Bahnstrecke Elmshorn–Bad Oldesloe

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Elmshorn–Bad Oldesloe
Strecke der Bahnstrecke Elmshorn–Bad Oldesloe
Streckennummer: 9120
Kursbuchstrecke (DB): 139
Streckenlänge: (ex 52,7 km) 24,415 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Strecke – geradeaus
von Hamburg-Altona
Bahnhof, Station
0,000 Elmshorn
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Westerland
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Kiel
Haltepunkt, Haltestelle
2,137 Langenmoor
Bahnhof, Station
3,855 Sparrieshoop
Brücke über Wasserlauf (mittel)
4,920 Offenau
Straßenbrücke
5,160 A23
Haltepunkt, Haltestelle
6,102 Bokholt
Haltepunkt, Haltestelle
7,446 Voßloch
Haltepunkt, Haltestelle
9,202 Barmstedt Brunnenstraße
Bahnhof, Station
9,857 Barmstedt
Brücke über Wasserlauf (klein)
10,599 Napphorner Graben
Brücke über Wasserlauf (mittel)
11,395 Hollenbek
Brücke über Wasserlauf (mittel)
13,750 Krückau
   
15,335 Langeln (alter Bahnhof)
Haltepunkt, Haltestelle
15,825 Langeln (neuer Haltepunkt seit 2000)
   
16,700 Hoffnung
Haltepunkt, Haltestelle
19,424 Alveslohe
Straßenbrücke
20,720 A7
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
24,415 von Neumünster
Bahnhof, Station
24,545 Henstedt-Ulzburg ehem. Ulzburg
   
nach Eidelstedt
   
26,600 Henstedt-Kisdorf
   
29,100 Henstedt-Wohld
   
31,300 Wakendorf-Götzberg
   
36,400 Nahe (Holst)
   
38,400 Nahe Torfverladestelle
   
40,300 Borstel
   
42,500 Sülfeld
   
44,800 Grabau
   
   
48,400 Blumendorf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Anschluss Arcelor Mittal
   
51,000 Rümpeler Weg
   
von Ratzeburg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Hamburg und Schwarzenbek
Bahnhof, Station
52,700 Bad Oldesloe
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Lübeck und Neumünster

Die Bahnstrecke Elmshorn–Bad Oldesloe (als Elmshorn-Barmstedt-Oldesloer Eisenbahn bezeichnet, kurz EBOE, auch: EBO) ist eine seit 1896 bestehende regionale Eisenbahnstrecke im südlichen Schleswig-Holstein, die seit 1981 von der AKN Eisenbahn betrieben wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Juli 1896 wurde die zehn Kilometer lange Kleinbahn von Elmshorn nach Barmstedt durch die Elmshorn-Barmstedter Eisenbahn-AG eröffnet. Diese wurde am 9. Juni 1907 von der am 3. Dezember 1904 gegründeten Elmshorn-Barmstedt-Oldesloer Eisenbahn-AG (EBOE) in Elmshorn übernommen. Sie eröffnete am selben Tag die weiterführende Strecke Barmstedt–Ulzburg (heute Henstedt-Ulzburg)–Oldesloe (heute Bad Oldesloe) als Nebeneisenbahn und konzessionierte die bisherige Kleinbahn in eine Nebeneisenbahn um, um durchgehenden Verkehr zur Staatsbahn zu ermöglichen. Der Bau der 42,7 Kilometer langen Strecke kostete rund 2,9 Millionen Mark. Für den Betrieb standen acht Dampflokomotiven zur Verfügung.

Letzter Zug 450 am 29. September 1973 in Wakendorf-Götzberg
Bahnhof Henstedt-Ulzburg
AKN-Züge im Bahnhof Barmstedt

Die nunmehr 52,7 Kilometer lange, normalspurige Strecke verläuft durch dünn besiedelte ländliche Landschaft. Sie wurde durchgehend eingleisig errichtet, wegen ihrer strategischen Bedeutung als Ost-West-Verbindung und nördliche Umfahrung Hamburgs erhielten ihre Bahnhöfe lange Ausweichgleise.

Der Personenverkehr war nur zwischen Elmshorn und Barmstedt lohnend, zwischen Barmstedt und Bad Oldesloe wurde ab 1931 auf Triebwagen umgestellt. Der Güterverkehr war ausreichend. Nach der Grenzziehung 1945 fehlten die Durchgangsgüterzüge aus Richtung Osten. Das besserte sich nach Öffnung des Übergangs Herrnburg bei Lübeck. Infolge von Produktionseinstellungen und Verkehrsverlagerung entfielen diese Transporte in den 1970er Jahren. Das Geld für eine notwendige Streckensanierung fehlte, die Gleise lagen noch in Kiesbettung.

