Ellinor Holland

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Ellinor Holland, geborene Frenzel (* 12. September 1928 in Dresden; † 17. Dezember 2010 in Augsburg), war eine deutsche Journalistin, Gesellschafterin der Mediengruppe Pressedruck sowie Verlegerin und Herausgeberin der Augsburger Allgemeinen (AZ), ihrer Heimatzeitungen und der Allgäuer Zeitung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ellinor Holland kam 1928 in Dresden zur Welt. Sie blieb einziges Kind des Journalisten und nachmaligen Gründers der „Schwäbischen Landeszeitung“ Curt Frenzel und seiner Ehefrau Charlotte.

Ihr Vater kam am Ende des Weltkriegs nach Augsburg und gründete mit „Lizenz Nr. 7“ der amerikanischen Besatzungsmacht die „Schwäbische Landeszeitung“. Die Tageszeitung erschien erstmals am 30. Oktober 1945. Frau und Tochter kamen Anfang Dezember 1945 nach. Ellinor Frenzel besuchte in Augsburg das Maria-Theresia-Gymnasium. Nach dem Abitur im Jahr 1947 nahm sie in München das Studium der Zeitungswissenschaften auf. Parallel dazu konnte sie in der Augsburger Zeitungsredaktion mitarbeiten. Sie vertiefte ihre Kenntnisse im Ausland und erhielt eine Chance als Hospitantin im Pariser Büro der dpa. Nach dieser Zeit ging sie zur Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) in Essen. Hier traf sie auf den Berufskollegen Günter Holland. Beide heirateten am 15. Juni 1956. Das frischvermählte Ehepaar zog es nach Paris, wo er als Korrespondent für die WAZ, die „Schwäbische Landeszeitung“ und andere Blätter Artikel schrieb und sie als Korrespondentin für die Tageszeitung ihres Vaters Presseberichte verfasste.

Die „Schwäbische Landeszeitung“ hatte inzwischen ihren Titel in „Augsburger Allgemeine“ geändert. Im April 1962 wünschte sich der Vater beide nach Augsburg zurück und vertraute Günter Holland den Posten des „Chef vom Dienst“ an. Am 11. Dezember 1965 appellierte die „Augsburger Allgemeine“ an ihre Leserschaft um Geldspenden für Hilfsbedürftige in der Region. Der Aufruf hatte großen Erfolg. Aus den Spendenmitteln erwuchs das Leserhilfswerk „Kartei der Not“, um das sich Ellinor Holland von Anfang an kümmerte und das sie fortwährend begleitete, förderte und zur Blüte führte.[1]

Nach dem Tod ihres Vaters Curt Frenzel stieg Holland im Jahr 1970 in die Geschäftsleitung der Mediengruppe Pressedruck ein und führte das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Ehemann, der Chefredakteur der „Augsburger Allgemeinen“ wurde. Unter ihrer Führung wurde die Zeitung mit dem Verbreitungsgebiet in Bayerisch-Schwaben zu einer der großen Regionalzeitungen Deutschlands und der Verlag zu einem führenden Haus der deutschen Medienbranche. Nach dem Tod des Ehemannes am 13. August 2006 rückten ihre Töchter Ellinor und Alexandra in der Gesellschafterfunktion nach.

Die Verlegerin hat sich stets den Herausforderungen an einen modernen Zeitungsverlag gestellt. Zu Beginn der 1980er Jahre wurde der Bau eines neuen Verlagsgebäudes im Augsburger Stadtteil Lechhausen mit einer neuesten Rotationsdruckmaschine realisiert. Das alte Gebäude in der Innenstadt war zu eng geworden. Durch die Entwicklung und das Anbieten von lokalem Radio und Fernsehen avancierte der frühere Zeitungsverlag im Laufe der Zeit unter Ellinor Hollands Leitung zur Mediengruppe Pressedruck, die auch ins Briefpostgeschäft expandierte.

Am 17. Dezember 2010 starb die Zeitungsverlegerin nach schwerer Krankheit.

Kartei der Not[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holland gründete 1965 das Leserhilfswerk der Mediengruppe Pressedruck, „Kartei der Not“, das sie bis zu ihrem Tod leitete. Damit half sie Menschen, die unverschuldet in Schwierigkeiten geraten waren. Bis zu ihrem Tod wurden etwa 30 Millionen Euro gesammelt.

Wirbel um „Aphrodite“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ellinor Holland wollte der Stadt Augsburg und ihren Bürgern in einer großherzigen Geste ein Brunnendenkmal stiften. Sie erwarb vom renommierten Maler und Bildhauer Markus Lüpertz die Skulptur „Aphrodite“. Für den neuen Augsburger Prachtbrunnen sollten öffentliche Mittel fließen. Als Standort war der Augsburger Ulrichplatz vorgesehen, für den es Pläne zur Neugestaltung gab. Das Kunstwerk war hinsichtlich seiner Ästhetik in Augsburg im Stadtrat und bei Bürgern deutlich umstritten.[2] Ein probeweises Aufstellen im Augsburger Rathaus führte zu keinem Meinungsumschwung. Der Oberbürgermeister Paul Wengert teilte schließlich den Verzicht auf das Geschenk mit, was die Stifterin verärgerte. Das bezahlte Kunstwerk fand schließlich eine Heimstatt im Innenhof des Mediengebäudes der „Augsburger Allgemeinen“.

Ellinor Holland Kunstpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2010 hat das „Landsberger Tagblatt“, eine Heimatzeitung der „Augsburger Allgemeinen“, erstmals den Ellinor Holland Kunstpreis vergeben. Er ist nach der verstorbenen Verlegerin benannt, die neben ihrem sozialen Engagement in der „Kartei der Not“ ein Faible für die Kunst hatte.[3] Erster Preisträger war der Unterwössener Holzbildhauer Andreas Kuhnlein.[4]

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elinor Holland erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Augsburger Allgemeine vom 20. Dezember 2010: „Ein Leben für die Zeitung“
  2. grzabka.com: Rettet Augsburg! (Memento des Originals vom 17. März 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.grzabka.com, abgefragt am 21. Dezember 2010
  3. Landsberger Tagblatt vom 31. August 2010: Ellinor Holland Kunstpreis wird zum ersten Mal überreicht, abgefragt am 21. Dezember 2010
  4. Chiemgau-online.de: Kunstpreis für Andreas Kuhnlein, abgefragt am 21. Dezember 2010