhofen, für den gleichnamigen Ortsteil der bayerischen Marktgemeinde Weiler-Simmerberg siehe Ellhofen (Weiler-Simmerberg).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ellhofen
Ellhofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ellhofen hervorgehoben
49.1470277777789.32125181Koordinaten: 49° 9′ N, 9° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Heilbronn
Gemeindeverwal-
tungsverband:
„Raum Weinsberg“
Höhe: 181 m ü. NHN
Fläche: 5,86 km²
Einwohner: 3338 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 570 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74248
Vorwahl: 07134
Kfz-Kennzeichen: HN
Gemeindeschlüssel: 08 1 25 024
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 1
74248 Ellhofen
Webpräsenz: www.ellhofen.de
Bürgermeister: Wolfgang Rapp (SPD)
Lage der Gemeinde Ellhofen im Landkreis Heilbronn
Abstatt Abstatt Bad Friedrichshall Bad Rappenau Bad Wimpfen Beilstein Beilstein Beilstein Brackenheim Cleebronn Eberstadt Ellhofen Ellhofen Eppingen Erlenbach Flein Gemmingen Güglingen Gundelsheim Hardthausen am Kocher Heilbronn Ilsfeld Ittlingen Jagsthausen Jagsthausen Kirchardt Langenbrettach Lauffen am Neckar Lauffen am Neckar Lehrensteinsfeld Leingarten Löwenstein Löwenstein Löwenstein Massenbachhausen Möckmühl Neckarsulm Neckarwestheim Neudenau Neuenstadt am Kocher Nordheim Obersulm Oedheim Offenau Pfaffenhofen Roigheim Schwaigern Siegelsbach Talheim Untereisesheim Untergruppenbach Weinsberg Widdern Wüstenrot ZaberfeldKarte
Über dieses Bild
Ellhofen von Südosten

Ellhofen ist eine Gemeinde im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Ellhofen liegt im Tal der Sulm, etwa sieben Kilometer östlich von Heilbronn, im Gipskeuper. Naturräumlich liegt die Gemeinde noch in den Schwäbisch-Fränkischen Waldbergen.[2] Die höchste Erhebung ist der 253 m hohe Ketzersberg, ein Schilfsandstein-Ausläufer der Löwensteiner Berge, der eine Rundumsicht auf das Weinsberger Tal gewährt.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbarstädte und -gemeinden sind Weinsberg im Westen und Norden, Obersulm im Osten und Lehrensteinsfeld im Süden, alle zum Landkreis Heilbronn gehörend. Eine kleine Ellhofener Exklave (nur Wald) befindet sich nordöstlich der eigentlichen Gemeinde zwischen Weinsberg-Wimmental, Obersulm und Bretzfeld (Hohenlohekreis). Zusammen mit Eberstadt, Lehrensteinsfeld und Weinsberg bildet Ellhofen den Gemeindeverwaltungsverband „Raum Weinsberg“ mit Sitz in Weinsberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Ellhofen gehören keine weiteren Ortsteile oder Orte im geographischen Sinne. Auf der Ellhofener Gemarkung befand sich aber früher der abgegangene, heute nicht mehr bestehende Ort Burkhardswiesen (vielleicht auch auf der Gemarkung Weinsberg).[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Ellhofen wird im Öhringer Stiftungsbrief über die Gründung des Öhringer Chorherrenstiftes durch Bischof Gebhard II. von Regensburg im Jahre 1037 erstmals erwähnt. Die Hälfte Ellhofens befand sich zu dieser Zeit bereits im Besitz dieses Stifts. Gericht und Vogtei und damit die Obrigkeit über Ellhofen lagen vor der Mitte des 14. Jahrhunderts bei den Herren von Neuenstein, die dem Öhringer Stift 1354 drei Viertel am Gericht und an der Vogtei verkauften. Das restliche Viertel gelangte 1356 über Wolf von Stein, der es von seinem Schwiegervater Konrad von Neuenstein geerbt hatte, an Engelhard von Weinsberg.

