Elsa Bernstein

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Elsa Bernstein um 1905

Elsa Bernstein, geb. Porges (Pseudonym Ernst Rosmer), (* 28. Oktober 1866 in Wien; † 12. Juli 1949 in Hamburg-Eimsbüttel) war eine deutsche Schriftstellerin und um 1900 vielgespielte Bühnenautorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elsa Porges war Tochter des Musikschriftstellers Heinrich Porges, der bald nach Elsas Geburt von König Ludwig II. nach München berufen wurde. Bernstein wuchs in München auf, „erzogen inmitten des künstlerischen Krieges für das neue Musikdrama Richard Wagners“, wie sie in einer Selbstauskunft schrieb.[1] Bernstein arbeitete kurze Zeit als Schauspielerin, musste diesen Beruf jedoch aufgrund eines Augenleidens aufgeben. Im Jahr 1890 heiratete sie den Rechtsanwalt und Schriftsteller Max Bernstein, aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Mit ihrem Mann hielt sie einen künstlerisch-literarischen Salon, den sie 1939 einstellen musste.

Die Möglichkeit 1941 in die USA zu emigrieren lehnte Bernstein ab, da ihre Schwester Gabriele keine Einreisegenehmigung erhielt. Aufgrund ihrer „jüdischen Herkunft“ wurde sie am 25. Juni 1942 zunächst nach Dachau und bereits am 26. Juni 1942 gemeinsam mit ihrer Schwester Gabriele in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Gabriele Porges kam im Ghetto Theresienstadt um. Elsa Bernstein wurde dort Anfang Mai 1945 befreit.[2]

Bernstein verstarb 1949 und wurde im Grab ihres Vaters auf dem Münchner Ostfriedhof beigesetzt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

unter dem Pseudonym Ernst Rosmer:

  • Die Rose (Gedicht, 1892, auf das Gemälde Die Rose von Max Nonnenbruch)[3][4]
  • Dämmerung (Schauspiel, 1893)
  • Wir Drei (Drama 1893, Uraufführung 2003 im Solana Theater in Köln in einer Inszenierung von Viktoria Burkert mit Gerd Buurmann in der Rolle des Richards)
  • Madonna (Novellen 1894)
  • Königskinder (Märchendrama 1895 [vordatiert, erschienen 1894]; 1895 von Engelbert Humperdinck vertont)
  • Tedeum (Komödie 1896)
  • Themistokles (Tragödie 1897)
  • Mutter Maria. Totengedicht in fünf Wandlungen (1900)
  • Merete (1902)
  • Dagny (Drama 1904)
  • Johannes Herkner (Schauspiel 1904)

als Elsa Porges (Bernstein):

  • Nausikaa (Tragödie 1906)
  • Maria Arndt (Schauspiel 1908)
  • Achill (Tragödie 1910)
  • Das Leben als Drama. Erinnerungen an Theresienstadt (Tagebuch aus dem KZ, posthum 1999)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sigrid Borck: Weibliche Hauptfiguren in Elsa Bernsteins Dramen. VDM Verlag, Saarbrücken 2008, ISBN 978-3-639-05162-9.
  • Natalia Igl: Geschlechtersemantik 1800/1900. Zur literarischen Diskursivierung der Geschlechterkrise im Naturalismus. (Palaestra. Untersuchungen zur europäischen Literatur 340) V&R unipress, Göttingen 2014. [besonders zu Bernsteins naturalistischen bzw. naturalismusnahen Dramen Wir Drei (1893) und Dämmerung (1893) sowie dem Märchendrama Königskinder (1894, vordatiert auf 1895)]
  • Jürgen Joachimsthaler: Max Bernstein. Kritiker, Schriftsteller, Rechtsanwalt (1854–1925). Lang, Frankfurt a. M. u.a. 1995, ISBN 3-631-48427-5.
  • Jürgen Joachimsthaler: Elsa Bernsteins Aufzeichnungen aus Theresienstadt. In: Vielheit und Einheit der Germanistik weltweit. Akten des XII. Internationalen Germanistenkongresses Warschau 2010. Hrsg. v. Franciszek Grucza u. a. Bd. 11, Frankfurt/M. Lang 2012, S. 183–187.
  • Ursula Wiedenmann: Elsa Porges-Bernstein, in: Manfred Treml, Wolf Weigand (Hrsg.): Geschichte und Kultur der Juden in Bayern. Lebensläufe. Saur, München 1988, S. 217–224.* Bernstein, Frau Elsa. In: Sophie Pataky (Hrsg.): Lexikon deutscher Frauen der Feder. Band 1. Verlag Carl Pataky, Berlin 1898, S. 61 (Digitalisat).
  • Ulrike Zophoniasson-Baierl: Elsa Bernstein alias Ernst Rosmer. Lang, Bern u.a. 1985, ISBN 3-261-03540-4.
  • Ulrike Zophoniasson-Baierl: Rosmer, Ernst (eigtl. Elsa Bernstein geb. Porges). In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 22, Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 3-428-11203-2, S. 92 f. (Digitalisat).
  • Bernstein. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon. Fünfte Auflage, Band 1. F. A. Brockhaus, Leipzig 1911, S. 191.
  • Rosmer. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Bd. 17, Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1909, S. 157.
  • Lexikon deutsch-jüdischer Autoren. Band 18, de Gruyter, Berlin 2010, S. 371–376.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fritz Abshoff: Bildende Geister. Band 1. Oestergaard, Berlin 1905, S. 18.
  2. Elsa Bernstein im Prominentenalbum des Ghettos Theresienstadt auf www.ghetto-theresienstadt.info
  3. Gedicht Die Rose in Die Kunst unserer Zeit
  4. Gemälde Die Rose in Die Kunst unserer Zeit