Am 29. September 1973 wurde der Personenverkehr zwischen Barmstedt und Bad Oldesloe stillgelegt, nachdem schon seit Jahresbeginn zwischen Barmstedt und Alveslohe Schienenersatzverkehr bestanden hatte.

Mit dem Jahresende 1973 stellte die EBOE den Güterverkehr ab Barmstedt ein. Einige Zeit führte die AKN noch Güterverkehr von Alveslohe über Ulzburg bis Henstedt durch. Güterverkehr zwischen Ulzburg und Blumendorf war bis zum 31. Dezember 1981 möglich. Das vier Kilometer lange Reststück vom Bahnhof Blumendorf nach Bad Oldesloe wird als Industriestammgleis der Stadt Bad Oldesloe voraussichtlich bis Ende Dezember 2016 betrieben[1] und wurde am 12. September 2016 im elektronischen Bundesanzeiger zur Abgabe nach § 11 AEG ausgeschrieben[2]. Die Gleisanlagen zwischen Ulzburg und Blumendorf sind abgebaut. Die gleislose Trasse wurde zum Radwanderweg. Im Bereich Wakendorf II bis Nahe erhielt dieser Radweg Informationstafeln und ist Europas längster Obstgehölzpfad.

Seit 1965 gehört die Strecke Elmshorn–Barmstedt unter der Linienbezeichnung EBO zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV).

Die EBO als AKN-Bahnstrecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EBOE wird seit 1981 von der AKN Eisenbahn AG betrieben, mit der schon seit 1957 eine gemeinsame Betriebsführung bestanden hatte.

Der Abschnitt von Barmstedt nach Ulzburg wurde nach seiner Stilllegung für Betriebsfahrten genutzt. Da die Werkstatt in Barmstedt für die Wartung der modernen VT E Triebwagen nicht ausreichte, war die Alternative, die Werkstatt dort auszubauen oder die Strecke zwischen Barmstedt und Henstedt-Ulzburg zu erneuern. Letzteres wurde bis 1991 getan und die Werkstatt in Barmstedt geschlossen.

1992 wurde der Personenverkehr zunächst mit nur einigen täglichen Zügen wieder aufgenommen und die Linie in den HVV eingegliedert. Seit 1999 wird die Strecke regelmäßig von der bis Ulzburg Süd (an der Stammstrecke der AKN) erweiterten Linie A3 befahren.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waren anfangs nur leichte Lokomotiven (zwei gebrauchte zweiachsige und fünf dreiachsige Lokomotiven des Typs Preußische T 3) eingesetzt, so machte der starke Güterverkehr stärkere Lokomotiven nötig: 1925 bis 1940 wurden vier- und fünfachsige Dampflokomotiven beschafft.

1933 wurden die ersten drei zweiachsigen Triebwagen eingesetzt, sie waren von der Waggonfabrik Gotha gefertigt worden. Statt sieben Zugpaare 1930 konnten damit 22 Zugpaare gefahren werden.

1951 und 1953 wurden vierachsige Triebwagen beschafft, 1958 dann ein MAN-Schienenbus. Durch die Abstellung der Vorkriegs-Triebwagen wurden ab 1961 Uerdinger Schienenbusse neu und gebraucht beschafft. Sie waren einmotorig wie der VT 95, hatten jedoch normale Zug- und Stoßvorrichtungen. Zur Typenbereinigung wurde der MAN-Schienenbus 1968 an die Alsternordbahn abgegeben.

Mit der Übernahme durch die AKN kamen die Fahrzeuge dorthin, zwei der Uerdinger Schienenbusse sind heute noch für Sonderfahrten betriebsfähig erhalten. Als die VTA angeliefert wurden, konnten einige VTE auf die A3 gehen, wo sie die Schienenbusse ersetzten. 2015 kam der neue LINT 54 auf die AKN-Stammstrecke, die VTA gingen wiederum auf die A3, wo sie die VTE ersetzten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzter planmäßiger Güterzug 2002 am 30. Dezember 1973 in Wakendorf-Götzberg
  • Jörg Minga, Reinhardt Hassenstein: 125 Jahre AKN Eisenbahn AG 1883–2008. Ellert & Richter, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8319-0318-4.
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen, Teil 1: Schleswig-Holstein/Hamburg. Zeunert, Gifhorn 1972, ISBN 3-921237-14-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.abendblatt.de/region/stormarn/article207697851/Bad-Oldesloe-Die-Bahngleise-nach-Blumendorf-werden-abgebaut.html
  2. https://www.bundesanzeiger.de/ Stadt Bad Oldesloe Der Bürgermeister: Stilllegung von Eisenbahninfrastrukturanlagen gem. § 11 AEG vom 12. September 2016, abgerufen am 21. September 2016