Elsterhochflutbett

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Elsterhochflutbett
Das Elsterhochflutbett bei Knauthain

Das Elsterhochflutbett bei Knauthain

Daten
Lage Sachsen, Deutschland
Flusssystem Elbe
Abfluss über Weiße Elster → Saale → Elbe → Nordsee
Quelle Verteilerbauwerk Knauthain
51° 16′ 10″ N, 12° 19′ 4″ O
Mündung ElsterflutbettKoordinaten: 51° 18′ 23″ N, 12° 20′ 38″ O
51° 18′ 23″ N, 12° 20′ 38″ O

Länge 4,8 km
Großstädte Leipzig

Das Elsterhochflutbett oder Oberes Elsterflutbett[1] ist ein 4,75 Kilometer langer künstlicher Flusslauf in Leipzig und rechter Nebenarm der Weißen Elster. Er dient dem Hochwasserschutz.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hochflutbett beginnt am Verteilerbauwerk der Weißen Elster in Knauthain. Von dort führt es östlich an Knauthain, Knautkleeberg und Großzschocher vorbei bis es schließlich nach 4,75 Kilometern in das Elsterflutbett mündet.

Über das Flutbett führen bei Großzschocher die Bahnstrecke Leipzig-Plagwitz–Markkleeberg-Gaschwitz und die Fernwärme-Ringleitung. Die Brückenstraße (S 46), Verbindungsstraße zwischen Großzschocher und Markkleeberg, führte bis 2013 durch das Flutbett und wurde bei Hochwasser gesperrt, sobald Wasser vom Verteilerbauwerk in das Elsterhochflutbett geleitet wurde. Im Mai 2013 wurde eine Straßenbrücke für die S 46 über das Elsterhochflutbett fertiggestellt, die sich beim Juni-Hochwasser 2013 bereits bewährte.

Bei Normal- und Niedrigwasser der Elster führt das Hochflutbett kein Wasser.

Die Eisenbahnbrücke über das Hochflutbett, dahinter die Straßenbrücke

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Elsterhochflutbett entlastet den Flusslauf der Weißen Elster zwischen Knauthain und Großzschocher.

Das Verteilerbauwerk in Knauthain begrenzt die Durchflussmenge der Weißen Elster. Bei Hochwasser fließt das überschüssige Wasser in das Elsterhochflutbett und gelangt an dessen Ende in das Elsterflutbett.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das jetzige Elsterhochflutbett ist der Rest eines früheren Flutbetts, das im Eichholz westlich von Zwenkau Überschusswasser aus der Weißen Elster aufnehmen konnte und damit die Hochwassergefahr für die damaligen Elsterdörfer wie Eythra, Hartmannsdorf, Knauthain, Großzschocher und Schleußig wesentlich verringerte. Das Flutbett als in Dämmen geführte baumfreie Wiesenzone, die im Zwenkauer Eichholz jetzt noch funktionslos besteht, entstand um 1870. Dieses Hochflutbett mündete am Scheibenholz in das damalige Pleißeflutbett.[2] Durch die Elsterverlegung für den Tagebau Zwenkau wurde der südliche Teil des Hochflutbetts wirkungslos und später durch den Tagebau selbst unterbrochen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z. Pro Leipzig, Leipzig, 2005, ISBN 3-936508-03-8, Stichworte Weiße Elster, Pleiße, Umschlagseiten u. a.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/12194/documents/12721
  2. SLUB Dresden: Topographische Karte (Äquidistantenkarte) Sachsen 1879, Blätter 11 und 25