Elsnig

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Elsnig
Elsnig
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Elsnig hervorgehoben
Koordinaten: 51° 37′ N, 12° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Nordsachsen
Verwaltungs­gemeinschaft: Dommitzsch
Höhe: 88 m ü. NHN
Fläche: 36,9 km2
Einwohner: 1417 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km2
Postleitzahl: 04880
Vorwahlen: 03421, 034223
Kfz-Kennzeichen: TDO, DZ, EB, OZ, TG, TO
Gemeindeschlüssel: 14 7 30 120
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 6
04880 Elsnig
Webpräsenz: www.dommitzsch.de
Bürgermeister: Karlheinz Herrmann (FWG)
Lage der Gemeinde Elsnig im Landkreis Nordsachsen
ArzbergBad DübenBeilrodeBelgern-SchildauCavertitzDahlenDelitzschDoberschützDommitzschDreiheideEilenburgElsnigGroßtreben-ZwethauJesewitzKrostitzLaußigLiebschützbergLöbnitzMockrehnaMockrehnaMügelnNaundorfWiedemarOschatzRackwitzBelgern-SchildauSchkeuditzSchönwölkauMügelnTauchaTorgauTrossinWermsdorfWiedemarTorgauZschepplinWiedemarKarte
Über dieses Bild

Elsnig ist eine Gemeinde im Nordosten des Landkreises Nordsachsen in Sachsen (Deutschland). Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Dommitzsch an.

Elsnig, Luftaufnahme (2015)

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elsnig liegt inmitten der Elbauen am westlichen Elbufer sowie im Einflussbereich des Flüsschens Weinske und den Altarmen der Elbe. Die Gemarkung befindet sich in der Elbaue auf Anschwemmböden und außerhalb dieses Standorts meist auf Sand. Die B182 und die stillgelegte Bahnstrecke Pretzsch–Torgau durchqueren den Ort Elsnig sowie die Ortsteile Neiden, Waldsiedlung und Vogelgesang. Die Stadt Torgau liegt ca. acht Kilometer südöstlich und die Stadt Dommitzsch ca. fünf Kilometer nordwestlich der Gemeinde. Die Gemeinde liegt am Ostrand des Naturparkes Dübener Heide.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Straßendorf wurde 965 erstmals urkundlich genannt. Der Ortsname lautete 965 Olsnic und wurde bereits 1368 Elsnig genannt. Zwischendurch gab es kleinere Abweichungen.

1378 übertrugen die Kurfürsten von Sachsen dem Kloster Buch das Dorf, nach der Auflassung durch „Otto von Gnanstein kemerer von Grunow“, mit allen Rechten und beiden Gerichten.[2] Im gleichen Jahr verzichtete „vrouwe Agnes von Gnannensteyn vrouwe czu grunav“ auf das Dorf, das ihr Leibgedinge gewesen war.[3] 1379 wird die Urkunde über Verkauf und Bezahlung durch „Otto kemmerer von Gnannensteyn herr czu Grunow“ ausgestellt, in der auch das Kirchlehen genannt wird, also das Patronatsrecht.[4] Zu diesem Zeitpunkt hat also die Kirche bereits bestanden, wie auch nach der Baugestalt zu vermuten. Im gleichen Jahr verzichteten mehrere Herren auf ihre Rechte in Elsnig. Unklar bleiben Art und Umfang; es könnten Lehnsleute des Herrn von Gnandstein gewesen sein.[5] 1380 gelobte „Otto kemmerer von Gnannenstein“ dem Abt Nikolaus vom Kloster Buch, falls er von jemand angesprochen würde wegen des Verkaufs oder Eigentums am Dorf Elsnig, „daz wol wir sy gewern, alzo recht ist“. Gemeint ist wohl rechtlicher Beistand (Gewere) bei Ansprüchen anderer.[6]

1480 verlieh Abt Simon von Kloster Buch den Brüdern Hans und Gallus Wilkein den dritten Teil des Gerichtes in Elsnig und bestätigt ihnen die Einnahmen, die den vorherigen belehnten Richtern zustanden an Geld, an Schweinen, Gänsen, Hühnern, Lämmern, oder woran das sein mag, nach solcher Zahl, wie bisher gehalten wurde.[7]

Friedrich der Große verweilte zu einer Besichtigung der Kirche am 3. November 1760 im Ort. Hier erhielt er die Nachricht vom Sieg der Preußen über die Österreicher. Die Flur besaß 1895 787 Hektar Land, das von Bauern bewirtschaftet wurde.

Die übergeordnete Verwaltung übte ab 1551 das Amt Torgau, ab 1816 der Kreis Torgau, ab 1994 der Landkreis Torgau-Oschatz und seit 2008 der Landkreis Nordsachsen aus.

In den 1930er Jahren wurde bei Elsnig eine Munitionsfabrik der WASAG errichtet. In deren Zuge entstand auch die Waldsiedlung. Die Fabrik wurde nach dem Zweiten Weltkrieg teildemontiert und das Areal bis zur Wende von der Nationalen Volksarmee nachgenutzt. In einem Pilotprojekt wurde ab 2003 versucht, die durch das ehemalige WASAG-Werk verursachten Umweltschäden, insbesondere der Verschmutzung durch die Schadstoffe TNT und 2,6-DNT, zu beseitigen.[8]

2005 geriet Elsnig in die Schlagzeilen, als dort Spezialisten der US-Armee ein am 13. April 1945 abgeschossenes Jagdflugzeug vom Typ Lockheed P-38 Lightning ausgruben und die sterblichen Überreste des Piloten in die USA überführten.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[10]
Wahlbeteiligung: 50,8 %
 %
50
40
30
20
10
0
49,6 %
39,7 %
6,5 %
4,2 %

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 12 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Freie Wählergemeinschaft Torgau-Oschatz (FWG): 7 Sitze
  • CDU: 5 Sitze

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Elsnig

Kirche in Elsnig
  • Kirchen in Elsnig und den Ortsteilen
  • Naturpark Dübener Heide

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Elsnig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Elsnig im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Originalurkunde SHStA Dresden: 10001, Ältere Urkunden, Nr. 4251. Druck bei Schöttgen, Codex Diplomaticus Monasterii Buch, als Nr. 200.
  3. Originalurkunde SHStA Dresden: 10001, Ältere Urkunden, Nr. 4252. Druck bei Schöttgen, Codex Diplomaticus Monasterii Buch, als Nr. 201.
  4. Originalurkunde SHStA Dresden: 10001, Ältere Urkunden, Nr. 4289. Druck bei Schöttgen, Codex Diplomaticus Monasterii Buch, als Nr. 202.
  5. Originalurkunde SHStA Dresden: 10001, Ältere Urkunden, Nr. 4288. Druck bei Schöttgen, Codex Diplomaticus Monasterii Buch, als Nr. 203.
  6. Originalurkunde SHStA Dresden: 10001, Ältere Urkunden, Nr. 4323. Druck bei Schöttgen, Codex Diplomaticus Monasterii Buch, als Nr. 205.
  7. Originalurkunde SHStA Dresden: 10001, Ältere Urkunden, Nr. 8418. Druck bei Schöttgen, Codex Diplomaticus Monasterii Buch, als Nr. 262.
  8. Raimund Haberl et al.: Constructed Wetlands for the Treatment of Organic Pollutants, in: Journal of Soils and Sediments 2003, S. 120f.
  9. SPIEGEL ONLINE, Hamburg Germany: Kriegsschicksal: Die Heimkehr des Leutnants Estill. In: SPIEGEL ONLINE. Abgerufen am 24. November 2016.
  10. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014