Elsbeth Stern

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Elsbeth Stern (2016).

Elsbeth Stern (* 26. Dezember 1957 in Marburg) ist eine deutsche Psychologin und Professorin für Lehr-Lern-Forschung an der ETH Zürich. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte sind die Lehr-Lern-Forschung, Kognitionspsychologie und Intelligenzforschung.

In der Presse bekannt wurde sie u. a. durch eine Untersuchung zum Einfluss des Lateinunterrichts auf die Intelligenzentwicklung, in der kein positiver Effekt auf das logische Schlussfolgern und Leistungen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich nachgewiesen werden konnte.[1][2] Eine weitere Studie zum naturwissenschaftlichen Unterricht in der Vor- und Grundschule kam zu dem Ergebnis, dass z. B. physikalische Begriffe viel früher erfasst werden als bisher angenommen.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1977 machte sie Abitur in Schwalmstadt/Treysa. Sie studierte Psychologie an der Philipps-Universität Marburg und an der Universität Hamburg. Nach ihrem Diplom bei Hubert Feger promovierte sie 1986 bei Kurt Pawlik mit dem Thema Reaktivitätseffekte in Untersuchungen zur Selbstprotokollierung des Verhaltens im Feld.

Von 1987 bis 1993 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung für Entwicklungspsychologie von Franz E. Weinert am Max-Planck-Institut für psychologische Forschung in München. Sie habilitierte sich 1994 im Fach Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit einer Arbeit über Die Entwicklung des mathematischen Verständnisses im Kindesalter. Von 1994 bis 1997 war sie Professorin für Pädagogische Psychologie an der Universität Leipzig. Von 1997 bis 2006 arbeitete sie als Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Unter anderem forschte sie in einem Lernlabor, wie Kinder im Grundschulalter sinnvoll an Mathematik und Naturwissenschaften herangeführt werden können.[3]

Zusammen mit Ralph Schumacher entwickelte sie 2004 an der Universität Brandenburg ein Curriculum für die Frühkindliche Bildung. 2006 nahm sie einen Ruf an die ETH Zürich auf eine Professur für Lehr- und Lernforschung an.

2014 wurde sie in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz gewählt.[4]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reaktivitätseffekte in Untersuchungen zur Selbstprotokollierung des Verhaltens im Feld. Peter Lang, Frankfurt am Main 1986.
  • Die Entwicklung des mathematischen Verständnisses im Kindesalter. Pabst Publisher, Lengerich 1988.
  • mit J. Guthke (Hrsg.): Perspektiven der Intelligenzforschung. Pabst Publisher, Lengerich 2001.
  • mit R. Schumacher: Lernen im Vorschulalter. Elektronisches Lehrbuch für den Modellstudiengang "Early Education" an der FH Neubrandenburg. 2004.
  • mit Aljoscha Neubauer: Lernen macht intelligent – Warum Begabung gefördert werden muss. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2007, ISBN 978-3-421-04266-8.
  • mit R. Grabner und R. Schumacher: Lehr-Lern-Forschung und Neurowissenschaften: Erwartungen, Befunde und Forschungsperspektiven. (= Bildungsreform. Band 13). Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2005.
  • mit Aljoscha Neubauer: Intelligenz – Große Unterschiede und ihre Folgen. DVA, München 2013, ISBN 978-3-421-04533-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Haag, L. & Stern, E. (2000): Non scholae sed vitae discimus. Auf der Suche nach globalen und spezifischen Transfereffekten des Lateinunterrichts. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 14, 146–157. Volltext (PDF, 991 KB)
  2. Macht Latein klug? (PDF; 552 kB). In: Forschung & Lehre. 6/2009.
  3. Was Hänschen lernt Die Zeit vom 3. April 2003 Nr. 15
  4. Petra Plättner: Vier neue Mitglieder in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, Pressemitteilung vom 13. Januar 2015 beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de), abgerufen am 14. Januar 2015.