Elmar Oberegger

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Elmar Oberegger, 2010

Elmar Oberegger (* 10. Mai 1972 in Wels) ist ein österreichischer Eisenbahnhistoriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elmar Oberegger studierte Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaft an der Paris-Lodron-Universität Salzburg. Für die „Transportgeschichte“ wurde er durch die Lehrveranstaltungen von Georg Erich Schmid und dessen Assistenten Peter Staudacher interessiert. Eine größere Kooperation ergab sich aber nicht, da beide die Universität verließen. 1999 wurde Oberegger auf Grundlage der von Reinhold Wagnleitner betreuten Dissertation Mit dem Mut der Verzweiflung. Eine Sozialgeschichte der ersten Generation der RAF (Baader-Meinhof-Gruppe) zum Dr. phil. promoviert.

In der Folge entstand ein Naheverhältnis zum Wiener Professor Roland Girtler, welchen Oberegger in seiner Monografie „10 Gebote der Feldforschung“ als „rebellischen Gelehrten“ (S. 55) beschreibt. 2005 würdigte Girtler im Artikel „Der Zauber der Eisenbahn“ die Bedeutung der Eisenbahngeschichte. Gemeinsam mit ihm betreibt Oberegger das „Internet-Pyhrnbahn-Museum“. 2006 hielten beide an der Universität Wien das Seminar „Soziologie des Transports“. Bei Girtler fungierte er bis 2008 als wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Die eisenbahngeschichtlichen Darstellungen und Analysen Obereggers sind vor allem sozialhistorisch aufgebaut. Die Eisenbahnarchäologie und das „Ero-epische Gespräch“ (Girtler) sieht er als wichtige Nachbardisziplinen an. Technikgeschichte und Lokomotivgeschichte stellen allerdings nur Randthemen dar, was ihm immer wieder herbe Kritik einbringt.

2004 übernahm er die Leitung des 2001 gegründeten Info-Büro für österreichische Eisenbahngeschichte. Er wirkte maßgeblich an der oberösterreichischen Landesausstellung „Kohle & Dampf“(2006) in Ampflwang mit. 2010 realisierte er mit Unterstützung von Sepp Forcher und Michael Populorum das „Salzburger Eisenbahnmuseum“. Zurzeit arbeitet Oberegger an einer „Internet-Enzyklopädie zur Eisenbahngeschichte des Alpen-Donau-Adria-Raumes“ und an einer „Eisenbahngeschichte der österreichischen Länder“.

Am 25. November 2010 wurde Oberegger vom oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer für sein eisenbahngeschichtliches Werk mit dem Titel „Wissenschaftlicher Konsulent“ ausgezeichnet.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur Geschichte der ersten Lokalbahn Österreichs. Die Kremstalbahn von 1880 bis 1906. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Bd. 52 (1998), S. 316 ff.
  • Die Eisenbahnlinie(n). In: Heimatbuch Sattledt. Hrsg. v. Walter Brummer. Leoben 2000, S. 216 ff.
  • Eisenbahntransit in Oberösterreich. In: Kohle & Dampf. Katalog der oö. Landesausstellung 06. Red. Julius Stieber. Linz 2006, S. 202 ff.
  • Der eiserne Weg nach Böhmen. Von der Pferde-Eisenbahn zur Summerauer-Bahn. In: Kohle & Dampf. Katalog der oö. Landesausstellung 06. Red. Julius Stieber. Linz 2006, S. 247 ff.
  • Das Banat – Keimzelle des heutigen rumänischen Netzes. Beitrag zum Jubiläum „160 Jahre Eisenbahn in Rumänien“ (Sattledt 2007).
  • Zur Eisenbahngeschichte des Fürstentums Liechtenstein (gem. m. Leopold K. Pernegger u. Markus Rabanser) (Sattledt 2007).
  • Zur Geschichte der „Kronprinz Rudolf-Bahn“. Schärding/St. Valentin/Amstetten–Villach–Ljubljana (Sattledt 2007).
  • Wien–Graz–Triest. Zur Geschichte der „Erzherzog Johann-Bahn“ (Sattledt 2007).
  • Eisenbahngeschichte Dalmatiens. Ein Grundriß (Sattledt 2007).
  • Zur Geschichte der „Kaiserin Elisabeth-Bahn“. Budweis/Passau/Simbach am Inn/Wörgl–Amstetten–St. Pölten–Wien Westbahnhof (Sattledt 2007).
  • Die österreichische Straßenbahn am Meer. Kurze Geschichte der Tram von Opatija-Matulij nach Lovran (1908–1933) (Sattledt 2007).
  • Eisenbahnstadt Gmunden. Geschichte – Bahnhöfe – Linien (Sattledt 2007).
  • Eisenbahngeschichte des österreichischen Küstenlandes. Ein Grundriß (Sattledt 2007).
  • Zur Eisenbahngeschichte des Alpen-Donau-Adria-Raumes. 3 Bände (Sattledt 2007).
  • Die Erste (österreichische) Eisenbahngesellschaft und ihr Netz. 1824–1903 (Sattledt 2008).
  • Stajerske Proge. Kurze Eisenbahngeschichte der Untersteiermark. (Sattledt 2008).
  • Zur Eisenbahngeschichte des Salzburger Landes. Beitrag zum anstehenden Jubiläum 150 „Jahre Eisenbahn in Salzburg“ (2010) (Sattledt 2009).
  • Zur Eisenbahngeschichte des Alten Österreich, 2 Bände (Sattledt 2012).

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Girtler Roland: Pfarrersköchinnen. Wien: Böhlau 2005.
  • Girtler Roland: 10 Gebote der Feldforschung. Wien: Lit 2004.
  • Girtler Roland: Der Zauber der Eisenbahn. In: Kronenzeitung vom 23. Oktober 2005, S. 54 f.
  • Motta Levanda: "Ein großer Tag für die Eisenbahngeschichte". Eisenbahnhistoriker Elmar Oberegger vom oberösterreichischen Landeshauptmann Dr.Josef Pühringer mit dem Titel "Konsulent für Wissenschaft" ausgezeichnet(25.11.10). In: Zur Eisenbahngeschichte des Alpen-Donau-Adria-Raumes. -Internet 2006 ff.(http://www.oberegger2.org/ada/kons.htm)
  • Populorum Michael A.: Ein Konsulent pro Bahn - Elmar Oberegger wird wissenschaftlicher Konsulent. In: Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung(DEEF). Internet 2009 ff.(http://www.dokumentationszentrum-eisenbahnforschung.org/elmaroberegger_konsulent.htm)
  • Schmid Georg/Hans Lindenbaum/Peter Staudacher: Bewegung und Beharrung. Transport und Transportsysteme in Österreich 1918–1938. Eisenbahn, Automobil, Tramway. –Wien u.a. 1994.
  • Schmid Georg: Transportgeschichte. In: Zeitgeschichte 7 (1979/80), S. 218 ff. (http://www.oberegger2.org/ada/schmid2.htm)
  • Schmid Georg: Postskriptum nach einem vierteljahrhundert(2003). In: Zur Eisenbahngeschichte des Alpen-Donau-Adria-Raumes. Hrsg. v. Elmar Oberegger. –Internet 2006 ff. (http://www.oberegger2.org/ada/schmid3.htm)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]