Else Gebel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Else Gebel (* 5. Juli 1905 in Augsburg; † 1964 in München) war eine Widerstandskämpferin in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie wurde vor allem durch ihre gemeinsame Inhaftierung mit Sophie Scholl in der Gestapo-Leitstelle im Wittelsbacher Palais vor deren Hinrichtung bekannt.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Else Gebel wuchs mit zwei Brüdern, Willy und Arno auf. Mit Willy Gebel war sie eng verbunden, beide wohnten bis 1935 in einer gemeinsamen Wohnung. Die drei Geschwister waren kritisch gegenüber der nationalsozialistischen Doktrin. Else Gebel arbeitete bis zu den Novemberpogromen 1938 als Chefsekretärin des jüdischen Kaufhausbesitzers Max Uhlfelder in München. Dessen Kaufhaus wurde von den Nationalsozialisten in der sogenannten Reichspogromnacht verwüstet, Max Uhlfelder selbst wurde verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Else Gebel konnte jedoch entkommen. Sie war in der Folge bis zu ihrer Verhaftung bei der Firma Diamalt angestellt.

Sie und ihr Bruder Willy Gebel waren Mitglied des „Aufbruch-Arbeitskreises“, später der „Gruppe Römer-Uhrig“ (siehe: Beppo Römer, Robert Uhrig), einer kommunistischen Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus.[2] 1942 wurden sie mit einem Brief mit Ludwig Thoma-Zitaten gegen Hitler aufgespürt und verhaftet. Ihr Bruder Willy wurde am 24. März 1944 zum Tode verurteilt und im April 1944 hingerichtet. Sie selbst wurde am 20. Juni 1944 zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt und musste als Buchhalterin für die Nationalsozialisten arbeiten.[3]

Während ihrer Untersuchungshaft lernte sie am 18. Februar 1943 die festgenommene Sophie Scholl kennen, freundete sich mit ihr an und führte Gespräche mit ihr. Am 22. Februar 1943 wurden Sophie Scholl, ihr Bruder Hans Scholl und deren Freund Christoph Probst zum Tode verurteilt. Nach dem Krieg bewahrte Else Gebel viele Erinnerungen an ihre verstorbene Zellengenossin auf, wie es in den Filmen Fünf letzte Tage und Sophie Scholl – Die letzten Tage dargestellt wird. Else Gebel starb 1964.

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christine Hikel: Sophies Schwester: Inge Scholl und die Weiße Rose. Dissertation. Oldenbourg, München 2013, S. 102–104, 134, 135, 139. Google-Vorschau
  • Ulrich Chaussy und Gerd R. Ueberschär: Else Gebel – Solidarität einer Widerständigen. In: dies.: »Es lebe die Freiheit!« – Die Geschichte der Weißen Rose und ihrer Mitglieder in Dokumenten und Berichten. Fischer, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-596-18937-3. S. 167–172.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brief Else Gebels „So ein herrlicher sonniger Tag, und ich muss gehen“. Georg-Elser-Arbeitskreis Heidenheim, abgerufen am 3. April 2016.
  2. Willy Gebel im „Netzwerk Erinnerung + Zukunft in der Region Hannover“, abgerufen am 3. April 2016.
  3. Ulrich Chaussy, Gerd R. Ueberschär: „Es lebe die Freiheit!“: Die Geschichte der Weißen Rose und ihrer Mitglieder in Dokumenten und Berichten. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-10-402257-4, S. 5–9 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).