Nach Aufhebung des Stifts in der Reformation wurden seine Güter und damit auch sein Ortsanteil an Ellhofen von den Grafen von Hohenlohe verwaltet, die schon zuvor als Vögte das Stift in Ellhofen vertreten hatten. Der Weinsberger Anteil ging in zwei Etappen 1412 und 1450 zunächst an die Kurpfalz und 1504 schließlich an Württemberg, das seinen Anteil 1755 dem Oberamt Weinsberg zuordnete. Obwohl nur im Besitz des geringeren Anteils an Ellhofen, gelang es Württemberg dennoch, seine Rechte in Ellhofen mehr und mehr zu erweitern. Nach jahrzehntelangen Streitigkeiten zwischen Hohenlohe und Württemberg wurde im Weinsberger Abschied aus dem Jahre 1567 die landesfürstliche und hohe Obrigkeit über Ellhofen den Württembergern zugestanden. Auch in der Folgezeit kam es jedoch immer wieder zu Streit zwischen den beiden Ortsherrschaften.

Im Zuge der Mediatisierung kam auch der hohenlohische Teil Ellhofens 1806 an Württemberg. Nach der Auflösung des Oberamtes Weinsberg wurde der Ort 1926 dann dem Oberamt und späteren Landkreis Heilbronn zugeordnet.

Ortsplan Ellhofen von 1833

Religionen[Bearbeiten]

In Ellhofen gibt es eine evangelische Kirchengemeinde (seit 1952, vorher Filial der Weinsberger Kirchengemeinde), deren Kirche zum Heiligen Kreuz, Sankt Peter und Genovefa bereits im 14. Jahrhundert erwähnt wurde, und eine neuapostolische Kirchengemeinde mit eigenem Kirchengebäude. Für die katholischen Christen ist die römisch-katholische Kirchengemeinde in Wimmental zuständig. Mit der 1967 geweihten Heilig-Kreuz-Kirche gibt es in Ellhofen aber ein eigenes katholisches Kirchengebäude.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1702: 338
  • 1745: 491
  • 1933: 863
  • 1939: 934
  • 1945: 1068
  • 2000: 3260
  • 2005: 3352
Das Rathaus von Ellhofen

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab folgendes Ergebnis:

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister bzw. (vor dem 1. Dezember 1930) Schultheiße Ellhofens waren seit Beginn des 20. Jahrhunderts:

  • 1878–1906: Albrecht Hofmann
  • 1906–1919: Karl Gettling
  • 1919–1945: August Breitenbücher
  • 1945–1946: Karl Schwarz
  • 1946–1948: Walter Meyle
  • 1948–1978: Ernst Schulz
  • 1978–2002: Georg Michl
  • Seit 2002: Wolfgang Rapp

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Wappen Ellhofens

Die Blasonierung des Ellhofener Wappens lautet: In Blau zwei schräg gekreuzte silberne Schlüssel mit nach unten und auswärts gekehrten Bärten. Die Flagge der Gemeinde ist Weiß-Blau.

Der Schlüssel ist das Attribut des heiligen Petrus. In den Ellhofener Gemeindesiegeln sind die Schlüssel seit 1844 festzustellen. Sie können sowohl auf Petrus als Mitpatron der Ellhofener Kirche als auch auf das Stift in Öhringen bezogen werden, das seit dem 11. Jahrhundert in Ellhofen Besitz hatte und den Heiligen Petrus und Paulus geweiht war. 1938 wurden die Schlüssel erstmals zu Wappenfiguren des Ellhofener Wappens. Die Wappenfarben wurden ebenfalls 1938 von der württembergischen Archivdirektion vorgeschlagen. Wappen und Flaggenfarben wurden der Gemeinde am 25. März 1963 vom baden-württembergischen Innenministerium verliehen.[5]

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Nach ersten Kontakten ab 1986 ist seit 1988 das italienische Peccioli (Provinz Pisa, Toskana) Partnergemeinde Ellhofens. In Ellhofen kümmert sich der Verein zur Pflege internationaler Beziehungen um die Pflege der Partnerschaft.

