Elmlohe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Elmlohe
Stadt Geestland
Wappen von Elmlohe
Koordinaten: 53° 35′ 8″ N, 8° 44′ 34″ O
Höhe: 7 m ü. NHN
Fläche: 23,3 km²
Einwohner: 845 (18. Aug. 2014)
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2015
Postleitzahl: 27624
Vorwahl: 04704
Elmlohe (Niedersachsen)
Elmlohe

Lage von Elmlohe in Niedersachsen

Elmlohe in der Stadt Geestland
Elmlohe in der Stadt Geestland

Elmlohe (niederdeutsch Elm) ist eine Ortschaft der Stadt Geestland im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen und liegt im Elbe-Weser-Dreieck zwischen den Städten Bremerhaven, Cuxhaven und Bremervörde. Neben dem Hauptort Elmlohe gehört noch Marschkamp zur Ortschaft. Am Südrand des Ortsgebietes verläuft die Geeste.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden befindet sich die Ortschaft Drangstedt, im Osten Kührstedt (beides Stadt Geestland) und im Süden Bramel, das bereits zur Gemeinde Schiffdorf gehört. Die nächste Großstadt ist Bremerhaven (ca. 10 km Luftlinie westlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elmlohe wurde am Beginn des 14. Jahrhunderts von den Herren von Bederkesa aus dem an der Geeste gelegenen Quabben-Bach als Niederungsburg erbaut. Mitgründer der befestigten Ansiedlung war Werner von Bederkesa, der 1308 in einer Urkunde des Klosters Neuenwalde erwähnt wird. Auf dem zur Burg führende „Freien Damm“ wurden Handwerker und Kleinbauern auf dem dort gelegenen Ulmenwald (d. h. Elmlohe) angesiedelt. Im Jahre 1346 ließen die Herren von Elme und die von der Lieth hier in Burgnähe eine Kirche erbauen. Das der Gottesmutter Maria benannte Gotteshaus wurde aus dem Kirchspiel von Debstedt herausgelöst. Als Grund wird der weite Weg nach Debstedt und die „Todfeindschaft“ zu den friesischen Wurtsaten benannt. Wegen des Ungehorsames gegen seinen Lehensherrn wurde die Elmloher Burg unter Cord von der Lieth von einem Heer des Bremer Rates 1485 belagert und zerstört. Die Erbherren von der Lieth blieben bis zum 18. Jahrhundert als lehensberechtigte Gutsherren im Besitz ihres Elmloher Besitzes. Zum 700. Jubiläum von Emlohe wurde das Ereignis am 20. Juli 2008 mit einem Umzug durch den Ort gefeiert. Eine umfassende Darstellung über die Geschichte des Ortes wurde unter dem Titel „Elmlohe – ein Dorf im Wandel der Zeit 1308–2008“ veröffentlicht.

Bis Mitte der 1990er-Jahre verband eine Buslinie 15 Elmlohe mit Bremerhaven und Köhlen.[1] Das Fahrplanangebot sah Fahrten an allen Tagen der Woche vor.[2]

Zum 1. Januar 2015 bildete Elmlohe mit den übrigen Gemeinden der Samtgemeinde Bederkesa und der Stadt Langen die neue Stadt Geestland.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Elmlohe setzt sich aus fünf Ratsherren zusammen.[3]

  • CDU: 1 Sitz
  • SPD: 1 Sitz
  • WG WEM: 3 Sitze

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister von Elmlohe ist seit dem 20. Januar 2015 Henning von der Lieth (CDU). Sein Stellvertreter ist Arne Brauer (WG WEM).[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Urentwurf des Elmloher Wappens stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der 25 Gemeindewappen für den Landkreis Wesermünde entworfen hat.[4] Bei der Zusammenlegung mit der Gemeinde Marschkamp floss der Entwurf des in Belgien geborenen und später in Otterndorf lebenden Heraldiker und Wappenmaler Professor Albert de Badrihaye, von dem über 70 Gemeindewappen für den Wesermünder Landkreis entworfen wurden, mit in das Wappen ein.

