Elmen

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Elmen
Wappen Österreichkarte
Wappen von Elmen
Elmen (Österreich)
Elmen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Reutte
Kfz-Kennzeichen: RE
Fläche: 29,63 km²
Koordinaten: 47° 20′ N, 10° 33′ OKoordinaten: 47° 20′ 19″ N, 10° 32′ 31″ O
Höhe: 976 m ü. A.
Einwohner: 391 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 13 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6644
Vorwahl: 05635
Gemeindekennziffer: 7 08 09
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Elmen Br. 2
6644 Elmen
Website: www.lechtal.at/elmen/
Politik
Bürgermeister: Heinrich Ginther
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(1 Mitglieder)

7 Gemeinsame Bürger(innen)liste, 4 Gemeinsam für Elmen

Lage von Elmen im Bezirk Reutte
BachBerwangBiberwierBichlbachBreitenwangEhenbichlEhrwaldElbigenalpElmenForchachGränGramaisHäselgehrHeiterwangHinterhornbachHöfenHolzgauJungholzKaisersLechaschauLermoosMusauNamlosNesselwänglePfafflarPflachPinswangReutteSchattwaldStanzachSteegVorderhornbachTannheimVilsWängleWeißenbach am LechZöblenTirolLage der Gemeinde Elmen im Bezirk Reutte (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Elmen von Südwesten mit Dreifaltigkeitskapelle im Vordergrund.
Elmen von Südwesten mit Dreifaltigkeitskapelle im Vordergrund.
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Elmen ist eine Gemeinde mit 391 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Reutte in Tirol (Österreich), im Gerichtsbezirk Reutte.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Elmen ist ein dicht verbautes Haufendorf auf einem Schwemmkegel des Edelbaches. Die Gemeinde wird von Süden nach Norden vom Lech durchflossen und steigt auf beiden Seiten auf rund 2500 Meter an. Von den rund 30 Quadratkilometer Fläche sind beinahe sechzig Prozent bewaldet, zwanzig Prozent sind Almen, dreizehn Prozent unfruchtbares hochalpines Gebiet und nur sieben Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2021[2]):

  • Elmen (338)
  • Klimm (8)
  • Martinau (45)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinterhornbach Vorderhornbach
Nachbargemeinden Stanzach
Häselgehr Pfafflar

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1312 erstmals urkundlich als Elmenoe, Ellmo, Elbnau (Au mit Ulmen) erwähnt.

Als im 30-jährigen Krieg eine Schwedische Einheit über die Ehrenberger Klause ins Gurgeltal ziehen wollte, waren die Männer auf Wache in den Bergen. Die Frauen verkleideten Heumandln, „bewaffneten“ diese mit Sensen und Äxten und zündeten Feuer an. So wurden die Soldaten aufgehalten, bis die Männer zur Verteidigung ankamen.

Im Winter 1664 löste sich eine Lawine oberhalb der Stablalpe und erfasste die Bauern beim winterlichen Heutransport. Vierzig Männer wurden dabei verschüttet, 22 Frauen wurden zu Witwen und ortsansässige Namen starben aus.

In den Jahren 1880 und 1903 trafen Brandkatastrophen Elmen. In der Christnacht 1880 verbrannten dreizehn Häuser im Ort, 1903 wurde der Weiler Martinau inklusive Kapelle mit Ausnahme eines Hauses eingeäschert.

In Elmen wurde die Pferdewechselstation für die 1861 im Lechtal eröffnete Postkutsche eingerichtet.[3][4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche zu den Heiligen Drei Königen
Kapelle 14 Nothelfer.
Filialkirche in Martinau.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Elmen
  • Pfarrkirche zu den Heiligen Drei Königen mit Friedhof und Kriegerdenkmal. Der aus dem benachbarten Elbigenalp stammende Künstler Johann Anton Falger malte 1841 auch für Elmen einen Totentanz, der ursprünglich in Nischen der Friedhofsmauer angebracht war und heute in der Totenkapelle aufbewahrt wird. Der Bilderzyklus besteht aus 12 kleinformatigen Holztafeln (35×23 cm) mit zugehörigen Dialogen. In der Reihenfolge sind abgebildet: Großmutter, Bettlerin, Holzknecht, Magd, Fürst, Bürgerin, Kind, Knabe, Soldat, Braut, Bauer, Priester.[5]
  • Feldkapelle Hl. Dreifaltigkeit
  • Filialkirche St. Joseph in Martinau
  • Kapelle 14 Nothelfer

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elmen ist durch eine Umfahrungsstraße vom Durchzugsverkehr befreit. Ein beliebtes Ausflugsziel ist die oberhalb gelegene Stablalpe. Zur Gemeinde gehört auch die Fraktion Martinau am linken Lechufer. Im Augebiet blüht Ende Mai auf einer großen Fläche der seltene Frauenschuh.

  • Arbeitsmarkt: Im Jahr 2011 gab es in Elmen 53 Arbeitsplätze, vier in der Landwirtschaft, elf im Produktionssektor und 42 im Dienstleistungssektor.[6] Von den 181 hier lebenden Erwerbstätigen pendelten mehr als drei Viertel aus.[7]
  • Fremdenverkehr: Elmen zählt jährlich rund 15.000 Übernachtungen. Die Wintersaison ist deutlich schwächer als die Sommersaison. Der Spitzenmonat Juli bringt fast 4000 Übernachtungen (Stand 2019).[8]
  • Verkehr: Durch das Gemeindegebiet verläuft die Lechtalstraße B198. Der näheste Bahnhof befindet sich 25 Kilometer nordöstlich in Reutte, der Bahnhof Imst ist rund dreißig Kilometer entfernt.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Gemeinderat werden elf Vertreter gewählt:

Partei 2010[10] 2016[11]
% Mandate % Mandate
Gemeinsame Bürger(innen)liste 66,67 66,17 7
Gemeinsam für Elmen 33,33 33,83 4

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Elmen ist Heinrich Ginther.[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Von Silber und Grün dreimal gespaltener Schild mit zwei Ulmenblättern in verwechselten Farben.

Das 1973 verliehene Gemeindewappen zeigt zwei stilisierte Ulmenblätter und symbolisiert damit als redendes Wappen den Ortsnamen, der von „Ulme“ kommt.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Elmen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Elmen, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 24. Januar 2021.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  3. Michael Fritz: Elmen. Verein "fontes historiae - Quellen der Geschichte", abgerufen am 24. Januar 2021.
  4. Gemeindechronik. Gemeinde Elmen, abgerufen am 24. Januar 2021 (österreichisches Deutsch).
  5. Hans Georg Wehrens: Der Totentanz im alemannischen Sprachraum. „Muos ich doch dran – und weis nit wan“. Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2563-0. S. 260f.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Elmen, Erwerbstätige am Arbeitsort. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 24. Januar 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Elmen, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 24. Januar 2021.
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Elmen, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 24. Januar 2021.
  9. Entfernungsrechner - Entfernung berechnen und darstellen. Abgerufen am 24. Januar 2021 (deutsch).
  10. Land Tirol - Wahlen 2010. Abgerufen am 24. Januar 2021.
  11. Land Tirol - Wahlen 2016. Abgerufen am 24. Januar 2021.
  12. Elmen. Gemeinde Elmen, abgerufen am 24. Januar 2021 (österreichisches Deutsch).
  13. Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 64.