Elmar Hörig

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Elmar Hörig (* 15. Juni 1949 in Baden-Baden) ist ein deutscher ehemaliger Radio- und Fernsehmoderator und Autor.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörig studierte Anglistik und Sport und unterrichtete bis 1986 als Lehrer, unter anderem an der Heimschule Lender in Sasbach.

Radio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1980 bis 1999 war er Moderator bei SWF3 und dessen Nachfolgesender SWR3. Er war bekannt für seine Witze, die er vor allem in der Elmi Radio Show erzählte, und für seine eigene Musikzusammenstellung. Zur selben Zeit war er in Berlin und Umgebung zu hören mit seinen Sendungen Radiopuzzle, später in Radio-Flip umbenannt, bei RIAS 2 und dessen Nachfolger rs2 und anschließend mit Alles Banane bei Radio Fritz, in denen er vielfach Elemente, Strukturen und Ideen aus seinen früheren SWF3-Sendungen unverändert übernahm.

Im März 1999 kündigte ihm der SWR nach mehreren sexuellen Anspielungen und Witzen über Schwule. So hatte er sich über eine Sonderaktion der Deutschen Bahn für homosexuelle Paare lustig gemacht, dabei fielen unter anderem Sätze wie „Warme Wochen bei der Bahn. Das ist gut, da muss man die Züge in Zukunft nicht mehr heizen“.[1][2] SWR3-Chef Gerold Hug erklärte dazu: „Das ist die unterste Schublade der Schwulenwitze“.[3] Vorangegangen waren kurz davor sexuelle Anspielungen gegenüber Schülerinnen in seiner Fernsehsendung Bube, Dame, Hörig und ein mehrwöchiges Mikrofonverbot im Januar wegen ähnlicher Äußerungen. Hörfunkdirektor Bernhard Hermann erklärte dazu, der Sender dürfe „nicht auf Dauer in der Schmuddelecke landen“.[3]

Nach seinem Weggang von SWR3 verpflichtete Rockland Radio Hörig als Moderator mit eigener Show. Von 2004 bis Anfang April 2007 moderierte er bei Radio Regenbogen unter altem Namen seine Show. Die neue Elmi-Radio-Show wurde zunächst werktäglich ausgestrahlt und lief ab Mai 2006 immer samstags. Zusätzlich moderierte er donnerstags die Sendung Dinner for Elmi. Von Februar 2008 bis April 2009 war Hörig samstags bzw. sonntags in Doppelmoderation mit Claudia Barbonus bei Radio Köln zu hören. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 produzierte Elmar Hörig eine Comedy-Serie für den baden-württembergischen Privatsender Radio 7. Von Mai 2013 bis Ende 2015 war er täglich im Programm des Radiosenders Top 20 Radio zu hören.[4]

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parallel zu seiner Radiokarriere war Hörig für das Fernsehen tätig. Zunächst moderierte er für das SWF-Fernsehen die Schülerquiz-Sendereihe Die sechs Siebeng’scheiten (1983–1987) und mehrere Jahre später im ZDF die Singleshow Liebe auf den ersten Blick (1992).

Anschließend wurde er von Sat.1 engagiert und präsentierte dort die Spielshows Pack die Zahnbürste ein (1995–1996), Bube, Dame, Hörig (1996–1999), Geh aufs Ganze! (1996–1997) und die Musiksendung Elmis Oldie Show. Ein Wortwechsel mit einer minderjährigen Besucherin legte diese später als sexuelle Belästigung aus, was zu seiner Entlassung durch den Privatsender führte.[2] 2010 war er Teilnehmer der Kochshow Das perfekte Promi-Dinner auf VOX.[5]

Autor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörig ist Autor des Romans Beatles-Story: Raimonds Traum (Eichborn Verlag, 1994) und der im Selbstverlag publizierten Taschenbücher Best of Elmi 2000-2003 (2018) und Freiluftklapse Deutschland: Elmis Moinbrifn 2018 Deutschland kaputt (2018).

Kritik wegen Facebook-Äußerungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen seiner Äußerungen auf seiner Facebook-Seite, die von verschiedenen Medien als volksverhetzend, menschenverachtend und rassistisch bewertet werden, geriet er zunehmend in die Schlagzeilen.[6][7][8]

Im Dezember 2016 erstattete die rheinland-pfälzische SPD-Landtagsabgeordnete Giorgina Kazungu-Haß Strafanzeige gegen Hörig wegen des Verdachts auf Volksverhetzung und der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole auf seiner Facebookseite.[7][9] Gegenstand der Anzeige war ein Foto, auf dem Schoko-Nikoläuse zu sehen sind, die Kapuzen des US-amerikanischen, rassistischen und gewalttätigen Geheimbundes Ku-Klux-Klan tragen; ein dritter Schoko-Nikolaus lag ausgewickelt und mit abgebrochenem Kopf vor ihnen. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal sah keinen Anfangsverdacht und leitete kein Ermittlungsverfahren ein.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Julia Jüttner: Witz über Rassengesetze: WDR setzt Zusammenarbeit mit „Zimmer frei“-Reporter aus. In: Spiegel Online. 26. September 2007, abgerufen am 3. Februar 2021.
  2. a b Frank Buchmeier: Elmar Hörig: Hörig redet sich um Kopf und Kragen. In: Stuttgarter Zeitung. 13. Januar 2013, abgerufen am 3. Februar 2021.
  3. a b Nach neuen schlechten Witzen: SWR trennt sich von Elmar Hörig. In: Rhein-Zeitung. 22. März 1999, abgerufen am 3. Februar 2021.
  4. Elmar Hörig, Best of – werktägl. 23.00. In: top20radio.tv. Abgerufen am 3. Februar 2021.
  5. Elmar Hörig: Das perfekte Promi-Dinner. In: Vox.de. 8. August 2010, archiviert vom Original am 30. September 2013; abgerufen am 3. Februar 2021.
  6. Arno Frank: Rassismus: Elmar Hörig, was ist passiert? Ein Brief. In: Spiegel Online. 18. Dezember 2016, abgerufen am 3. Februar 2021.
  7. a b Oliver Georgi: Elmar Hörigs Sendeausfälle: Früher Radio-Star, heute auf Facebook gegen Flüchtlinge. In: FAZ.net. 16. Dezember 2016, abgerufen am 16. Dezember 2016.
  8. Anzeige gegen Elmar Hörig: Ex-Moderator postet Ku-Klux-Klan-Szene. In: tagesspiegel.de. 19. Dezember 2016, abgerufen am 3. Februar 2021.
    Stefan Winterbauer: Elmis wirre Pöbel-Attacken auf Facebook. In: Meedia. 4. Februar 2013, abgerufen am 3. Februar 2021.
  9. Wegen diesem Facebook-Post droht Elmar Hörig eine Strafanzeige. In: welt.de. 15. Dezember 2016, abgerufen am 3. Februar 2021.
  10. Joachim Huber: Fremdenfeindliche Facebook-Posts: Keine Ermittlungen gegen Elmar Hörig. In: tagesspiegel.de. 24. Januar 2017, abgerufen am 3. Februar 2021.