Wappen von Elmlohe
Wappenbeschreibung: „In Blau drei goldene, in Gabelstellung, die Stiele zueinander gewendete Ulmenblätter, zwischen zwei zum Halbkranz gelegten silbernen Eichenzweigen über einem silbernen Balken in Wellenschnitt.“[4]
Wappenbegründung: Die Ulmenblätter weisen auf die Deutung der Ortschaft Elmlohe als Ulmengehölz hin. Die Eichenzweige sind Sinnbilder des Waldes der Ortschaft Marschkamp. Der Balken in Wellenschnitt weist auf die Geeste hin.

Alte Wappen von Elmlohe und Marschkamp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese alten Wappenentwürfe verschmolzen nach der Gebietsreform zum aktuellen Wappen von Elmlohe.

Elmlohe Marschkamp
Altes Wappen Elmlohe
von Gustav Völker entworfen
Altes Wappen Marschkamp
von Albert de Badrihaye entworfen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Geestland, Abschnitt Elmlohe, stehen die in der Denkmalliste des Landeskreises Cuxhaven eingetragenen Baudenkmale.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Elmlohe besteht seit 1346 die Liebfrauenkirche. Sie wurde mit Einwilligung des Erzbischofs von Bremen gegründet, da der Weg zur Mutterkirche in Debstedt zu der Zeit auf Grund der Feindschaft mit den Friesen des Landes Wursten zu gefährlich war. Der Altar stammt von 1645, das Altarbild zeigt das letzte Abendmahl. Die Kirche war nach der Reformation stets evangelisch-lutherisch, nachdem das Amt Bederkesa unter der Stadt Bremen reformiert geworden war.

Im Jahr 1962 begannen in der Gemarkung Elmlohe die Vorarbeiten für den Bau der Grundnetzschalt- und Vermittlungsstelle der Bundeswehr (GSVBw) 22. Diese stark verbunkerte Fernmeldeanlage war Bestandteil des bundesweiten Bundeswehr-Kommunikationsnetzes und sollte die Kommunikationsfähigkeit im Verteidigungsfall sicherstellen. Der militärische Betrieb wurde im Jahr 1996 eingestellt. Im Februar 2009 hat der Verein Vorbei e. V. die Anlage von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erworben um dort ein Museum einzurichten.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turnierplatz

Jährlich finden am letzten Wochenende im Juli die Elmloher Reitertage statt. Dieses Reitturnier mit internationaler und hochrangiger Besetzung hat Elmlohe auch weit über die Grenzen des Landkreises Cuxhaven hinaus bekannt gemacht.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirtschaftliche Betriebe

Elmlohe ist geprägt von der Landwirtschaft, wobei hier der Schwerpunkt auf der Viehwirtschaft liegt. Daneben hat sich jedoch auch die Pferdezucht sowie der Pferdesport als Wirtschaftsfaktor etabliert. Dies, sowie die Lage in einer Urlaubsregion, trägt dafür Sorge, dass auch der Freizeit- und Touristiksektor (Vermietung von Ferienwohnungen) gerade in den Sommermonaten eine große Rolle spielt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort befinden sich unter anderem an Unternehmen eine Tankstelle, ein Getränkehandel, zwei Bewirtungsbetriebe, drei Biogasanlagen, ein Landmaschinenhandel, eine Filiale der Volksbank, eine Filiale der Raiffeisengenossenschaft, eine Tischlerei und eine Zimmerei.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit der Ortschaft Drangstedt teilt sich Elmlohe eine Grundschule mit Ganztages-Angebot, wobei die ersten und zweiten Klassen im Standort Elmlohe und die dritten und vierten Klassen im Standort Drangstedt unterrichtet werden. Weiterführende Schulen befinden sich in Bad Bederkesa. Dort gibt es die Oberschule und das Niedersächsische Internatsgymnasium (NIG).

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Liethenburg in Elmlohe
  • Der Priestermord und seine Sühne

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Elmlohe – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Homann: Bremerhavens Streckennetze seit 1881. S. 61; PDF-Lesezeichen 30.03.1995, abgerufen am 29. Juli 2017.
  2. Verkehrsgesellschaft Bremerhaven AG (Hrsg.): Fahrplan '95. 30. März 1995.
  3. a b Der Ortsrat von Elmlohe. Auf: Bürgerinformationssystem der Stadt Geestland, abgerufen am 31. August 2017.
  4. a b Landkreis Wesermünde: Wappen des Landkreises Wesermünde. Verlag: Grassé Offset, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-980031-80-2.