Elmar Nass

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Elmar Nass (2018)

Elmar Nass (* 5. Juli 1966 in Kempen/Niederrhein) ist ein deutscher katholischer Priester und Sozialethiker mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsethik.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nass studierte nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann Katholische Theologie und Sozialwissenschaften an der Universität Bonn, der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und der Universität Trier. Von 1990 bis 1995 studierte er dabei als Alumnus des Collegium Germanicum et Hungaricum in Rom und empfing dort 1994 die Priesterweihe. Sein sozialwissenschaftliches Lizenziat schloss er in Rom im Jahr 1995 ab. Bis Ende 1999 war Nass Kaplan in Viersen-Süchteln. Hier hat er neben dem Abschluss des theologischen Diploms in Trier eine politisch-religiöse Jugendpastoral initiiert. Anschließend promovierte Nass zunächst im Fach Christliche Sozialwissenschaften an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Trier (2002), anschließend im Fach Sozialpolitik und Sozialökonomik an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bochum (2006). Neben seiner priesterlichen Gemeindearbeit im Bochumer Stadtteil Linden war er hier wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent am Lehrstuhl von Jörg Althammer sowie Dozent an der Universität Duisburg-Essen.

Nach einem Lehrauftrag an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln (2006) übernahm er 2007–2012 Vorlesungen und Prüfungen am Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre und Pastoralsoziologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn. Es folgten Lehraufträge an der Philosophischen Fakultät der RWTH Aachen. Er ist seit 2013 Professor für Wirtschafts- und Sozialethik an der privaten Wilhelm Löhe Hochschule für angewandte Wissenschaften in Fürth. 2014 wurde er an der Philosophischen Fakultät der RWTH Aachen habilitiert und erhielt die Lehrberechtigung für das Fach Christliche Wirtschafts- und Sozialethik.

Von 2006 bis 2013 war Nass bischöflicher Beauftragter für die Fortbildung des Pastoralpersonals im Bistum Aachen und ist seit 2007 Domvikar am Aachener Dom. Nass ist wissenschaftlicher Berater der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft Deutschland. Zudem ist er seit 2011 Mitglied und Seelsorger der Studentenverbindung KDStV Marchia zu Aachen im Cartellverband. Er ist Vorstandsmitglied der Joseph-Höffner-Gesellschaft und Gesellschaft zur Förderung von Wirtschaftswissenschaften und Ethik (GWE) e.V.

2014 wurde er von Kardinal-Großmeister Edwin Frederick Kardinal O'Brien zum Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt und am 10. Mai 2014 im Aachener Dom durch Reinhard Kardinal Marx, Großprior der Deutschen Statthalterei, investiert.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptlehr- und Forschungsgebiete von Elmar Nass ist die Sozialethik mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsethik. Auch forscht er über die Relevanz und Sprachfähigkeit von Kirche im Allgemeinen und christlicher Sozialethik im Speziellen in der heutigen Gesellschaft.

Er vertritt in der Tradition von Joseph Höffner und Oswald von Nell-Breuning eine naturrechtliche Sozialethik, die er als einen normativen Humanismus auch ökumenisch profiliert. Mit seiner These von einer objektiv begründbaren Menschenwürde und daraus ableitbaren Rechten und Pflichten schlägt er aus einer thomasischen Tradition Brücken zu neoaristotelischen Gerechtigkeitsansätzen (Amartya Sen, Martha Nussbaum) und zu einer kantischen Vernunftethik. Mit einer solchen auch weltanschaulich übergreifenden Koalition will er einer Relativierung der Menschenwürde entgegentreten. Die von Papst Benedikt XVI. vertretene Hinwendung zu einer Betonung der Tugendethik im Kontext der Sozialethik teilt er. Nass machte mit ethischen Positionen zur Währungskrise auf sich aufmerksam, in denen er die Subsidiarität gegenüber der Solidarität betont.

In seinen praktischen Schriften zeichnet Nass eine Linie vom liturgischen Vollzug zum diakonischen Handeln und persönlichen Glaubenszeugnis. Dabei stehen die Plausibilität des christlichen Glaubens und Handelns sowie daran orientierte Tugenden von Mut und Hoffnung im Mittelpunkt. Eine notwendige Reform der Kirche müsse ausstrahlende Kerngruppen des Glaubens entdecken und fördern.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christliche Sozialethik: Orientierung, die Menschen (wieder) gewinnt (Ethik – Grundlagen und Handlungsfelder, Band 13), Kohlhammer 2020, ISBN 978-3-17-037056-2.
  • Handbuch Führungsethik: Teil I: Systematik und maßgebliche Denkrichtungen (Dynamisch Leben gestalten / Innovative Unternehmensführung in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft, Band 7), Kohlhammer 2017, ISBN 3-17-032204-4
  • Utopia Christiana – Vom Kirche- und Christsein heute, LIT Verlag 2018, ISBN 978-3-643-14221-4
  • mit Alfred Schüller, Joseph Kardinal Höffner: Wirtschaft, Währung, Werte. Die Euro(pa)krise im Lichte der Katholischen Soziallehre, Ferdinand Schöningh, Paderborn 2014, ISBN 978-3-506-77868-0
  • der humangerechte Sozialstaat (Untersuchungen zur Ordnungstheorie und Ordnungspolitik, Band 51), Mohr Siebeckm 2006, ISBN 978-3-16-149118-4.

Besprechung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Hecker: Christliche Sozialethik. Orientierung, die Menschen (wieder) gewinnt, beim Deutsches Netzwerk Wirtschaftsethik[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autorenlinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rezension zu: Elmar Nass: Christliche Sozialethik. Orientierung, die Menschen (wieder) gewinnt., auf forum-wirtschaftsethik.de