Die evangelische Kirche zum Heiligen Kreuz, Sankt Peter und Genovefa

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kirche zum Heiligen Kreuz, Sankt Peter und Genovefa ist die evangelische Pfarrkirche Ellhofens. Sie beherbergt den Ellhofener Altar, einen bedeutenden Schnitzaltar aus dem 16. Jahrhundert.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Der Ellhofener Karnevalsverein, die Sulmtalnarren mit ihrer Symbolfigur Till, veranstaltet in jedem Jahr zur Faschingszeit einen Umzug sowie diverse Prunksitzungen. Am ersten Wochenende des Monats September veranstaltet der Musikverein Ellhofen die Ellhofener Straßenkärwe rund um den Kirchplatz. Am 1. Wochenende nach dem 1. Mai findet in und um die Gemeinde ein von Vereinen organisiertes Frühlingsfest statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten]

Ellhofen ist ein traditionsreicher Weinbauort im Weinbaugebiet Baden-Württemberg, dessen Lagen zu den Großlagen Staufenberg und Salzberg im Bereich Württembergisch-Unterland gehören. Der Weinbau im Ort ist seit 1264 überliefert. Die Ellhoferin Petra Seiter war 1989/90 Württembergische Weinkönigin.

Verkehr[Bearbeiten]

Ellhofen liegt beim Autobahnkreuz Weinsberg an der A 81 (WürzburgSingen (Hohentwiel)), Ausfahrt Weinsberg/Ellhofen. Die Bundesstraße 39 sowie die Bahnstrecke Heilbronn–Crailsheim, auf der heute sowohl die Stadtbahn Heilbronn als auch Regional-Express-Züge fahren, führen durch den Ort; die Stadtbahn Heilbronn fährt bis Öhringen. Ellhofen verfügt über die zwei Haltestellen Ellhofen (Bahnhof) und Weinsberg/Ellhofen Gewerbegebiet.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Größter Arbeitgeber in Ellhofen ist das Unternehmen Edeka Südwest, das 2005 von der deutschen Spar Handels AG deren seit Jahrzehnten im gemeinsamen Gewerbegebiet mit Weinsberg unterhaltenes Großlager (sowie einen Eurospar-Markt) übernahm. Von den einst (Stand Mitte Dezember 2005) über 700 Arbeitsplätzen waren zwischenzeitlich nur 370 übrig geblieben; bis September 2006 war die Zahl aber wieder auf 540 angestiegen,[6] bis Juni 2008 auf rund 600.[7]

Medien[Bearbeiten]

Über das Geschehen in Ellhofen berichten die Tageszeitung Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe für das Weinsberger Tal (WT) und das wöchentliche Amtsblatt Ellhofener Heimatschau.

Bildung[Bearbeiten]

In Ellhofen befindet sich die Johann-Dietz-Grundschule. Daneben gibt es drei Kindergärten (je einen kommunalen, evangelischen und römisch-katholischen Kindergarten). Eine evangelische Gemeindebücherei hat einige Stunden pro Woche geöffnet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Klaus Trender (* 1938), langjähriger stellvertretender Bürgermeister (verliehen 2006)[8]
  • Georg Michl (* 1950), langjähriger Bürgermeister (verliehen 2010)[9]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Alfred Arnold (1888–1960), Politiker (NSDAP), Abgeordneter im Landtag von Württemberg und Mitglied des Reichstags

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ellhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Geologische Karte des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald 1:50 000. 1. Auflage. Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg, Freiburg 2001
  4. Quelle für den Abschnitt Gemeindegliederung: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 148
  5. Quellen für den Abschnitt Wappen und Flagge:
    Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1). S. 59
    Eberhard Gönner: Wappenbuch des Stadt- und des Landkreises Heilbronn mit einer Territorialgeschichte dieses Raumes. Archivdirektion Stuttgart, Stuttgart 1965 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, 9). S. 75
  6. Heiko Fritze: Unter Edeka blüht das Lager wieder. In: Heilbronner Stimme vom 26. September 2006, S. 10
  7. Karin Freudenberger: Rauschendes Fest in Blau-Gelb. In: Heilbronner Stimme vom 9. Juni 2008
  8.  Joachim Kinzinger: Urgestein mit Herz und Verstand. In: Heilbronner Stimme. 16. Januar 2006 (bei stimme.de, abgerufen am 31. Januar 2010).
     Karin Freudenberger: Statt Geschenke Spende für Sportpark. In: Heilbronner Stimme. 11. Januar 2008 (bei stimme.de, abgerufen am 31. Januar 2010).
  9.  Roland Kress und Joachim Kinzinger: Michl zum Ehrenbürger ernannt. In: Heilbronner Stimme. 29. Januar 2010 (bei stimme.de, abgerufen am 31. Januar 2010).